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3 | 2012

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SPECIAL

SPECIAL Kreislaufwirtschaft/Recycling Ölfilter: VomSondermüll zu wertvollen Rohstoffen Die Ölfilter werden in der speziellen Recyclinglinie zerkleinert, und der geschredderte Materialmix aus Eisen, Aluminium, Papier, Gummi und Öl in einer Zentrifuge voneinander getrennt und gereinigt. Ausgetauschte Pkw- und Lkw-Ölfilter gelten europaweit als Sondermüll und müssen gesondert gesammelt werden. Weil die Bauteile aber zu fast 60 Prozent aus Metallen bestehen, ist die weitere Aufbereitung durchaus lohnend. Mit der richtigen Technologie lassen sich hochwertige Rohstoffe aus dem kontaminierten Fahrzeugzubehör zurückgewinnen. Imitalienischen Piemont hat die Riccoboni Holding, der führende Sondermüllaufbereiter Norditaliens, jetzt eine spezielle Recyclinglinie für Ölfilter in Betrieb genommen. Das Projekt hat der deutsche Anlagenbauer MeWa Recycling Maschinen und Anlagenbau GmbH gemeinsam mit seinem italienischen Vertriebspartner Camoter initiiert und umgesetzt. Harald Pandl Gebrauchte Ölfilter sind kein ausgesprochenes Konsumgut. Bei Wechselintervallen von 10 000 bis 30 000 KilometernjenachFahrzeugtyp landet jedoch durchschnittlich ein Ölfilterpro Jahr und Fahrzeug in denSammelbehältern der Werkstätten. Bei funktionierenden Sammelsystemen kommen auf diesem Wege mehrere zehntausend Tonnen pro Jahr zusammen. Das Familienunternehmen Grassano S.p.a., das zur Riccoboni Holding gehört, sammelt und behandelt die Ölfilter amStandort Predosa, unweit der Provinzhauptstadt Alessandria.Ein Spezialgebiet des Familienunternehmens istdie Entsorgung vonAltöl und ölhaltiger Abfälle. Gebrauchte Ölfilter bestehenzueinemGroßteil aus Eisen. Daneben sind geringere Anteile an Aluminium enthalten. Aber auchder eigentliche Papierfilter, Gummimanschetten und weitere Kunststoffteile summieren sich zueinem Anteil von über 10 Gewichtsprozenten auf. Das noch enthaltene Öl macht etwa 20 Prozent des Materialgemisches aus. Zur sortenreinen Trennung der Wertstoffe bedarf eseiniges an Erfahrung und Prozess-Knowhow sowie geeigneter Anlagentechnologie. Europaweit Pilotcharakter Die vorhandene Anlage entsprach zuletzt allerdings nicht mehr dem modernsten Stand der Technik. Und auch die gestiegenen Inputmengen konnten in demUnternehmenaus Predosanicht mehr wie gewünscht bewältigt werden. 18 UmweltMagazin März 2012

Impressum Der schwäbische Recyclingspezialist MeWahat in derVergangenheit einVerfahren entwickelt, bei dem die einzelnen Fraktionen vom Ölbefreit werden undgleichzeitig das Schmiermittelvollständig aufgefangen wird. Mit einer kompletten Anlagenlinie hat die Riccoboni-Gruppe jetzteine Investition getätigt, die kontinuierlich 5Tonnen Ölfilter pro Stunde (t/h) verarbeiten kann und mit dieser Kapazität undder Qualität desOutputmaterialseuropaweit Vorbildcharakter hat. In einer ersten Ausbaustufewerden etwa 2,5 t/h Input verarbeitet. Zunächstsortieren Mitarbeiter Nach Zerkleinerung und Trennung kann der restliche Materialstrom über einen Magnetabscheider in eine Eisen (Fe)- und Nicht-Eisen (NFe)-Linie geteilt werden. Gaskartuschen, Textilien sowie massive Metallteile und andere Störstoffe wie beispielsweise Bremsscheiben aus dem Materialstrom aus. Die inder Aufbereitungshalle ebenso vorzerkleinerten Metallfässer können dagegen mit in den weiteren Prozess eingeschleust werden. In einem einstufigen Verfahren zerkleinert ein MeWa-Spezialshredder aus der UG-Seriedas Material auf eine Endkorngröße kleiner25mmMillimeter. Der geschredderteMaterialmix aus Eisen,Aluminium, Papier, Gummi und Öl wird einerZentrifuge zugeführt und gereinigt. DasÖlwirdabgeschiedenund in Tanks gelagert.Der restliche Materialstrom ist nahezu trockenund kann deshalb über einen Magnetabscheider ineine Eisen (Fe)- undNicht-Eisen (NFe)-Linie geteilt werden. Ein NFe-Separator trennt schließlichdas Aluminiumab. Am Ende haften weniger als zwei Prozent Öl an deneinzelnenFraktionen an. Öl wird in Tanks gesammelt MeWa hat für die Zerkleinerungsmaschine sowie für sämtliche Förderbänder, Zwischenbunker und Trennvorrichtungen spezielle Ablaufrinnen und Ölauffangwannen installiert. Soist sichergestellt, dassdas Öl in Tanksgesam- melt wirdund keine Kontamination des Hallenbodens erfolgt. Die Metalle verkauft Grassano in der gewonnenen Qualität direkt wieder an Gießereien weiter. Das Ölwird durch Raffination wieder aufbereitet und der verbliebene Rest wirdals heizwertreiche Fraktion in der Zementindustrie oder speziellen Kraftwerkenverbrannt. Aufdiesem Weg werden aus einem ehemaligen Sondermüll etliche Rohstoffe gewonnen, die wieder in den Wirtschaftskreislauf eingeschleustwerdenkönnen. Harald Pandl, MeWa Recycling Maschinen- und Anlagenbau GmbH, Gechingen, info@mewa-recycling.com Das Entscheider-Magazin für Technik und Management ISSN 0173-363 X 42. Jahrgang (2012) Herausgeber Verein Deutscher Ingenieure Redaktion Dipl.-Biol. Akram El-Bahay (Chefredakteur), Tel.: (02 11) 61 03-3 26 Daniela Brière (Redaktions-Assistenz), Tel.: (02 11) 61 03-2 15 E-Mail: UmweltMagazin@springer-vdi-verlag.de Freier Mitarbeiter der Redaktion Dipl.-Geogr. Helmuth Ziegler, Würzburg Organschaften VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (VDI-GEU)/Umwelttechnik Verband der Betriebsbeauftragten für Umweltschutz e.V. (VBU), Essen Verband für nachhaltiges Umweltmanagement e.V. 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