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3 | 2012

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IFAT Entsorga

IFAT Entsorga 2012 Vorbericht Interview „Wir spiegeln die aktuellen Marktentwicklungen wider“ Bei vielen Umwelttechnologie-Unternehmen gilt folgende Zeitrechnung: Es gibt IFAT-Entsorga-Jahre und Nicht-IFAT-Entsorga-Jahre. In diesem Jahr ist es wieder soweit: Vom 7.bis 11. Mai trifft sich die Branche erneut zur Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft auf dem Münchner Messegelände. Die diesjährige Ausgabe ist rekordverdächtig –das UmweltMagazin sprach mit Eugen Egetenmeir, dem Geschäftsführer der Messe München GmbH, über Trends, Themen und Tagungsprogramm. UmweltMagazin: Herr Egetenmeir, was die Ausstellerzahlen angeht, wird die IFAT Entsorga 2012 die größte Umwelttechnologieschau, die Deutschland bislang erlebt hat. Worauf führen Sie diesen Rekord zurück? Egetenmeir: Ein wichtiger Faktor für den Erfolg ist sicherlich, dass kaum eine andere Branche derzeit so kontinuierlich wächst, wie die der Umwelttechniken und der Umweltdienstleistungen. Dies galt selbst während der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Branche hat sich im letzten Jahrzehnt zueiner tragenden Säule der Exportwirtschaft entwickelt. Wasser, Abwasser und Abfall werden auch für die Energiegewinnung immer bedeutsamer. Das Thema Ressourceneffizienz findet sich nicht nur im Untertitel der IFAT Entsorga, sondern auch im Produktangebot wieder, das Abfall zunehmend als Rohstoff versteht. Hier hat ein Umdenken stattgefunden –inDeutschland, aber auch international. Darauf haben wir frühzeitig reagiert und das ist generell das Besondere ander IFAT Entsorga: Wir spiegeln die aktuellen Marktentwicklungen wider, nehmen Anregungen aus der Industrie auf und adaptieren oder erweitern unser Produktangebot, um der Branche eine vielfältige und themenseitig aktuelle Plattform zu bieten. UmweltMagazin: Welche Trends können Sie bei den Ausstellern ausmachen – sowohl was ihre Herkunftsländer angeht, als auch hinsichtlich der Gewichtung der Produktgruppen? Egetenmeir: Die Messe wird globaler. Insgesamt haben sich bislang Aussteller aus 52 Nationen angemeldet. Bei der vergangenen Veranstaltung waren es49Länder. Australien, Ägypten, Indonesien, Lettland und Saudi-Arabien werden erstmals in München vertreten sein. Was die Trends angeht, so wird die Energiegewinnung aus Abwasser eine stärkere Rolle spielen. Auch sind im Wasserbereich neue Produktgruppen hinzugekommen. Zudem ist der Biogasbereich deutlich gewachsen. Rund um die kräftig nachgefragten Produktgruppen Abfallentsorgung und Recycling sind die Messeflächen ausgebucht. Das Thema Rohstoffwirtschaft ist natürlich hochaktuell, insbesondere imZusammenhang mit der gegenwärtigen Diskus- Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer der Messe München GmbH Bild: Messe München sion um das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Generell kann man feststellen, dass über viele Produktgruppen hinweg der Umgang mit knappen Ressourcen ein Feld für Innovationen ist. Eine weitere positive Entwicklung ist die deutlich höhere Beteiligung im Freigelände. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Anbieter von Straßen- und Winterdienst zur kommenden Veranstaltung wieder nahezu vollständig in München vertreten sein werden. Auch die VDMA Praxistage und die VAK Trucks inAction, die ebenfalls im Freigelände angesiedelt sind, sind sehr stark nachgefragt. UmweltMagazin: Mit Geothermie und Bewässerungstechnik fügt die Messe München der IFAT Entsorga indiesem Jahr neue Themenbereiche hinzu. Nach 24 UmweltMagazin März 2012

welchen Kriterien und mit welchen Erwartungen haben Sie genau diese Felder als zukunftsträchtig identifiziert? Egetenmeir: ImVorfeld jeder Veranstaltung prüfen wir in Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat der IFAT Entsorga, ob Anpassungen oder Erweiterungen unseres Produktangebots nötig und sinnvoll sind. Mit dieser Vorgehensweise haben wir bereits inder Vergangenheit viele wichtige Entwicklungen frühzeitig erkannt und in unser Messeangebot aufgenommen. So verhielt essich auch mit dem Thema Bewässerungstechnik. Um die weltweiten Wasserressourcen zu schonen, kommt der Wiederverwendung von Abwasser und der Nutzung von Regenwasser vor allem in Ländern und Regionen mit Wasserknappheit eine wichtige Rolle zu. Dort kann man speziell in der Landwirtschaft aufbereitetes Abwasser einsetzen und so wertvolle Ressourcen sparen. Auch der Bereich Geothermie erfährt bei seiner Premiere eine starke Nachfrage. Nicht nur Deutschland, auch viele andere Länder mit entsprechenden geologischen Gegebenheiten sehen hier ein wichtiges Trendthema: Die Hitze unter unseren Füßen kann direkt als Heiz- und Prozesswärme eingesetzt oder in Strom umgewandelt werden. UmweltMagazin: Bei der diesjährigen Auflage der Umweltleitmesse werden erstmals alle Hallen des Münchner Messegeländes belegt sein. Angenommen der Aufwärtstrend bei der Ausstellerbeteiligung setzt sich fort –wo sehen Sie noch Entwicklungsmöglichkeiten für die IFAT Entsorga 2014? Egetenmeir: Wenn essokommt, was wir natürlich anstreben, werden wir die bestehende Hallenfläche etwas dichter aufplanen und verstärkt das Ausstellungsfreigelände für geeignete Produktsegmente nutzen. Unabhängig davon haben die Gesellschafter der Messe München Ende vergangenen Jahres dem Ausbau des Messegeländes ab dem Jahr 2016 zugestimmt. Denn neben der IFAT Entsorga belegen auch einige weitere Messen die gesamte Hallenfläche. Die Messe München wird das Messegelände umzwei neue Hallen – C5 und C6 –erweitern. Damit werden wir der steigenden Nachfrage nach Ausstellungsfläche nachkommen können. Faktenzur IFAT Entsorga2012 7 Die diesjährige IFAT Entsorga wird 180 000 Quadratmeter (m 2 ) Hallen- und 35 000 m 2 Freifläche belegen. Einen großen Teil davon – annähernd 100 000 m 2 –werden die Aufbereitung und Verteilung von Trink- und Brauchwasser, die Sammlung und Reinigung von Abwässern sowie die Behandlung und Entsorgung von Klärschlämmen einnehmen. 7 25 Gemeinschaftsstände aus 18 Ländern haben sich angemeldet. Darunter erstmals dabei: Norwegen, Russland, Spanien und die Türkei. 7 Die Themen Bewässerungstechnik, Geothermie, Sekundärrohstoffanbieter und -abnehmer sowie Antriebs- und Fluidtechnik/Aggregate und Zubehör/Verschleißteile sind neu inder Nomenklatur der Messe. In der letztgenannten Gruppe werden sich vor allem Zulieferer für die Maschinen-, Anlagen- und Gerätehersteller aus Abfallentsorgung und Recycling präsentieren. www.ifat.de UmweltMagazin: Auf welche Veranstaltung im Rahmenprogramm der Messe freuen Sie sich persönlich besonders? Egetenmeir: Wir präsentieren ein hochklassiges Rahmenprogramm, das durch seine außerordentliche thematische Bandbreite besticht: An allen fünf Messetagen bieten die Foren in den Hallen A5und C1 Länder- und Themenspecials, Podiumsdiskussionen und Ausstellerpräsentationen. Insofern ist esnatürlich nicht einfach, eine bestimmte Veranstaltung herauszuheben. Allerdings ist in diesem Jahr ein hochaktuelles Thema imRahmenprogramm, das erstmals eine Rolle spielen wird: Mega Cities. Bis zum Jahr 2015 soll sich die Zahl der derzeit 30 Mega Cities weltweit verdoppeln –mit dann insgesamt mehr als 600 Millionen Einwohnern. Am ersten Messetag wird das Special „Mega Cities –Mega Chances“ Herausforderungen und Lösungen aufzeigen. UmweltMagazin: Die Messe München trägt das Konzept der in Deutschland erfolgreichen Messen in aussichtsreiche neue Ländermärkte. Mit der IE expo ist das IFAT-Konzept in China bereits angekommen. Welche anderen Länder haben Sie für weitere IFAT-Ableger im Blick? Egetenmeir: Umwelttechnologien wachsen weltweit. Viele Länder heben ihre Investitionen in diesem Sektor deutlich an. Natürlich beschäftigt sich die Messe München aufgrund solcher Entwicklungen mit dem Potenzial verschiedener internationaler Märkte und mit den Möglichkeiten für neue Messen. Bitte haben Sie jedoch Verständnis, wenn ich jetzt inmitten eines Länderscreenings noch keine Ergebnisse vorwegnehmen kann. UmweltMagazin: Herr Egetenmeir, vielen Dank für das Gespräch. Bilder: Helmuth Ziegler (1-3), AlexSchelbert.de (4/5), Lukas Barth (6/7) UmweltMagazin März 2012 25

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