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3 | 2012

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Technik&Management Das

Technik&Management Das Verwenden von Wasser für Kühlzwecke ist eine Technik, bei der das Freiwerden der Verdunstungskälte gezielt genutzt wird. Regenwasser bietet im Vergleich zur Kühlung mit Trinkwasser mehrfach Vorteile. Die Gebühr für das Trinkwasser und für die Ableitung von Niederschlagswasser entfällt. Regenwasser muss nicht enthärtet oder entsalzt werden und spart so weitere Betriebskosten für Aufbereitung und Ableitung von Abwasser. Das Vermeiden der damit verbundenen Stoffströme und der erforderlichen Energie ist Umwelt- und Klimaschutz. Das Beispiel der Humboldt-Universität zu Berlin zeigt, wie einfach und effektiv Regenwasser zur Kühlung eingesetzt werden kann. Humboldt-Universität zu Berlin: Innenhof mit Fassadenbegrünung und Dachfläche mit Messstationen zur wissenschaftlichen Begleitforschung der passiven Gebäudekühlung Bild: König Kühlung durch Regenwasser Klaus W. König GebäudeinStädtensind vondem urbanen Hitzeinseleffekt betroffen; innere Wärmelasten werden in den Sommermonaten nicht ausreichend abgeführt. Die Lösung ist inder Regel eine Klimaanlage, bei derdie Kälte meist technisch über Strom erzeugt wird. In derGesamtbilanz entsteht hierbeiallerdings nicht KälteimeigentlichenSinne, sondern es findet eine Verschiebung vonEnergie statt. Wärme wirdüber eine Wärmepumpe einerSeite entzogenund auf einanderesMedium übertragen. Da hierbeiStrom verbraucht wird, wirdbei Einbeziehen der gesamten Energieumwandlung mehr Wärme erzeugt als Kälte. Gebäude über Strom zukühlen verschärft also das Problem der urbanen Hitzeinsel. Eine Alternative stellt die Verdunstung von Wasser dar. Denn wo Luftfeuchtigkeit entsteht, kühlt die Umgebung ab. Verdunstung In der Physik wird die zur Verdunstung eines Kubikmeters Wasser erforderliche Energie mit 680 Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m 3 )angegeben. Dieser Wert bezieht sich auf die Verdunstung bei 30 °C. Bei 100 °C sind es noch 630 kWh/m 3 .In Stadtzentren wird die Solarstrahlung statt in Verdunstung von Wasser in fühlbare Wärme und langwellige Strahlung umgesetzt. Fassadenbegrünung kombiniert mit adiabater Abluftkühlung Der Ansatz, Regenwasser zur Kühlung einzusetzen,wurde unter anderem beim Neubau des Institutes für Physik der Humboldt-Universität zu Berlin aufgegriffen. Hier wird Regenwasser sowohl zur Bewässerung der Fassadenbepflanzung als auch zur adiabaten Abluftkühlung eingesetzt. Das im Wärmetauscher verdunstende Wasser aus der Zisterne kühlt den Abluftstrom schlagartig ab und kühlt so die in geschlossenen Rohren dagegen strömende Frischluft, ohne mit dieser in Kontakt zu treten. Die Gebäudebegrünung istdie passiveErgänzung dazu. Sie schütztvor hohen Temperaturen durch Verschattung. Ein Projektmonitoring durch die Technische Universität Berlin und die Hochschule Neubrandenburg in Kooperation mit der Humboldt- Universität zu Berlin begleitet das Vorhaben im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin seit einigen Jahren. Die Ergebnisse wurden unteranderem inder Berliner Bro- 32 UmweltMagazin März 2012

Wasser/Abwasser www.ifat.de Erleben Sie die Zukunft der Umwelttechnologie INNOVATION. VISION. INTERAKTION WELTLEITMESSE FÜR WASSER-, ABWASSER-, ABFALL-UND ROHSTOFFWIRTSCHAFT Bild: Mall 7.–11. MAI 2012 IN MÜNCHEN 5-Behälter-Regenspeicher mit 55 m³ Fassungsvermögen schüre [1] veröffentlicht. Bis zu einer Außentemperatur von 30°Ckann so auf konventionell erzeugte Kälte verzichtetwerdenkann –ein wertvoller, weil auf alle Neubauten übertragbarer, Beitrag zumKlimaschutz. Mikroklima und Energiebilanz UndurchlässigeFlächenwie Dächer undStraßen verändern das Mikroklimadurch die Änderung derStrahlungsund Energiebilanz. Folgen sind die Erhöhung der Temperaturen im engerenGebäudeumfeld und einunbehagliches Raumklimabeziehungsweise dieErhöhung des Energiebedarfs bei derGebäudeklimatisierung. Abhilfeschafft Gebäudebegrünung durch die Erzeugung von Verdunstungskälte. „Wird diese Begrünung durch gesammelte Niederschläge bewässert,ergeben sichSynergieeffekte bei Energieeinsparung, Verbesserung des Mikroklimas und beim Schutz der Wasserressourcen“, erklärt Martin Lienhard, Leiterder TechnischenAbteilung bei Mall in Donaueschingen. Sein Unternehmenhat die 55 Kubikmeter (m³) fassenden unterirdischen Regenspeicher samt Filterschachtfür den Neubaudes BerlinerPhysik-Instituts Jahr 2003geliefert. Mit dem Dachwasser als Rohstoff für die adiabate Abluftkühlung sindweitere Synergienzuerzielen. Da Regen einen geringen Salz-/Kalkgehalt aufweist, kann eine Entsalzung, die Chemikalien verbraucht und Abwasser produziert, entfallen. Bei der Verwendung von Regenwasser anstelle vonTrinkwasser in denKlimaanlagen wirdsozugleich Frisch- und Abwasser gespart. Außerdem gelangt Ihr Termin für wertvolle Kontakte, neue Impulse und vielfältige Markteinblicke Topaktuelle Trends und Technologien der Branche Umfangreiches Themenspektrum: alle Anwendungen, Produkte und Dienstleistungen Treffpunkt renommierter Marktführer und interessanter Newcomer Internationale Plattform zur Kontaktpflege und Geschäftsanbahnung Hochkarätiges Rahmenprogramm inklusive GeoBioEnergie Kongress Online-Registrierung für Besucher: www.ifat.de/tickets Messe München GmbH 81823 München Tel. +49 89 949-11358 Fax +49 89 949-11359 info@ifat.de ENTSORGA AWORLD OF ENVIRONMENTAL SOLUTIONS UmweltMagazin März 2012 33

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