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3 | 2012

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Technik &Management

Technik &Management Energie/Erneuerbare Energien Bild: Rainer Sturm/Pixelio Nur wenige Meter von der südschwedischen Ostseeküste entfernt baut der Böblinger Anlagenbauer Eisenmann eine Biogasanlage für den kommunalen Abfallentsorger Västblekinge Miljö ABinMörrum. Aus den Bioabfällen der umliegenden Gemeinden wird ab Ende 2012 Biogas hergestellt. Weiter aufbereitet entsteht dann Bioerdgas, ein umweltfreundlicher und zugleich günstiger Alternativ-Treibstoff für Pkw und Lkw. Kristina Poschmann Bioabfälle für umweltschonende Mobilität Bioerdgas als Treibstoff für den Straßenverkehr istinSchwedensehrbegehrt. Zum einen ist er als steuerbefreiter Treibstoff imVerhältnis zu Benzin und Diesel bedeutend günstiger, und zumanderensichert er durch die lokale ökologische Erzeugung Arbeitsplätze und verringertden Abfluss vonGeldern aus der Region. Die Västblekinge Miljö AB entschied sich für eine Eisenmann- Biogasanlage bestehend aus standardisierten Bauteilen, was die Zeit von der Konstruktion über die Montage bis hin zur Inbetriebnahme stark verkürzt. Dabei wird eine bereits bestehende Kompostieranlage in ein neues Gesamtkonzept integriert, um aus den biologischen Reststoffen zunächst Biogas und im weiterenProzessschrittBioerdgasfür Tankstellen herzustellen. Die Anlage in Mörrumwirdkünftig rund 20 000 Tonnen regionale Bioabfälle pro Jahr verarbeiten. Dasentsprichtder Menge,die etwa 200 000 Haushalte pro Jahr produzieren. Daraus erzeugt die Anlage rund 1500 TonnenTreibstoff, sovielwie ein voll besetzter Pkw für etwa 730 Erdumrundungenbenötigt. Flüssige wie feste Substanzen sind kein Problem Durch ein spezielles Rührwerk ist die Anlage für Bioabfall mit hohem Trockensubstanzgehalt geeignet. Eisenmann wirdindiesem Fall zwei horizontale Hauptfermentermit einerKapazität von jeweils 800 Kubikmeter (m³) in das Gesamtsystem integrieren. Dabei han- Bild: Eisenmann Durch ein spezielles Rührwerk ist die Biogasanlage für Bioabfall mit hohem Trockensubstanzgehalt geeignet. Eisenmann wird bei der Västblekinge Miljö ABzwei horizontale Hauptfermenter mit einer Kapazität von jeweils 800 m³ in das Gesamtsystem integrieren. Dabei handelt essich um wärmeisolierte, liegende Fermenter aus Stahlbeton-Fertigteilen mit horizontal laufendem Rührwerk. 42 UmweltMagazin März 2012

delt es sichumwärmeisolierte, liegende Fermenter aus Stahlbeton-Fertigteilen mit horizontal laufendem Rührwerk. Die Feststoffe werden über einen Feststoffeintrag in die Fermenter eingebracht. In den Hauptfermentern vergären die Substrate während einer Verweilzeit von 25 bis 30Tagen bei einer Temperatur von 55°C. Dabei wird das Material nahezu vollständig vergohren und potenzielle Krankheitserreger wer- denabgetötet. Durch ständiges Rühren wird das Absetzen oder Aufschwimmen der Substrate verhindert. bedienerfreundliches Steuerungssystemmit Anlagenfernabfrage und -steuerung über das Internet können die Betreiber alle wichtigen Betriebsdaten auchvon zu Hause aus einsehen. Weltweite Nachfrage steigt Eisenmann ist seit 2003 auf dem Markt für Biogasanlagen aktiv. In den vergangenen Jahren hat die Nachfrage auch international stark zugenommen. Mehr als 80 Anlagen in den unterschiedlichsten Auslegungen sind derzeitweltweitimEinsatz. Kristina Poschmann, Eisenmann AG, Böblingen, Kristina.Poschmann@eisenmann.com Vollständige Abfallverwertung Die in der Biogasanlage entstehenden abgepressten Feststoffe landen in derKompostierung. Der entscheidende Vorteil dabei ist, dass Gärreste in der Kompostierung wesentlich weniger Emissionen verursachen als unbehandelterBioabfall. Die flüssigenGärrestewerdenim Anschluss an die Biogasgewinnung in einem Gärrestlager, das 4000 m³ Volumenumfasst, biszu180 Tage zwischengespeichert und können als Flüssigdünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Sie bilden eine ökologisch sinnvolle Alternative zum Kunstdünger. In Schweden wird die Erzeugung von Strom aus Biogas nicht gefördert. Stattdessen istaus Biogas erzeugter Treibstoff steuerbefreit. Daher wird das aus der Vergärung entstehende Biogas zu Bioerdgas veredelt, auf Hochdruck verdichtet, in Gasflaschenabgefüllt und an regionale Tankstellenverkauft. Bewährte Anlagentechnik garantiert Prozesssicherheit Sämtliche Einzelkomponenten der Eisenmann- Biogasanlagen kommen aus der industriellen Anlagentechnik und zeichnen sich durch Flexibilität und Prozesssicherheitaus.Durch ein IFAT in München 7.–11.5.2012 Halle B1, Stand 260 ABFALLEIMER DER SONDERKLASSE. CURRENTA–Maßstab für effiziente Kreislaufwirtschaft. Direkt am Rhein zwischen Leverkusen und Krefeld-Uerdingen befinden sich drei der fortschrittlichsten Entsorgungsstandorte Europas, die Kommunen und Industriebetriebe aus ganz Deutschland nutzen. Hier verwerten und entsorgen wir Sonderabfälle jeglicher Artsicher und umweltgerechtineigenen Anlagen. FürkomplexeVerbundwerkstoffe wie Platinen oder moderne Batterien haben wir eine thermische Vorbehandlung zur effizienteren Rückgewinnung der Metalle entwickelt. Undnatürlich bieten wir unseren Kunden auch Einzel- oder Gesamtlösungen für ihreEntsorgungsprobleme an. Wenn Sie jetzt alsodie Sonderklasseder Entsorgung kennen lernen wollen, sprechen Sie Michael Mross an. Tel+49 2133 5121156 oder michael.mross@currenta.de Currenta GmbH &Co. OHG CHEMPARK 51368 Leverkusen www.currenta.com Ein Unternehmen von Bayer und LANXESS UmweltMagazin März 2012 43

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