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3 | 2013

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SPECIAL Trink-, Prozess-

SPECIAL Trink-, Prozess- und Abwasser Bei Bonn wurde inFeldversuchen die Düngefähigkeit des Urins untersucht. Hier zu sehen ist mit Urin gedüngter Weizen amTag der Ernte. zogen auf den CSB erreichte der Grauwasser-MBR eine Reinigungsleistung von 96Prozent, der Braunwasser-MBR von 97Prozent, wobei der Flux beider Anlagenmit 6,6lproQuadratmeterund Stunde(xm -2 xh -1 )jedochdeutlichunter dem möglichen durchschnittlichen Flux von 15lxm -2 xh -1 verblieb. Der limitierende Grund beimGrauwasserwar die beschränkt anfallende Abwassermenge. DieWasserqualität desgereinigtenBraun- als auchGrauwassers erlaubt einen Einsatz desselben als Servicewasserund istsomit fürdie Wiedernutzung geeignet. DieGewinnung vonMAP (Magnesiumammoniumphosphat, Struvit) aus Urin in demMAP-Fällungsreaktor istin seiner hier verbauten Größe immer noch ein für Europa einzigartiger Maßstab. Die Rückgewinnungsrate von Phosphor aus Urin lag bei analytischem Magnesiumoxid bei 97 Prozent und bei technischem bei 65 Prozent. Dies entspricht einer Produktion von 0,7 bis 1,3 gMAP xl -1 Urin. Die MAP-Fällung bedarf jedoch weiterer Optimierung und Automatisierung, bevor sie wirtschaftlich wird. Aktuell, mit einer manuellen Arbeitszeit von 4,35 h pro Charge (600 bis 1000 lUrin) kann dies nochnicht erreicht werden. Gewonnene Produkte In Feldversuchen konnte erfolgreich nachgewiesen werden, dass die gewonnenen Produkte Urin und MAP eine gute Düngewirkung haben undzukonventionellen mineralischen Düngern konkurrenzfähig sind. Die Untersuchungen zur Gefährdungsabschätzung zeigten, dass Pflanzen bestimmte Pharmazeutika aus dem Boden in ihre Pflanzenteile aufnehmen können. Dieser Nachweis konnte imGewächshaus bei der Kultivierung von Weizen für Carbamazepine, einem von vier in hohen Konzentrationen zusätzlich im Urin applizierten pharmazeutischen Wirkstoffen, erbracht werden. Die Literatur Bild: Ute Arnold/Universität Bonn [1]DWA: Brauchen wir in Deutschland neuartige Sanitärsysteme? Hennef: Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA), 2010. URL: www.susana.org/lang-en/libra ry?view=ccbktypeitem&type=2&id=751 (01.02.2013). [2] Paris S.: Abwasserseparation ander Quelle. UmweltMagazin. Ausgabe November. Düsseldorf: Springer-VDI-Verlag, 2011. nachgewiesenen Konzentrationen waren jedoch sehr gering (Nanogramm x kg -1 Trockensubstanz) und lagen mehrere Log-Stufen unter den Tagesdosen bei einer Medikation. Ohne diese zusätzliche Pharmazeutikazugabe waren weder imGewächshaus- noch imFreilandversuch in Weizen, der mit dem Urin gedüngt worden war, pharmazeutische Rückstände nachweisbar. Hygienisch war das gewonnene Struvit unbedenklich. Untersuchungen zeigten, dass es keine Anlagerungen von pharmazeutischenRückständenimungewaschenen und gewaschenen Zustand gab. Die Verbringung von Pharmazeutika in die Umwelt kann beim Einsatz vonMAP in der Landwirtschaft somit weitestgehend ausgeschlossen werden. Akzeptanz im Bürogebäude, bei Landwirten und Verbrauchern Die Befragungen im Bürogebäude ergaben,dass die (männlichen)Nutzergegenüber denwasserlosen Urinalen positiv eingestellt waren. Es zeigte sichaber auch, dass in Bezug auf die NoMix-Toiletten hygienische Bedenken vorhanden waren und die Nutzung der Toiletten in den Aspekten Geruch, Sauberkeit und Spülkraft als problematisch gesehen wird. Interessanterweise fand die Idee einer getrennten Sammlung von Feststoffenund Urin und derenWiederverwertung dennochgroße positive Resonanz. Die Nutzer zeigten sich auch überwiegend bereit, Nahrungsmittelzu konsumieren, die mit diesen Düngemitteln produziert werden. Auch im Hinblickauf die Nutzung der Produkte in der Landwirtschaftund den Konsum derproduzierten Lebensmittel durch Verbraucher sind die Ergebnisse derUmfrage positiv zu bewerten.Insgesamtüberwogeine gute Resonanz in Bezug auf die Nährstoffverwertung in der landwirtschaftlichenProduktion. Allerdings wareine gute Akzeptanz nicht uneingeschränkt gegeben, sondern anbestimmte Prämissen wie beispielsweise gesundheitliche Unbedenklichkeit, genaue Nährstoffdeklaration und Überwachung vonSchadstoffen geknüpft. 22 UmweltMagazin März 2013

Wirtschaftlichkeit und weltweites Potenzial Die Wirtschaftlichkeit des Systems ist am untersuchten Standort nicht gegeben. Die Berechnungen zeigten jedoch, dass Potenzial für eine bessere Wirtschaftlichkeitzum Beispiel bei einer erhöhten Lebenszeit der Ersatzteile um 30 Prozent und einer gleichzeitigenReduzierung derInvestitionskosten für Toiletten und Urinale um 25 Prozent vorhanden ist. Die Betrachtung der landwirtschaftlichen Nutzung von Struvit zeigte, dass es hier deutlicher Optimierungen bereits in derProduktionbedarf, damit dieser Dünger wirtschaftlich attraktiv wird. Aktuell kann die Urindüngung jedoch bereits konkurrenzfähig zu herkömmlichen mineralischen Düngern sein, wenn die Rahmenbedingungen des Standorts, wie etwasGrundstückspreis und Entfernung zu den landwirtschaftlichen Flächen, günstig sind. Die Analyse der internationalen Übertragbarkeit ergab, dass die beiden Membranbioreaktoren bereits jetzt ein gutes Potenzial für denExportaufweisenund es weltweit Regionen wie etwa die MENA (Middle East & North Africa)-Region gibt, wo sie aufgrund der örtlichen Gegebenheiten eine erwägenswerte Alternative darstellen. Auch im Bereich der MAP-Fällung gibt esinteressante erste Ergebnisse, diese hängen jedoch noch sehr stark von der Wirtschaftlichkeit als auch dem Weltmarktpreis des Phosphors ab, sodass zum jetzigen Zeitpunkt das Exportpotenzial als deutlich geringer als das der MBR einzustufen ist. Fazit SANIRESCH konnte zeigen, dass nachhaltige Sanitärsysteme in Bürogebäuden technischmachbar sind und der entstehende Aspekt des Umweltund Ressourcenschutzes vonder Belegschaft positiverlebtwird. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg ist die Akzeptanz der Nutzer bezüglich der in- unsere besten ideen sind für den müll. CURRENTA–der Maßstab für modernes Abfallmanagement. Direkt am Rhein zwischen Leverkusen und Krefeld-Uerdingen befinden sich drei der fortschrittlichsten Entsorgungsstandorte Europas, dieKommunen und Industriebetriebe ausganz Deutschland nutzen. Hier verwerten und entsorgen wir Sonderabfälle jeglicher Art sicher und umweltgerecht ineigenen Anlagen. Für komplexe Verbundwerkstoffe wie Platinen oder moderne Batterien haben wir eine thermische Vorbehandlung zur effizienteren Rückgewinnung der Metalle entwickelt. Undnatürlich bieten wir unseren Kunden auch Einzeloder Gesamtlösungen für ihreEntsorgungsprobleme an. Wenn Sie jetzt mehr als eine Idee davon bekommen wollen, sprechen Sie Michael Mross an. Tel+49 2133 5121156 oder michael.mross@currenta.de Currenta GmbH &Co. OHG CHEMPARK 51368 Leverkusen www.currenta.com stallierten sanitären Anlagen.Überzeugen diese nicht, wird das System langfristig nur schwer bestehen können. Dr.-Ing. Martina Winker, Institut für sozialökologische Forschung (ISOE) GmbH, Frankfurt amMain, winker@isoe.de Ein Unternehmen von Bayer und LANXESS UmweltMagazin März 2013

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