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3 | 2013

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SPECIAL Trink-, Prozess-

SPECIAL Trink-, Prozess- und Abwasser Mit dem Ballastwasser der Schiffe reisen Mikroorganismen über die Weltmeere. Unbehandelt gefährden sie die aquatischen Ökosysteme. Umweltfreundlicheund effiziente Ballastwasserbehandlung Die internationalen Bemühungen um den Schutz der aquatischen Ökosysteme machen eine Behandlung des Ballastwassers von Schiffen unerlässlich. Ein neues System kombiniert dazu Filtration und UV-C-Desinfektion. Sven Jadzinski Schätzungsweise sind heute zujeder Zeit mehr als zehn Milliarden Tonnen Ballastwasser mit Schiffen auf den Weltmeeren unterwegs–einschließlich dendarin mitgenommenenMikroorganismen und Lebewesen. Sie lassen auf diese Weise die normalerweise unüberwindbare Barriere der Ozeane hinter sich. DieInternationale Maritime Organisation (IMO) hat in einem Übereinkommen klare Regeln aufgestellt, wie Ballastwasser behandelt werden muss, um diese Gefahr für die aquatischen Ökosysteme weltweitzuverhindern. Die bislang noch nicht ratifizierte Konvention legt fest, dass nur BallastwasserinHäfen abgegeben werden darf, das durch eine entsprechende Behandlung einen vorgeschriebenen Standard (D-2-Standard des Ballastwasser-Übereinkommens) erreicht. Mehr als 30 000 Schiffe,die auf denMeeren ihren Dienst tun, werden ein Ballastwasser-Behandlungssystem nachrüsten müssen, sobald die IMOKonvention in Krafttritt. Lösung gemäß Ballastwasser- Übereinkommen Vor diesem Hintergrund hat die GEAWestfalia Separator Group mit dem BallastMaster ultraV ein System zur Behandlung des Ballastwassers an Bord von Schiffen entwickelt, das im Jahr 2012 durch das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie die Typengenehmigung zur Behandlung von Ballastwasser (G8) nach IMO Entschließung MEPC. 174(58) erhielt. Es nutzt Filtration und UV-C-Behandlung, um einenhohen Grad an Sicherheitbei der Inaktivierung vonPhytoplankton, Zooplankton, Bakterien,Viren,Fischlarven und Sedimenten im Ballastwasserzuerzielen.BallastMasterultraV arbeitetmit niedrigen Energie- und Betriebskosten, benötigt keine Chemikalien und ist sowohl zurInstallation in neuenSchiffen als auchzur Nachrüstung geeignet. Filtration und UV-C-Desinfektion Der BallastMaster ultraV wird direkt im Anschluss an die Ballastwasser-Pumpen des Schiffs installiert. Zum System gehört eine mechanische Filtration mit einem selbstreinigenden Ansaugprozess als Vorbehandlungsschritt. Mittels 20 µm Sinter- Filter- und Absaugreinigungstechnologie ist die Filtrationstechnik in der Lage, Organismen, Partikel undSediment zu entfernen. Die Nachbehandlung des Wassers geschieht mittels Niederdruck-UV- 24 UmweltMagazin März 2013

Bilder (3): GEA Westfalia Der BallastMaster ultraV ist modular aufgebaut und eignet sich sowohl zur Verwendung im Schiffsneubau als auch zur Nachrüstung. Niederdruck-UV-Lampen emittieren monochromatisches Licht, eliminieren Mikroorganismen und verhindern die Bildung von chemischen Nebenprodukten. C-Strahlung. UV-C-Strahlen zur Desinfektion sowie Ultraschall zur Reinigung der Quarzrohre haben sich bereits in der mobilen Abwasserbehandlungbewährt. ZurWasserdesinfektion werden üblicherweise zwei verschiedene UV-Techniken genutzt, die sich in ihrem Emissionsspektrum unterscheiden. Mitteldruck-UV-Lampen (MPUV) emittierenLichtstrahlenüber eine große Bandbreite von UV- und sichtbarem Licht.Bei derMPUV-Technologie können chemische Nebenprodukte entstehen. Niederdruck-UV- Lampen (LPUV), wie sie im Ballast- Master ultraV zur Anwendung kommen, emittieren monochromatisches Licht mit der spezifischen Wellenlänge von 254 nm, um den Effekt der Inaktivierung zu nutzen und die Bildung von möglichen Nebenproduktenzuverhindern. Der UV-C-Prozess desinfiziert sowohl das Filtrationskonzentrat als auch das filtrierte Wasser vollständig. UV-C istauchwirksam gegenüberspezifischen,chemieresistenten pathogenen Keimen, weil Mikroorganismen keine Resistenz gegenüber UV-Licht aufbauen können. Die physikalischen Eigenschaften des Ballastwassers, wie etwa pH-Wert oderSalzgehalt, bleiben vonUV-Cunbeeinflusst. Selbstreinigung mit Ultraschall Zur Selbstreinigung der UV-C-QuarzrohrewirdUltraschall-Technologie eingesetzt. Dank dieser wirksamen Behandlung kommt der BallastMaster ultraV komplett ohne chemische Additiveaus.Der völligeVerzichtauf Chemikalien schützt nicht nur die Crew und die Umwelt, sondern vermeidet auch Korrosionseffekte im Rohrleitungs-und Tanksystem derSchiffe. Diegesamte Installation arbeitetvollautomatisch und wird imAutomatikmodus fernüberwacht. Alle Anlagenteile sind auf einfache Bedienung und niedrige Wartungskosten ausgelegt. Neben dem bereits typgenehmigten BallastMaster ultraV bereitet die GEA Westfalia Separator Group derzeit Tests für den BallastMaster ecoP (Elektrolyse) vor, die in der zweiten Jahreshälfte 2013 erfolgen sollen. UV-Technologie ist wirtschaftlich prädestiniert für Durchsatzleistungen bis zu 1500 Kubikmeter proStunde.Für höhereBallastwasserkapazitäten ist der Ballast- Master ecoP unter Verwendung der Elektrolysegeeigneter. Teil einer ganzen Produktfamilie In enger Zusammenarbeit mit Eignern und Werftenhat die GEAWestfalia Separator Group geprüft, welche Sys- teme und Technologien die Schifffahrt in Zukunft benötigt, um sowohl die Schiffe ökonomisch betreiben zu könnenals auchdirekten Schutz der Meere undder Seen zu gewährleisten. Von den ausführenden Werften kamen Forderungen nach niedrigen Investitionskosten, einem geringen Platzbedarf der Aggregate sowie einer einfachen Installation und kurzfristiger Lieferung. DieSchiffseigner sindneben den niedrigen Investitionskosten aneinem problemfreien Betrieb mit geringen Betriebskosten interessiert. Der Punkt einer wartungsarmen Technologie tritt immer stärker inden Vordergrund, dahäufig die Schiffsbesatzungennicht optimal ausgebildetsind. Von hoherBedeutungfür die Betriebskosten ist vor allem auch die Frage nach dem Energiebedarf. Der BallastMaster ultraV ist nur ein Teil derProduktfamilie „seaprotectsolutions“. Weitere Systeme bereiten mit zentrifugaler Trenntechnik anfallende Schlämme oderBilgewässer auf odergewinnenmittels WärmetauscherEnergie zurück. Hinzu kommen moderne Separatoren zur Schmieröl- und Treibstoffaufbereitung. Sven Jadzinski, GEA Westfalia Separator Group, Oelde, sven.jadzinski@gea.com UmweltMagazin März 2013 25

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