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3 | 2013

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TECHNIK UNDMANAGEMENT

TECHNIK UNDMANAGEMENT Management Literatur Umweltbereiche Investitionskosten in Sachanlagen für den tive wie Kosteneinsparungen und Image/Reputation durch den Umweltschutz höher als rechtliche Rahmenbedingungen(siehe Grafik). Rund 73 Prozent der befragten Umweltexperten sehen Kosteneinsparungen als das wichtigste Motiv für Umweltschutzmaßnahmen in Unternehmen. Diese erhoffen sich durch den Umweltschutz Kostenreduktionen im Ressourcen- und Energiebereich. An zweiterStelle wurden mit knapp 62 Prozent Image und Reputation genannt, was vor allem für positive Impulse auf den Absatzmärkten sorgen soll. Erst an dritter Stelle wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen mit 59 Prozent als weitererBeweggrund eingestuft. Mit dem gleichen Prozentsatz rangierte auch der Umweltschutz selbst als Wettbewerbsfaktor in der Liste der möglichen Motive. Fürmehrals die Hälfte ist die gesellschaftliche Verantwortung der Laufende Aufwendungen für den Umweltschutz Umweltschutz Mrd. % Mrd. % Gewässerschutz 2,47 41 7,27 41 Klimaschutz 1,88 31 0,69 4 Abfallwirtschaft 0,79 13 6,18 35 Luftreinhaltung 0,70 12 3,07 17 Sonstiges 0,17 3 0,6 3 Gesamt 6,00 100 17,8 100 Tabelle: Investitionen des produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) für den Umweltschutz nach Umweltbereichen, 2010 Ursprungsdaten: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2012 Unternehmenausschlaggebendfür den betrieblichen Umweltschutz. Auch die freiwillig aufgebauten Umweltmanagementsysteme nach EMAS oder ISO 14001[3] stellenvielfältige Anforderungen an Unternehmen. Durch ihren Aufbau wirdvor allem eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistungen und eine wirksamere Gestaltung des betrieblichen Umweltschutzes beabsichtigt. Für 38 Prozent derBefragten gilt der Klimaschutz als ein wichtiges Motiv. Für fast ein Drittel sind die verbesserten technologischen Möglichkeiten entscheidend. Im Unterschied zu den bisher genannten Motiven wurde denöffentlichenAufträgen oder Druck, verbesserten Umweltberatungen, den Impulsenaus dem Kapitalmarkt wie der Aufnahme in Nachhaltigkeitsfonds oder den Forderungen von Kapitalgebern eine eher bescheidene Bedeutung zugesprochen. Die relativ geringe [1] Meffert, Heribert/Kirchgeorg, Manfred, Marktorientiertes Umweltmanagement, Stuttgart [2] Selke, Jan-Welf/Mahammadzadeh, Mahammad (2007): Motive für Umweltschutz imBetrieb. In: UmweltMagazin, 37. Jg. 2007, Nr. 9,S.68. [3] Mahammadzadeh, Mahammad (2010): Die Chancen von EMAS III. In: UmweltMagazin, 40 Jg. 2010, Heft 6, S. 48-49. [4] Statisches Bundesamt (2012): Umwelt. Investitionen für den Umweltschutz im Produzierenden Gewerbe 2010, Fachserie 19Reihe 3.1, Wiesbaden 2012. [5] Statisches Bundesamt (2012): Umwelt. Erhebung der laufenden Aufwendungen für den Umweltschutz 2010, Fachserie 19Reihe 3.2, Wiesbaden 2012. [6] Statisches Bundesamt (2012): Umwelt. Umsatz mit Waren, Bau und Dienstleistungen für den Umweltschutz 2010, Fachserie 19Reihe 3.3, Wiesbaden 2012. [7] Kleine, Sara (2012): Die umweltökonomischen Statistiken bis 2010. In: Statisches Bundesamt, Wirtschaft und Statistik, Oktober 2012, S.903-913. [8] Mahammadzadeh, Mahammad (2012): Grüne Technologien in Deutschland. In: Umwelt-Magazin, 42 Jg. 2012, Heft 1/2, S. 61-63. Bedeutung der Kapitalmärkte bei der Nachhaltigkeitwurde ebenfalls im Rahmen einer früheren IW-Befragung bestätigt [2]. Ein Grund hierfürkönntedarinliegen, dassnur eine geringe Anzahl der Befragten zuKapitalgesellschaften gehört. Investition inden Umweltschutz Der betriebliche Umweltschutz setzt Investitionen voraus. Hierbei geht es nicht nur um solche in Sachanlagen, sondernauchumlaufende Aufwendungen. Deutsche Unternehmen investieren zunehmend große Summen in ihren betrieblichen Umweltschutz. Im Jahre 2010 wurden nach Angaben des statistischenBundesamtes (Destatis) [4] allein im produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) rund 24 Milliarden Euro imBereich Umweltschutz investiert. Davonentfallen6MilliardenEuro auf Investitionen inSachanlagen und davon 41 Prozent auf den Gewässerschutz,31Prozentauf den Klimaschutz, 13 Prozent auf die Abfallwirtschaft, 12 Prozent auf den Bereich Luftreinhaltung und 3Prozent auf Sonstiges wie Naturschutz, Bodensanierung und Lärmbekämpfung. Allein Klimaschutzinvestitionen, etwa fürMaßnahmenzur Vermeidung und Verminderung von Emissionen, zur Erhöhung der Energieeffizienz oder zurNutzung Erneuerbarer Energien, belaufen sich auf 1,9 Milliarden Euro. Das zeigt eine Erhöhung von 1,5 Milliarden Euro imVergleich zum Jahr 2006 mit 0,4 Milliarden Euro. Von 6 Milliarden Euro Investitionssumme entfallen 1,7MilliardenEuroauf die Unternehmen der Abwasserentsorgung und 1,5MilliardenEuroauf die Energieversorgung sowie rund 700 Millionen Euro auf den Wirtschaftssektor Abfallentsorgung. Angaben des Destatis zufolge [5] werdenweitere rund 18 MilliardenEurofür laufende Umweltschutzaufwendungen investiert,beispielsweise fürden Betrieb und die Wartung der Umweltschutzanlagen, zum Beispiel im Bereich Entsorgungs- und Kläranlagen, sowie für andere Umweltschutzmaßnahmen wie etwa für die kommunalen Abfall- und Abwassergebühren, aber auch für die 38 UmweltMagazin März 2013

Wirtschaftsbereiche Investitionskosten in Sachanlagen für den Umweltschutz Laufende Aufwendungen für den Umweltschutz Mrd. % Mrd. % Abwasserentsorgung 1,7 28 3,3 19 Abfallentsorgung 0,7 12 3,0 17 Energieversorgung 1,5 25 2,6 14 Wasserversorgung 0,4 7 0,4 2,1 Metallerzeugung und -bearbeitung 0,2 3 1,4 7,9 Chemische Industrie 0,3 5 1,8 10 Kokerei, Mineralölverarbeitung, Herstellung von Brutstoffen 0,2 3 0,9 5 Fahrzeugbau 0,1 2 0,9 5 Sonstiges 0,9 15 3,5 20 Gesamt 6,0 100 17,8 100 Ursprungsdaten: Statistische Bundesamt (Destatis), 2012 Tabelle: Investitionen des produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) für den Umweltschutz nach Wirtschaftsbereichen, 2010 Forschung und fürUmweltschutzbeauftragte. Die höchsten laufenden Aufwendungenentfallenmit rund 7Milliarden Euro auf den Bereich Gewässerschutz, gefolgt von der Abfallwirtschaft mit rund 6Milliarden Euro. Diese Aufwendungen sind bei den Unternehmen der Abwasserentsorgung mit 3,3Milliarden Euro, der Abfallentsorgung mit 3Milliarden Euro und der Energieversorgung mit 2,6 Milliarden Euro sowie bei der Chemieindustrie mit 1,8 Milliarden Euro stärker ausgeprägt als bei anderen Wirtschaftsbereichen. Umsätze mit Umweltschutz Das Destatis beziffertden Gesamtumsatz mit Waren, Bau- und Dienstleistungen für denUmweltschutz 2010 mit 61,2 Milliarden Euro [6]. Davon entfallen 53,1 Milliarden Euro auf das produzierende Gewerbe (darunter der Maschinenbau mit 10,3 Milliarden Euro). Allein der Umsatzmit Klimaschutzgütern belief sich auf 42,3 Milliarden Euro im Jahr 2010 (fast 70Prozent des Gesamtumsatzes mit Umweltschutzgütern). Das zeigt die zunehmende Bedeutung von Klimaschutzgüternund Dienstleistungen. Ausden Umsätzen mit denKlimaschutzgütern entfallen laut Destatis fast 29Milliarden Euro auf die Herstellung von Waren für den Klimaschutz (darunter insbesondere 16 Milliarden Euro für die Herstellung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen), rund 10 Milliarden Euro auf klimaschutzbezogene Bauleistungen wie etwa Wärmedämmung von Gebäuden und rund 3Milliarden Euro auf Dienstleistungen wie beispielsweise die Planung und Überwachung von Umweltschutzanlagen [7]. Trotz der Zuordnungs- und Abgrenzungsprobleme, die sowohl im Kontext der„Umweltindustrie als Querschnittsbranche“, als auchhinsichtlich der Umweltschutz- und Klimaschutzprodukte bestehen [8], sind die hohen Investitionen imBereich des Umweltund Klimaschutzes sowie die zunehmendenInlands-und Auslandsumsätze mit Umweltschutzgütern ein signifikantes Zeichen für die wachsende strategischeRelevanz in Unternehmen. Dr. Mahammad Mahammadzadeh, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, mahammadzadeh@iwkoeln.de Wasserhaushaltsgesetz WHG § 19 Fachbetrieb Planen·Bauen·Sichern Treibstoffdichte Tankfeld- Verfugung Sanierung und Dichtigkeitsprüfung von Abscheideranlagen Tankstellen Neubau, Umbau und Sanierung Erstellung von Waschplätzen Sanierung von Fettabscheidern Beschichtungsarbeiten Hoch- Tief- Mineralöl- Industriebau UmweltMagazin März 2013

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