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3 | 2013

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NACHRICHTEN Fracking

NACHRICHTEN Fracking UmstritteneÖlund Gasförderung Ganz Deutschland diskutiert über das Fracking, eine Methode, um schwer zugängliches Gas zu erreichen. Kritiker warnen vor Umweltschäden, die Regierung ist sich uneins. Umstritten ist das Verfahren vor allem wegen seiner Gefahren für das Grundwasser, das durch den Chemikalieneinsatz verseucht werden könnte. Die Risiken für die Umwelt schätzen Experten als beträchtlich ein; die Energieressource selbst wird als sehr bedeutsam angesehen. Auch in Deutschland gibt es nennenswerte Vorkommen dieser Erdgas-Lagerstätten. Zufinden sind sie etwa inSchiefertonformationen, Kohleflözen und dichten Sandsteinformationen inNiedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zufolge lagern unter der Oberfläche bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter Gas aus solchen Vorkommen. Ein kategorisches Nein zu diesem Thema soll es also nicht geben. So haben sich Bundesumweltminister Altmaier und Bundeswirtschaftsminister Rösler Ende Februar dieses Jahres auf einen Verordnungsentwurf geeinigt, der Fracking unter strengen Auflagen in Deutschland zulässt. Indiesem wird ein Verbot in Trinkwasserschutzgebieten vorgeschlagen; zudem soll es bei allen Vorhaben Umweltverträglichkeitsprüfungen geben. Bislang wurde die Methode inDeutschland bis auf Testbohrungen nicht angewandt. Auf Grundlage des Gesetzes, ist sich die Bundesregierung einig, seien auch in absehbarer Zeit keine Fracking-Vorhaben hierzulande möglich. Noch vor der nächsten Bundestagswahl solle ein entsprechender Gesetzesentwurf vorliegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will genau prüfen lassen, obdiese Methode in Deutschland, ohne Gefahr für Mensch und Umwelt anwendbar ist. Ineiner Studie 2012 hatte das Umweltbundesamt geschätzt, dass sich allein mit den vermuteten Schiefergasvorkommen der deutsche Gasbedarf für 13Jahre decken lassen könnte. Da aber 14 Prozent der Fläche als Wasserschutzgebiete ausgewiesen sind, dürfte das Potenzial weit geringer sein. Die USA hingegen decken einen großen Teil des heimischen Bedarfs mit Schiefergas und -öl. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur könnten die Vereinigten Staaten 2030 vollkommen unabhängig von Energieträgern aus dem Ausland sein. In Europa treibt unter anderem Polen die Schiefergas-Förderung voran. www.bundesregierung.de Bild: Katja Neubauer/Pixelio Unternehmerische Nachhaltigkeitsleistung Wunsch und Wirklichkeit Die Berliner GUTcertifizierungsgesellschaft für Managementsysteme hat 27CSRund Nachhaltigkeitsberichte von den vorderen Plätzen des aktuellen IÖW/future Rankings analysiert. Ergebnis der Studie „Nachhaltigkeitsmanagement Deutscher Unternehmen im Spiegel der Berichterstattung“: Viele sind gut –keiner ist perfekt. CSR- oder Nachhaltigkeitsberichte entsprechen nicht immer der Unternehmenswirklichkeit. Sollen ihre Aussagen als Auskunft über die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens dienen, reicht es nicht, nach erwähnten Indikatoren zufahnden. Vielmehr ist systematisch zu hinterfragen, ob die kommunizierten guten Absichten auch tatsächlich gelebt werden: Die Berichte müssen auf konkrete Schritte geprüft werden, wie die angestrebte Verbesserung umgesetzt und kontrolliert wird. Der GUTcert-NachhaltigkeitsCheck umfasst 81 Indikatoren und beruht unter anderem auf den GRI-Kriterien und der ISO 26000. Bisher wurde er von Unternehmen genutzt, um in internen Assessments den Stand ihrer Nachhaltigen Entwicklung zu bestimmen, nun wurde er erstmals auf Berichte angewandt. Spitzenreiter des IÖW/future Rankings rücken jetzt weiter nach hinten, dadie Wirklichkeit hinter der Fassade zurückbleibt. Sieger der GUTcert Auswertung ist die Telekom, deren positive Entwicklung über die Jahre ins Auge springt. Strategien und Ziele haben die meisten Unternehmen –ob diese jedoch pünktlich und erfolgreich umgesetzt werden oder ein unabhängiges Controlling darüber wacht bleibt meist offen. Umweltfreundlichkeit und Sicherheit der Produkte steht bei der Hälfte der Unternehmen gar nicht auf der Agenda. Auch die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter gehört für viele Berichtende offenbar nicht zueiner überlegten Nachhaltigkeitsstrategie. www.gut-cert.de 6 UmweltMagazin März 2013

Ausdem Umweltbundesamt Nanomaterialien mit REACH wirksam regeln Mögliche Gefährdungen von Mensch und Umwelt durch Nanomaterialien sollten zukünftig besser erfasst und bewertet werden. Dazu haben die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Umweltbundesamtes auf Anregung des Bundesumweltministeriums ein Konzept zur Anpassung der europäischen Chemikalienverordnung REACH entwickelt. Die Behörden legen mit ihrem Konzept dar, wie sich Anforderungen für Nanomaterialien sowie ultrafeine Stäube und Fasern mit ihren besonderen Eigenschaften in REACH integrieren lassen. Darüber hinaus soll die Verordnung auch auf die rasanten Entwicklungen inder Nanotechnologie vorbereitet werden und im Sinne des Vorsorgeprinzips offen für zukünftige neue Erkenntnisse zu schädlichen Wirkungen von Nanomaterialien auf Mensch und Umwelt sein. Der Vorschlag der Bundesbehörden will auch die Übermittlung von Informationen imSicherheitsdatenblatt verbessern, damit sich Nanomaterialien menschen- und umweltgerecht handhaben lassen. Das Konzept der Bundesbehörden erfordert Änderungen der REACH-Verordnung. Dies betrifft besonders die Anhänge zu den Datenanforderungen für Stoffe. Die Europäische Kommission hatte im Oktober vergangenen Jahres ihre „Zweite Überprüfung der Rechtsvorschriften zu Nanomaterialien“ vorgelegt. Darin wird REACH als geeignet für die Regelung von Nanomaterialien angesehen. Auch die Kommission sieht Änderungen in den Anhängen und weitere Erläuterungen in Leitfäden für Hersteller und Importeure von Nanomaterialien vor. Der ebenfalls angekündigte Kommissionsbericht zur Überprüfung der REACH-Verordnung wird den passenden Rahmen bieten, umüber die notwendigen Anpassungen zuberaten. Mit dem Konzept der deutschen Bundesbehörden liegt nun ein konkreter Vorschlag vor. Treibhausgasausstoß 2012 um 1,6 Prozent gestiegen Die Treibhausgasemissionen inDeutschland sind im Jahr 2012 um 1,6 Prozent leicht gestiegen. Das zeigen erste vorläufige Berechnungen und Schätzungen des Umweltbundesamtes. Das Minderungsziel des Kyoto-Protokolls übertrifft Deutschland dennoch deutlich. Im Vergleich zu 1990 sinken die Treibhausgas-Emissionen 2012 um 25,5 Prozent –nötig gewesen waren 21Prozent im Mittel der Jahre 2008 bis 2012. Insgesamt wurden im letzten Jahr rund 931 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO 2eq )freigesetzt, 14 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Den Anstieg dominieren die CO 2 -Emissionen mit einem Plus von 2Prozent. Das Emissionsbudget wird in der Summe der Jahre 2008 bis 2012 voraussichtlich um 192 Millionen Tonnen CO 2eq unterschritten. Umdie ambitionierten deutschen Klimaziele zu erreichen, sind Änderungen im EU- Emissionshandel, der Ausbau der energetischen Gebäudesanierung und Anstrengungen zur nachhaltigen Mobilität notwendig. Maßnahmen wie Backloading werden aktuell auf EU-Ebene verhandelt: Die Kommission hatte kürzlich vorgeschlagen, rund 900 Millionen Emissionszertifikate zeitweilig vom Markt zurückzuhalten, umdie Wirksamkeit des Emissionshandels wieder herzustellen. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments stimmte dem Vorschlag am 19. Februar 2013 zu. Entscheiden müssen letztlich EU-Rat und -Parlament. www.umweltbundesamt.de Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz Erfahrungsbericht beschlossen Das Bundeskabinett hat Ende Januar dieses Jahres auf Vorschlag von Bundesumweltminister Peter Altmaier den ersten Erfahrungsbericht der Bundesregierung zum Erneuerbare-Energien- Wärmegesetz beschlossen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 14 Prozent Erneuerbarer Energien am Energieverbrauch für Wärme und Kälte zu erzielen. Gut 10Prozent sind derzeit bereits erreicht. Kernelemente des Berichts bil- den Erfahrungen mit dem Gesetz sowie Empfehlungen zur gesetzlichen Weiterentwicklung. Betrachtet werden vor allem die Entwicklung der Kosten und Wirtschaftlichkeit Erneuerbarer Energien zur Wärmenutzung im Neubau, die Markteinführung sowie technische Entwicklungen und Trends. Daraus leitet der Bericht Handlungsempfehlungen und Optionen zur Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes ab. Erwird nun den Präsidenten des Deutschen Bundestages sowie des Bundesrats zugeleitet. www.bmu.de Bild: Thinkabout/Pixelio UmweltMagazin März 2013 7

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