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3 | 2015

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Service Umweltmärkte

Service Umweltmärkte Hintergrund: Ontario setzt auf Biomasseanlagen Neben dem Ansatz durch Waste-to-Energy-Anlagen Stromund Fernwärme zu erhalten, will die Provinz Ontario sein Energiesystem umbauen und auf Kohlekraftwerke verzichten. So wurde die Umwandlung der Thunder Bay Generating Station im Norden Ontarios von einem Kohlekraftwerk in eine Biomasseanlage erfolgreich beschlossen. Ontario hat damit bekanntermaßen sein Ziel erreicht: keine Stromerzeugung mehr mit Hilfe von Kohle. Im vergangenen April hatte die Anlage, betrieben von dem einheimischen Energieversorger Ontario Power Generation, das letzte Stück des fossilen Energieträgers verbrannt und macht mit einer Kapazität von 150 Megawatt (MW) nun kräftig und umweltschonend Dampf. Im Jahr 2013 hatte die Provinzregierung mit dem Ending Coal for Cleaner Air Act die Ära der Kohle als Die Biomasseanlage in Thunder Bay, Ontario Energiespender beendet. 2003 kamen noch rund 25 Prozent des Stroms von Kohlekraftwerken, heute sind es null Prozent. Ontarios Energieminister Bob Chiarelli sagte dazu: „Uns komplett von Kohle zu lösen, ist der größte Schritt für den Umweltschutz, der in Nordamerika jemals unternommen wurde. Es ist so, als würden wir sieben Millionen Autos auf einmal von den Straßen nehmen.“ Die Atikokan Generating Station ist seit vergangenen Sommer mit Biomasse am Stromnetz angeschlossen. Sie ist die größte Anlage Nordamerikas, die 100 Prozent mit Biomasse operiert und dabei 200 MW Elektrizität generiert. Atikokan wird insbesondere dann aktiv, wenn der Strombedarf der Region temporär ansteigt. Damit garantiert sie die Versorgung der kohlestromfreien Provinz Ontario mit verlässlicher und sauberer Elektrizität. 150 Millionen Kilowattstunden können jährlich erzeugt werden – genug Energie für 15 000 Haushalte. Von den vier Kohlekraftwerken, die 2013 noch in Betrieb waren, sind die Anlagen in Atikokan und Thunder Bay erfolgreich umgewandelt und am Netz angeschlossen. Lambton und Nanticoke sind dagegen derzeit nicht aktiv, können aber nach Bedarf umgebaut werden. Ebenfalls im Januar erfolgreich beendet wurde das Lower Mattagami River Project. Ein neues Wasserkraftwerk mit einer Kapazität von 271 MW ersetzt die veraltete Anlage Smoky Falls Generating Station, die auf nur 52 MW kam. Zusätzlich zu den bereits bestehenden drei Stationen entlang des Mattagami River, Little Long, Kipling und Harmon, entstand zudem eine weitere stromerzeugende Einheit. Das Projekt umfasst eine Kapazität von rund 440 MW und kann damit gut 440 000 zusätzliche Haushalte mit Strom versorgen. bei Biogas. Nirgendwo stehen so viele Anlagen wie hier, in denen Bakterien aus organischem Material den Energieträger Methan produzieren. Da der deutsche Markt zunehmend gesättigt ist, bauen die Unternehmen der Biogasindustrie mehr und mehr Anlagen im europäischen Ausland. Einige wagen sich schon weiter, zum Beispiel nach Kanada, wo das deutsche Know-how in diesem Bereich sehr willkommen ist. Das Potenzial für deutsche Unternehmen ist hier hoch, da hier die Bioökonomie mittlerweile mit Fördergeldern und Spitzenforschung vorangetrieben wird. Dort sind die Regeln je nach Provinz unterschiedlich, Ontario zum Beispiel erhofft sich einen Ausbau der Biogasnutzung durch steuerliche Begünstigungen. Allein hier könnten, laut der „Agrienergy Producers’ Association of Ontario“ 250 MW (elektrisch) aus Biogas gewonnen werden. Die Gicon Engineering North America GmbH aus Dresden ist in Kanada und den USA aktiv. Die Kernkompetenz besteht in der Entwickelung, Planung und Realisierung von Biogasanlagen zur Verwertung verschiedenster organischer Reststoffe. Im Jahr 2011 erhielt sie den Auftrag für Planung, Bauleitung und Inbetriebnahmeüberwachung der Fraser Richmond Soil & Fibre Biogasanlage in Richmond, BC/Kanada. Die Anlage kann jährlich bis zu 40 000 Tonnen Bioabfälle aus Haushalten, Speisereste sowie Park- und Gartenabfälle verarbeiten und damit hochqualitatives Biogas erzeugen. Dies entspricht einer Energiemenge von über 8 Millionen KWh und 23 000 vermiedenen Tonnen CO 2 - Emission pro Jahr. Die Anlage arbeitet nach dem Gicon- Biogasverfahren, einer zweistufigen Trocken-Nass-Fermentation. Es zeichnet sich durch die Trennung der mikrobiologischen Abbauprozesse in zwei zeitlich und räumlich entkoppelte Stufen aus. In der Perkolationsstufe werden organische Substanzen der Feststoffe durch Hydrolyse in wasserlösliche Abbauprodukte umgewandelt. Das entstandene Hydrolysat wird einem Festbett-Methanreaktor Bild: Invest Ontario zugeführt. Hier werden die organischen Bestandteile bei kurzer Verweildauer zu Biogas umgesetzt. Aufgrund der Ausführung der ersten Prozessstufe eignet sich das Verfahren vor allem für die Behandlung von struktur- und störstoffreichen Stoffen wie Bioabfällen aus getrennter Sammlung oder Landschaftspflegegut. Grundphilosophie der Gicon Engineering North America GmbH ist es, die Technologieauswahl für den Biogasprozess auf das jeweilige beim Kunden verfügbare Substratspektrum optimal abzustimmen. Dominieren beim Substratanfall strukturarme organische Reststoffe wie beispielsweise Lebensmittelabfälle, organische Schlämme oder Gülle, werden entsprechend optimierte Nassvergärungsverfahren angeboten. Darüber hinaus liefert Gicon auch die Lösungen für eine betriebsoptimierte Vor- und Nachbehandlung der Abfallströme. Boris Alex, GTAI Kanada, www.gtai.de/kanada 66 UmweltMagazin März 2015

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