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3 | 2015

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Nachrichten VDMA/BWE

Nachrichten VDMA/BWE Windenergie an Land Flächenbereitstellung und Sondereffekte der Vorjahre als Gründe für das Ausbauvolumen Die massive Unterstützung der Bundesländer für die Energiewende zeigt ihre Wirkung. Erstmals kann die Branche in Deutschland 4 750 Megawatt an Land neu installieren, wie die Deutsche Wind- Guard im Auftrag des Bundesverbandes Windenergie e.V. (BWE) und von VDMA Power Systems ermittelte. Dies entspricht einem Wachstum von 58 Prozent gegenüber dem Zubau im Vorjahr. Der Abbau von 544 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von etwa 364 Megawatt wurde im Jahr 2014 erfasst. Tatsächlich ist der Wert wahrscheinlich höher. Damit liegt der Nettozubau bei höchstens 4 386 Megawatt. Nicht nur bei Zu- und Abbau wurden im vergangenen Jahr Rekordwerte erzielt, sondern auch im Ersatzanlagengeschäft mit weit über 1 000 Megawatt Leistung. Damit ist laut VDMA das Repowering ein Milliarden-Euro- Markt geworden. Obwohl es in einigen Ländern noch zur Neuausweisung von Flächen für Windenergieanlagen kommen wird, gelte es in Zukunft, einen starken Fokus auf das Repowering zu legen. Moderne effiziente Windenergieanlagen würden wichtige Systemdienstleistungen erbringen und so zur Netzstabilität beitragen. Angesichts der hohen Zubauzahlen vor 15 Jahren bestehe jetzt die Chance, den Kraftwerkspark der Windenergie noch systemverträglicher und leistungsfähiger zu gestalten. Nach den Plänen der Bundesregierung soll der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung 2025 gut 40 bis 45 Prozent und 2050 mindestens 80 Prozent betragen. Für dieses Jahr wird in Deutschland ein starker Zubau auf einem Niveau von 3 500 bis 4 000 Megawatt netto erwartet. Für 2016 sehen die Verbände einen Marktrückgang, aber dennoch ein Verbleiben auf hohem Niveau. Wie die Perspektive ab 2017 aussieht, hängt entscheidend davon ab, wann es zu Ausschreibungen kommt und wie diese gestaltet werden. www.vdma.org Bild: Katharina Wieland Müller/Pixelio Studie Zehn Meilensteine für die Bioenergie Die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Programms „Energetische Biomassenutzung“ geförderten Verbundvorhabens „Meilensteine 2030 – Elemente und Meilensteine für die Entwicklung einer tragfähigen nachhaltigen Bioenergiestrategie“ liegen als Endbericht vor. Das Forschungskonsortium (DBFZ, Thünen Institut für Marktanalyse, CESR – Universität Kassel, IFEU, Öko-Institut e. V., IZES gGmbH, IINAS GmbH, UFZ) konnte durch eine neuartige Kopplung dreier Computermodelle in Szenarien basierten Modellierungen Ergebnisse zu Rohstoffmärkten, Landnutzung und Anlagenparkentwicklung generieren und so mögliche Entwicklungen der Bioenergienutzung bis zum Jahr 2050 simulieren. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Klima, Biodiversität, Umwelt, Infrastruktur und Ernährungssicherheit analysiert. Durch den Vergleich der Ergebnisse wurden wichtige Meilensteine einer nachhaltigen Bioenergiestrategie identifiziert und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Biomasse kann energetisch sowohl zur Bereitstellung von Strom und Wärme als auch von Kraftstoffen eingesetzt werden. Um hierbei einen maximalen Nutzen für das Klima zu ziehen, und um negative Auswirkungen auf Boden, Biodiversität und Landnutzung zu vermeiden, sollte die energetische Biomassenutzung jedoch mit Bedacht erfolgen. Nach Ansicht des interdisziplinären Projektteams sollte bis zum Jahr 2030 eine langfristig tragbare und nachhaltige Bioenergiestrategie erreicht sein. www.bmwi.de 6 UmweltMagazin März 2015

Nachrichten Stickstoffüberschuss – ein Problem mit neuem Ausmaß In der EU sind fast zwei Drittel aller natürlichen Lebensräume überdüngt. Verantwortlich für den Überschuss an Nährstoffen ist vor allem der Stickstoff aus der Landwirtschaft, der als Gülle oder Mineraldünger auf die Felder kommt. Die EU-Kommission hat wiederholt angemahnt, die Stickstoffeinträge zu minimieren. Über die Luft gelangen heute in Europa viermal so viele reaktive Stickstoffverbindungen in die Umwelt wie noch vor 100 Jahren. In Deutschland sind das jährlich etwa 4,2 Millionen Tonnen oder 50 Kilogramm pro Person. Laut EU-Angaben sind 61 Prozent der natürlichen Lebensräume in Europa durch zu viel Stickstoff belastet. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA betont, wie wichtig es ist, dass die EU weiter Impulse für eine Reduzierung der Stickstoffüberschüsse setzt. Gleichzeitig müsse auf nationaler Ebene gehandelt werden. Wie eine Analyse des UBA zeigt, lässt sich die Stickstoffbelastung deutlich senken. Dabei sei die Düngeverordnung ein wichtiger Ansatz, um Luft, Boden und Grundwasser besser zu schützen. Hier muss vor allem geregelt werden, dass Mineraldünger effizienter eingesetzt und Gülle schneller in den Boden eingearbeitet wird. Ob die Maßnahmen ausreichen, in ganz Deutschland den guten Umweltzustand zu erreichen, hängt auch von der Kontrolle der Anforderungen ab. Erfolg versprächen Schleppoder Schlitzschläuche; damit wird die Gülle emissionsärmer ausgebracht, sodass Ammoniakemissionen in die Luft reduziert werden. Wichtig sind auch größere Abstände zwischen Gewässern und landwirtschaftlich genutzten Flächen, um den Direkteintrag von Düngern in die Oberflächengewässer zu verringern. Das UBA empfiehlt, beim Düngen entsprechend den angebauten Kulturen bedarfsgerecht vorzugehen, den Dünger schnell einzuarbeiten und ausreichenden Abstand zu Flüssen und Seen zu halten. Dadurch verringert sich der Anteil schädlicher Stickstoffverbindungen in der Umwelt, wie Nitrat im Grundwasser und Ammoniak in der Luft. Vor allem bei Hanglagen ist sicherzustellen, dass nicht zu viel Stickstoff abgeschwemmt wird. Die Lagerkapazitäten für Gülle sollten erhöht werden, um die Ausbringung besser an den Bedarf der Pflanzen anpassen zu können. Auch die Tierhaltung selbst muss emissionsärmer werden, das heißt, es darf deutlich weniger Ammoniak aus den Ställen entweichen. Ein großer Teil der Stickstoffeinträge erfolgt über die Luft. Besonders wichtig ist es daher, die Emissionsmengen für Ammoniak und Stickstoffoxide bis 2030 weiter zu reduzieren. Genau dies sieht das Programm „Saubere Luft für Europa“ vor, welches die EU-Kommission 2013 vorgestellt hat und die neue EU-Kommission nun modifizieren will. UBA-Neubau erhält Auszeichnung für nachhaltiges Bauen Ein neues, hochwertiges Bürogebäude errichten und dennoch die natürlichen Ressourcen schonen – dieser Spagat ist dem Umweltbundesamt mit seinem neuem Bürogebäude „Haus 2019“ in Berlin-Marienfelde gelungen. Das nach dem „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude“ geplante und bewertete Gebäude verwirklicht durchgängig eine nachhaltige Bauweise: Das Gebäude versorgt sich durch eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach und eine Grundwasser-Wärmepumpe durchgängig selbst mit Energie. Zudem wurde im ersten Jahr ein Energieüberschuss festgestellt. Der Weg dorthin war eine besondere Herausforderung. Die Planungen für das Projekt waren sehr umfangreich, denn der gesamte Lebenszyklus des Gebäudes, einschließlich aller Kosten, musste berücksichtigt werden. Dabei spielten zum einen die Gebäudequalitäten eine Rolle, zum anderen aber auch der Wärmeund Schallschutz, der Primärenergieverbrauch und die Flächeneffizienz. Hinzu kamen weitere Kriterien, die berücksichtigt werden sollten: die Nutzung durch die Angestellten, die Umweltverträglichkeit und die Instandhaltung des Gebäudes. Nun forschen 31 Mitarbeiter des UBA zu allen Fragen rund um das Thema Wasser. www.uba.de Bild: Linnart Unger DWA Novellierung der Düngeverordnung Berichte zur Qualität der Grundwasservorkommen zeigen, dass in Deutschland ein großes Problem mit hohen Nitratbelastungen besteht, insbesondere durch diffuse Stoffeinträge aus der Landwirtschaft. Allein in Nordrhein- Westfalen und Niedersachsen sind 40 Prozent der gesamten Landesfläche betroffen; in Gebieten mit hoher landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsintensität sind es sogar 70 Prozent. An vielen Messpunkten wird die Nitratkonzentration von 50 mg/l im oberflächennahen Grundwasser überschritten, teilweise mit steigender Tendenz. Daher hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen unzureichender Umsetzung der Nitratrichtlinie eingeleitet. Daraus folgt ein unmittelbarer, deutlicher Handlungsbedarf, der nur mit einer Reform des Düngerechts erfüllt werden kann. Die im Entwurf formulierten neuen und erhöhten Anforderungen würden aber laut der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. in wesentlichen Punkten nicht ausreichen, um die gesetzlich vorgegebenen Umweltqualitätsziele zukünftig zu erreichen; Nachbesserungen des Entwurfs seien daher unbedingt erforderlich. www.dwa.de UmweltMagazin März 2015 7

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