Aufrufe
vor 3 Jahren

4/5 | 2012

  • Text
  • Unternehmen
  • Umweltmagazin
  • Ifat
  • Entsorga
  • Energie
  • Wasser
  • Halle
  • Technik
  • Anlagen
  • Umwelt

SPECIAL IFAT Entsorga

SPECIAL IFAT Entsorga 2012 Halle B1 Kunststoffrecycling 2.0 Farbeimer aus Procyclen Das Recyceln von Materialien ist alt. Schon in der Antike wurden Metalle wieder eingeschmolzen, umdaraus neue Gegenstände zu fertigen –ein Prinzip, das bis heute Bestand hat, wenn auch mit anderen Ausgangsstoffen. So setzte Ende des 20. Jahrhunderts der Vormarsch des Kunststoffes ein, der seitdem elementarer Bestandteil unseres Lebensalltages geworden ist. Bild: Alba Group Alexander Wood Noch bis vor einigen Jahren brachte der künstlich erzeugte Stoff allerdings ein Problem mit sich: Das Recycling war möglich, aber nur in einer schlechterenQualitätals das Ausgangsprodukt – im Branchenjargon „Downcycling“ genannt. Das hat sich heute grundlegend geändert.DaSekundärrohstoffe für die Industrie aufgrund der immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen unserer Erde zunehmend wichtiger werden, ist ein möglichst hoher Wiederverwertungsgrad der Materialen entscheidend. Entsprechend wurden neue Technologien entwickelt, um eine hohe Qualität im Recycling zu erreichen. Je nach Rohstoff istdas aber garnicht so einfach:Metalle können eingeschmolzen und meist zu 100 Prozent wiederverwertet werden – anders sieht es bei Kunststoff aus, da es hier viele verschiedene Sorten gibt. Zahlreiche Produkte bestehen zudem aus mehreren Kunststoffarten. Die unterschiedlichen Materialien landen zusammen imAbfall und müssen wieder IFAT Entsorga Grafik: Alba Group Lebenszyklus von Procyclen Die Alba Group präsentiert sich in Halle B1 auf dem Stand 159. getrennt werden. Jeschlechter die Sortierung der verschiedenen Materialien, desto schlechter die Qualität beim späterenRecycling. Sortenreinheit bestimmt Recyclingfähigkeit Dank der neuen Technologien, wie beispielsweise der Nah-Infrarot-Erkennung (NIR), können die unterschiedlichen Kunststoffarten inmodernen Sortieranlagen mit hoher Sortenreinheit voneinander getrennt werden. „Je sortenreiner die Kunststoffe, umso besser ihre Recyclingfähigkeit“,betont Dr.Eric Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der Alba Group, die vier dieser modernen Sortieranlagen an verschiedenenStandorten inDeutschland betreibt. „Denn das Ziel derSammlung vonWertstoffen in der Gelben Tonne und deren Sortierung istes, dieMaterialienwiederinden Stoffkreislauf zurückzuführen.“ Nach dem Sortieren werden sie in der Aufbereitung von Störstoffen befreit, gereinigt und in kleine Teile geschreddert. Auch dem Problem des „Downcyclings“ wirkt die Alba Group mit ihrer Tochtergesellschaft Interseroh Dienstleistungs GmbH entgegen: In einem neuen Verfahren namens „Interseroh recycled-resource“ werden aus gebrauchtem Kunststoff hochwertige Kunststoffgranulate hergestellt. Die Einsatzmöglichkeitendes aufbereiteten Kunststoffgranulates mit Namen „Procyclen“ sind vielfältig, denn mit dem neuartigen Stoffgehtdie AlbaGroup bereits jetzt den kompletten Weg der Nachhaltigkeit: über Rücknahme und Recycling gebrauchter Verpackungsmaterialien bis hin zur Herstellung neuer Verpackungen und Produkte aus Sekundär-Materialien. Es werden ausschließlich Sekundärrohstoffe aus der Haushaltssammlung oder Industrie genutzt und in Granulat umgewandelt, das in seiner Qualität durch Upcycling in der Regel vergleichbar mit Neumaterial ist. Früher konnten im Recycling nur minderwertige Produkte hergestellt werden, wie etwa Parkbänke oder Straßenbegrenzungspfähle. Doch die Recyclingmöglichkeiten haben sich, gerade auchdurch „Procyclen“, derart verbessert, dass Sportbekleidung, Flaschenkästen, Fahrzeugteile,Verpackungen und vieles mehr aus Recyclingkunststoff hergestellt werden können. Versorgungssicherheit und ökologische Aspekte Marktreife hat das Material schon längst erlangt: Sobietet die Baumarktkette toom bereits seit geraumerZeiteinen Farbeimer an, der fast zu100 Prozent aus dem Interseroh-Recyclingmaterial besteht. Für die Tochter der Rewe-Group steht dabei nicht nur die Versorgungssicherheit sondern auch der ökologischeAspekt im Fokus: Nicht nur wirddie Umwelt geschützt, im Rahmendes Umweltlabels„ProPlanet“wird auch auf die Bedürfnisse der Verbraucher nach ökologisch einwandfreien Produkteneingegangen. Die Grundstoffe liegen sprichwörtlich auf der Straße und sind immer verfügbar. Nicht zuletzt trägt die Verwendung von recycelten Rohstoffen zu nachhaltigem Verhalten bei: Denn die weggeworfenen Einwegverpackungen aus den Gelben Tonnen werden inden Produktionskreislauf zurückgeführt und natürliche Ressourcen geschont, was sich nachhaltig positiv auf die CO 2 -Bilanz auswirkt. Alexander Wood, Alba Group plc &Co. KG, Berlin, alexander.wood@albagroup.de 32 UmweltMagazin April-Mai 2012

Currenta B1 260 Chemieparkbetreiber forciert Lösungen zur Kreislaufwirtschaft Currenta Umwelt entsorgt und verwertet Sonderabfälle, klärt Abwässer aus Industrie und Kommune, sammelt und verwertet aber auch Reststoffe und reinigt Behälter sowie Tankwagen. Auf der weltweit größten Umweltmesse IFAT Entsorga will Currenta Umwelt zeigen, dass sich in den sechs Verbrennungs-, drei Kläranlagen und auf den zwei Deponien nicht nur Stoffströme nach dem weltweit besten verfügbaren Stand der Technik sicher entsorgen, sondern gewinnbringend nutzen lassen. Sokonnte aus den im vergangenen Jahr anden drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen entsorgten 1,2 Millionen Tonnen Sonderabfall eine Million Tonnen Dampf im Jahr gewonnen werden, den die imChempark produzierenden Chemie-Unternehmen effizient nutzen konnten. Ein aktiver Beitrag zu mehr Klimaschutz und weniger Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und Energieimporten stellt auch das bereits auf der vergangenen IFAT Entsorga vorgestellte Elektronikschrott-Vorbehandlungsverfahren dar. Dabei werden imDrehrohrofen energiereiche Komponenten wie Kunststoffplatinen thermisch verwertet, während sich die wertvollen Metalle in der Schlacke anreichern. Dieses Jahr gibt das Unternehmen Einblick in die Vielfalt weiterer Recyclingmöglichkeiten seiner Verwertungsanlagen. Zusammen mit Partnern hat es Techniken entwickelt, zum Beispiel zur Rohstoffrückgewinnung von Automobilteilen, Energiespeichern, Kunststoffen oder Chemikalien aus der Produktion. Ein weiterer Schwerpunkt der Messeteilnahme wird wieder das europäische Netzwerk „Clean the extreme“ sein, das auf Synergien von der Sammlung bis hin zur Entsorgung und Verwertung von Abfallströmen im In- und europäischen Ausland abzielt. Als Teil dieses Netzwerkes findet Currenta somit für fast für jede Art von Sonderabfall in Europa eine saubere Lösung, die imSinne der Nachhaltigkeit immer stärker verwertet und nicht mehr nur entsorgt. Als ein Beitrag zur Umweltbildung hat das Unternehmen ein Schülerlabor entwickelt. Schulklassen aus dem Umfeld des Chemparks können dort Experimente rund um die Themen „Nachhaltige Chemie“ und „Kreislaufwirtschaft“ durchführen. InUnterrichtseinheiten wird das im Labor erworbene Wissen vertieft und mit Beispielen aus der betrieblichen Praxis angereichert. www.currenta.de EdDE B1237/334 Zertifizierungsportal auf dem Vormarsch Die Entsorgergemeinschaft der Deutschen Entsorgungswirtschaft e.V. (EdDE), Köln, hat ein Zertifizierungsportal für die vollständigen Verfahrensabläufe zur Entsorgungsfachbetriebezertifizierung entwickelt und umgesetzt. Über das internetbasierte Portal ermöglicht sie ihren Mitgliedern eine direkte und interaktive Zusammenarbeit von zugriffsberechtigten Nutzern der Mitgliedsunternehmen, Sachverständigenorganisationen, der eigenen Geschäftsstelle und – nach Anonymisierung von Entscheidungsgrundlagen –auch des Überwachungsausschusses. Die Konzeption des Zertifizierungsportals berücksichtigt hohe Datenschutz- und Datensicherheitsstandards. Genutzt wird es von den Mitgliedern bereits seit Januar 2011. Die Erfahrungen aus dem bisherigen Portalbetrieb zeigen, dass es Transparenz und Nachvollziehbarkeit der aktuellen und abgeschlossenen Zertifizierungsprozesse bietet, das gesamte Zertifizierungsverfahren beschleunigt und eine mehrjährige elektronische Archivierung eingestellter Begutachtungsberichte möglich ist, ebenso wie ein papierloses Begutachtungsverfahren. Mehr als 85 Prozent aller EdDE-Mitglieder haben sich innerhalb eines Jahres für die Nutzung dieses Zertifizierungsweges entschieden; die Tendenz ist weiter zunehmend. Über die Informationen zum Portal hinaus stellt die EdDE auf dem BDE-Gemeinschaftsstand auch Informationen zur Zertifizierung und den Vorteilen einer Mitgliedschaft, sowie aktuelle Entsorgungsfachbetriebelisten zur Verfügung. Des Weiteren können derzeitige Forschungsarbeiten des EdDE-Kuratoriums am Stand eingesehen und auch erworben werden. www.entsorgergemeinschaft.de Gefahrgut-Container Stapler-Anbaugeräte Umwelt-Lagertechnik Wertstoff-Container Innovation -Konstruktion -Produktion Besuchen Sie uns auf der IFAT EnTSorGA in München, 07.05.-11.05 2012, Halle B2, Stand 103/202 Bauer GmbH ·Eichendorffstraße 62 ·46354 Südlohn/Germany ·Tel. +49 (0) 2862 709-0 Fax +49 (0) 2862 709-155 ·info@bauer-suedlohn.de ·www.geotainer.com ·www.bauer-suedlohn.de UmweltMagazin April-Mai 2012 33

Ausgabenübersicht