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4/5 | 2013

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SPECIAL

SPECIAL Kreislaufwirtschaft/Recycling Zwischennutzung bis zur Bebauung als Parkplatz Wertstoff Feuerwache und E-Werk Stadtbad Gelände Gesamt Bauschutt insgesamt 11 700 t 9 720 t 0 21 500 t Davon Wiederverwertung auf der Baustelle 16 000 t Davon anderweitige Verwertung 5 000 t Davon zur Beseitigung 500 t Fenster, komplett ausgebaut zur Wiederverwendung 162 Stück 0 0 162 Stück Altmetalle (Stahl und Eisen aus dem Abbruch: unter anderem Moniereisen, Schwerschrott), Erdtanks 176 t 120 t 40 t 336 t Kupfer (etwa Kabelschrott) 2,4 t 1 t 0 3,4 t Aluminium (unter anderem aus Erdkabeln) 1,5 t 2 t 28 t 31,5 t Zinkbleche (etwa Dachrinnen, Verblendungen, Fallrohre) 0,84 t 0,16 t 0 1 t Altholz (thermische Verwertung) 160 t 60 t 0 220 t Wertstoffe aus dem Rückbau (t=Tonnen) lastung mit Schadstoffen ingeeigneten Anlagen beseitigtwerden. Eine ganzeReihe verschiedenerWertstoffe konnte ebenfalls verwertet werden. Dazu zählten neben 31,5 Tonnen Aluminium und 3,4Tonnen Kupfer aus Kabeln, gut eine Tonne Zinkbleche, die von Dachrinnen, Verblendungen oder Fallrohren stammten. Selbst 162Fenster aus den alten Gebäuden wurden vor dem Abbruch ausgebaut und fanden anderenorts eine neue Verwendung. Bilder (4): AAV Tabelle: AAV Anwohner- und Arbeitsschutz Eine besondere Herausforderung bei der Sanierung dieses Standortes lag in dersehrdichtenund engangrenzenden Nachbarbebauung. Während der gesamten Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen wurde daher –neben dem Arbeitsschutz für die Bauarbeiter – insbesondereauchauf den Anliegerschutz geachtet. So wurden möglichst geräuscharme Rückbauverfahren gewählt. Zur Vermeidung von Staubentwicklung wurde die Bausubstanz während des Rückbaus angefeuchtet. Um Geruchsstoffe zu binden und nieder zu schlagen, wurdenwährendder Aushubarbeiten Nebelkanonen eingesetzt, die einenfeinenSprühnebel erzeugten. Die Auskofferungsarbeiten in den einzelnen Sanierungsbereichen erfolgten möglichst kleinräumig, um großflächige Ausgasungen zu vermeiden. Der kontaminierte Boden wurde direkt auf Lkw verladen, abgeplant und abgefahren. Um Geruchsbildungen zu minimieren, wurden die Sanierungsbereiche bei Arbeitsende mit Folie abgedeckt. Die städtebauliche Perspektive Das sanierte Grundstück, das sich in exponierter Lage im Zentrum der Stadt Hamm befindet, wurdebereits vierMonate nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an einen Investor veräußert. Aufdem Standortsollen ab Juli 2013 bis Juni 2016 fast 200 Wohnungen entstehen. Geplant sind sechs Gebäude mit drei bis fünf Stockwerken, die sich um einen begrünten Innenhof gruppieren. Bis zumgeplanten Beginn derBauarbeiten wird das Gelände als Parkplatz zwischengenutzt. Mit der Sanierung des Standorts „Stadtbad/Alte Feuerwache“ wollte die Stadt die etwa 1Hektar große innerstädtische Brachfläche reaktivieren und städtebaulich integrieren. Ziel war es, an dieser Stelle einqualitätsvollesinnerstädtisches Quartier für verschiedene Generationenzuschaffen,das in seiner günstigenLage vonder Nähe zu vielfältigen Infrastrukturangeboten und zugleich zu den hochwertigen innerstädtischenGrünanlagen–„Ringanlagen“– profitiert.Über einenFuß- und Radweg sowie neue Querungshilfen an der „Neuen Bahnhofstraße“soll es optimal an dasBahnhofsquartierangeschlossen werden. Dr. Rita Bettmann, Sabine Schidlowski- Boos, beide AAV NRW, Hattingen, r.bettmann@aav-nrw.de, s.boos@aav-nrw.de 26 UmweltMagazin April-Mai 2013

Kreislaufwirtschaft/Recycling SPECIAL Kanalisierte Kartonflut Zahlreiche Kundenbestellungen und Lieferungen schaffen dem Spezialisten für Arbeitskleidung Engelbert Strauss eine Flut an Kartons ins Haus. Umihr Herr zu werden, hat das Familienunternehmen aus Biebergemünd zwei vollautomatische Kanalballenpressen von HSM erfolgreich imEinsatz. Dirk Dietz Inder rund 8000 Einwohner zählendenStadt Biebergemünd am Fußedes Spessarts würden die wenigsten eine Erfolgsgeschichte der hessischen Wirtschaftvermuten. Unddochsitztmit Engelbert Strauss hier einer der führenden europäischen Anbieter für Berufskleidungund Arbeitsschutz.Zuden Produkten des Unternehmens zählen strapazierfähige Hosen, Jacken, Arbeitshandschuhe oder Sicherheitsschuhe. Die Kunden – Handwerker, Automechaniker, Werkzeugmacher, Bau-, Wald- und Straßenbauarbeiter, Zimmermänner, TischleroderGärtner–stammenaus den unterschiedlichstenBranchen. Vollautomatische Kanalballenpressen von HSM Bilder (2): HSM Wachsende Flut an Kartons Der Erfolg des hessischen Versandhändlers zeigt sich jedochauchanunerwarteter Stelle,nämlichander wachsenden Menge an Kartonagen. Egal obArbeitshosen und -jacken, Schuhe, Hemden und T-Shirts: Die meisten Textilien kommen in den Standardkartons 400 x600 x300 Millimeter ins Haus. „Zwischen 2000 und 4000 Kartons lagernwir proTag ein“,sagtGeschäftsführerSteffen Strauß. Sobald die Arbeitskleidung ihreAdressatengefundenhat, bleiben Unmengen an leeren Kartons zurück. Um diese Mengeeffektiv entsorgen zu können, haben die Biebergemünder im Jahr 2008 die erste vollautomatische Kanalballenpresse vom Typ VK4012der HSM GmbH aus Frickingen installiert. „Wir wolltenzunächst feststellen, ob die AnlagefürunsSinn macht“,sagtStrauß. Die insgesamt 8 Tonnen schwere Presse bestand denPraxistestmit Leichtigkeit. Zu sehr überwogen die Vorteile gegenüber denbis dahin benutztenbeiden Presscontainern. Die Kanalballenpresse machtgehörig Druck–insgesamt 450 Kilonewton (kN). Die Maßeinheit Kilonewtonbeschreibtdie nötige physikalische Kraft, um einen, in diesem Fall 450 Kilogramm schweren Körper binnen einer Sekunde um einen Meter zu bewegen. In der Stunde verwandelt die Presse bis zu800 Kartons in sechs bis acht Ballen mit einem Gewicht von jeweils rund 300Kilogramm. Gefragter Rohstoff Ein weiterer Vorteil: Die Kanalballenpresse wird praktisch automatisch mit Kartonage gefüttert.Die Mitarbeiterim Kommissionierlager werfen die leeren Kartons einfach auf einFörderband,das die ausgedienten Kartons über ihren Köpfen kontinuierlichzur Kanalballenpresse bringt. Dortfallensie in denEinfüllbereich der Presse (Schütte), wo die losen Kartons zunächst vorverdichtet werden. Ein Sensor zeigt an, dass die Schütte gut gefüllt ist. Erst dann startet der eigentliche Pressprozess. Sobald die Presse drei Ballen verschnürt und auf die 3Meter lange Sonderballenrutsche geschoben hat, stapelt einGabelstapler die Ballen im Entsorgungslager.Einmal proWoche fährt dann einSattelzug vor, um 72 Ballen zum Abtransport anPapierfabrikenaufzuladen. DieBallenmit Wellpappe sind ein gefragter Rohstoff. ProTonne erhält dasVersandunternehmen derzeit 80Euro. Geschäftsführer Strauß beziffert daher die Amortisationszeit für die Kanalballenpresse von HSM „aufzweibis zweieinhalb Jahre.“ Längere Laufzeiten im Zweischichtbetrieb Inzwischen hat das Versandunternehmen eine zweite Kanalballenpresse von HSM installiert. Der Grund: Engelbert Strauss hat die Weichen auf weiteres Wachstum gestellt. Seit Herbst 2011 hat das Familienunternehmenauf einen Zweischichtbetrieb umgestellt. Dassteigertauchdie Anforderungen an die Entsorgungstechnik. Die Kanalballenpressen müssen dann täglich bis zu 16 Stunden laufen. Doch Strauß ist unbesorgt, dass sie das schaffen: „Unsere beiden Pressen arbeiten sozuverlässig, dass auch längere Laufzeiten imZweischichtbetrieb möglichsind.“ Dirk Dietz, freier Journalist, Kontakt: info@hsm.eu UmweltMagazin April-Mai 2013 27

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