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4/5 | 2015

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Umweltmarkt Projekte

Umweltmarkt Projekte Nordirland Biogas aus Abfallmix 500-Kilowatt-Biogasanlage in Loughgall/Nordirland Die Weltec Biopower GmbH aus Vechta hat im Januar dieses Jahres in Loughgall/Nordirland, mit dem Bau einer Biogasanlage begonnen. Auftraggeber und Betreiber der 500-Kilowatt-Anlage ist der Gemüseproduzent Gilfresh Produce. Das Unternehmen produziert Freiland-Erzeugnisse und verarbeitet sie zu Lebensmitteln. Für Weltec ist es die dritte Anlage in Nordirland und somit die elfte in Großbritannien. Bislang hat Gilfresh die Gemüseabfälle, die beim Sortieren, Waschen und Verpacken anfallen, als Rinderfutter an Landwirte abgegeben. Ab Juli 2015 kommen die Reststoffe und das Gemüsewaschwasser in den Bioreaktor. Den beiden 2 625 Kubikmeter messenden Edelstahl-Fermentern ist für die optimale Bevorratung eine unterirdische Grube als Vorlager vorgeschaltet; ein 6 000 Kubikmeter großer Behälter ist für eine gasdichte Gärrestlagerung konzipiert. Zusätzlich zu den Gemüseresten werden Rindergülle, Hühnermist, GPS, Gras- und Maissilage eingebracht. Gerade angesichts dieser unterschiedlichen Beschaffenheit der einzubringenden Stoffe waren die Investoren überzeugt von der Weltec-Lösung zum unterbrechungsfreien Eintrag der Inputstoffe: Eine kontinuierliche Verwertung und Homogenisierung der Substrate sowie einen stabilen Anlagenbetrieb soll der MULTIMix garantieren. In Kombination mit einem 80 Kubikmeter großen Feststoffdosierer kann das System, nach Unternehmensangaben, die optimale Zerkleinerung und intensive Durchmischung des Gemüseabfalls und der langfaserigen Silage sicherstellen. Die gute Vorverarbeitung der Stoffe sorgt nicht nur für die biologische Zersetzung und effiziente Gasausbeute, sondern auch für einen niedrigen Energieverbrauch der Anlage. Dem Ziel, den eigenen ökologischen Fußabdruck stetig zu verbessern, dient auch, dass die Verantwortlichen nun auf energetische Selbstversorgung setzen: Etwa 40 Prozent des vom 500-Kilowatt-BHKW erzeugten Stroms können im eigenen Produktionsprozess verwertet werden. Bereits in naher Zukunft soll der Nutzungsgrad noch steigen, weil die Erweiterung der Kühllagerkapazität ansteht. Der überschüssige Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist; die Prozesswärme wird zum Beheizen der Firmengebäude und für die Fertigung ausgekoppelt. www.weltec-biopower.de Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Biobasierte Kunststoffe im Recycling Gesetzgebung und Wirtschaft wie auch Umweltorganisationen sehen die Kunststoffverpackungen als wichtigen Wertstoff an, der mittels Recycling in der Wertschöpfungskette für neue Kunststoffprodukte verbleiben soll. Diese Anforderungen gelten uneingeschränkt auch für biobasierte Kunststoffe. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., den Forschungsverbund „Nachhaltige Verwertungsstrategien für Produkte und Abfälle aus biobasierten Kunststoffen“. Dieser widmet sich vorrangig den technischen Fragestellungen zum Sortier- und Recyclingverhalten von Produkten und Abfällen aus Biokunststoffen, soll aber auch Fragen zur Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit beantworten. In zwei Teilvorhaben untersucht der Projektkoordinator – die Knoten Weimar GmbH – gemeinsam mit der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der Technischen Universität Chemnitz die Möglichkeiten einer zuverlässigen Erkennung und Sortierung unterschiedlicher Polymilchsäure-Granulat – auch für diesen Werkstoff werden Recyclingmöglichkeiten gesucht. biobasierter Polymerprodukte in der Praxis sowie des werkstofflichen Recyclings von Post-Consumer-Abfällen. Ziel ist, dabei auch zukünftige mengenabhängige Verwertungsszenarien für Biokunststoffe aufzuzeigen und zu eruieren. Die Fraunhofer-Institute für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik, Verfahrenstechnik und Verpackung, Holzforschung und Angewandte Polymerforschung widmen sich den komplexen Anforderungen des lösungsmittelbasierten Recyclings von Polylactid aus dem Post-Consumer-Bereich, der Einbindung von Alt-Polylactid in den Syntheseprozess für Polylactid und einer Nachhaltigkeitsbewertung der entwickelten Verfahren. Das Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover arbeitet zusammen mit der Bösel Plastic Management GmbH und weiteren Industriepartnern an der Aufbereitung und dem werkstofflichen Wiedereinsatz von biobasierten Kunststoffen aus dem Pre-Consumer-Bereich. Anhand von Industrieabfällen, die bei der Produktion von Danone Polylactid-Joghurtbechern anfallen, sollen qualitativ hochwertiges mechanisches Recycling etabliert und optimiert sowie nach einer Charakterisierung dieser Rezyklate neue Produkte entwickelt werden. Eine Herausforderung hierbei ist, dass die PLA-Abfälle mit Klebstoffen und bedrucktem Papier versehen sind. Die Ergebnisse aus diesen Teilvorhaben sollen auch auf andere Biokunststoffe wie zum Beispiel Polyhydroxyalkanoat, Polyester- oder Stärkeblends und Bio-PA übertragen werden. www.fnr.de Bild: FNR/Dörthe Hagenguth 34 UmweltMagazin April - Mai 2015

Projekte Umweltmarkt Regenwasserbehandlung Nachhaltige Lösung für Bürogebäude Funktionsschema der modular aufgebauten Niederschlagswasserbehandlungsanlage Rausikko HydroMaxx Beim Bau des neuen Bürogebäudes der Shopware AG im nordrhein-westfälischen Schöppingen wurde für die Entwässerung der rund 1 400 Quadratmeter Dachflächen und 1 800 Quadratmeter Park- und Verkehrsflächen eine nachhaltige Lösung gesucht. Fündig wurden die Verantwortlichen mit dem Regenwasserbehandlungssystem Rausikko HydroMaxx aus dem Hause Rehau. Dieses besteht aus zwei Reinigungsstufen: Zunächst wird das zu behandelnde Wasser in einer Sedimentationsanlage vom Typ Rausikko SediClean mechanisch gereinigt. Das so vorbehandelte Wasser wird in der nachfolgenden Stufe, dem Rausikko HydroClean AF, einer physikalisch-chemischen Reinigung unterzogen. Ein wichtiges Argument für die Auswahl des eingesetzten Systems war außerdem die lange Standzeit des Filters sowie die durch ein unabhängiges Prüfinstitut nachgewiesene Reinigungsleistung entsprechend dem Prüfkatalog des Deutschen Instituts für Bautechnik in Berlin (DIBt). Entscheidend für Bauherrn und Betreiber der Anlage war zudem, dass die Anlage problemlos zu inspizieren und zu warten ist und der Filtertausch mit herkömmlichen Geräten erfolgen kann. Die Anlage kann ohne schweres Gerät transportiert und verlegt werden und ist einfach einzubauen. Nachdem das von den Parkund Verkehrsflächen abfließende Regenwasser die Behandlungsanlage durchlaufen hat, wird es über eine unterhalb der Parkflächen angeordnete Versickerungsanlage dem Untergrund zugeführt. Der ökologische Vorteil dieser Lösung ist, dass das örtlich anfallende Niederschlagswasser an Ort und Stelle versickern kann und somit die natürliche Grundwasserneubildung wie im unbebauten Zustand erhalten bleibt. Aufgrund des hohen Speicherkoeffizienten der eingesetzten Speicherblöcke Rausikko Box war es möglich, die Versickerungsan- lage kompakt und platzsparend auszuführen und dadurch den Aushub und die Erdarbeiten auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Dies war angesichts der schwierigen Baugrundverhältnisse im Objektgebiet ein wichtiger Punkt. Die Blöcke sind aufgrund ihrer baustellengerechten Größe einfach zu verlegen und ermöglichten so einen raschen Baufortschritt. Die Versickerungsboxen Rausikko Box verfügen über eine allgemeine Bauartzulassung des DIBt. Hierin sind Herstellung, Eigenschaften und Anwendung der Blöcke ebenso definiert wie Maßnahmen zur Qualitätssicherung – für den Eigentümer der Anlage ein mehrfaches Plus in punkto Sicherheit. Auch bei der Projektierung und Umsetzung konnte auf die Erfahrung des Herstellers zurückgegriffen werden. Der Vor-Ort-Service sowie die enge Abstimmung zwischen den Beteiligten ermöglichten es, Planung und Einbau der Entwässerungsanlagen fristgerecht zu realisieren. www.rehau.de Behringwerke Wärmegewinnung aus Abwasser Seit vielen Jahren arbeitet die Pharmaserv GmbH & Co. KG aus Marburg als Betreiber des Standortes Behringwerke an der Optimierung der Energieversorgung im Industriepark. Umgesetzt werden ineinandergreifende Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung bei gleichzeitiger Steigerung der Energieeffizienz. Seit dem Ende Januar dieses Jahres testet Pharmaserv eine neue Energiequelle. In Zusammenarbeit mit der Entwicklerfirma Jaske & Wolf und dem Ingenieurbüro Horn soll die Gewinnung von Wärme aus dem eigenen Abwasser erprobt werden. Dabei wird das Abwasser aus einem Neutralisationsbecken entnommen und in ein Wärmetauschersystem eingeleitet. Hier wird dem Abwasser Wärme entzogen und einer Wärmepumpe zur Verfügung gestellt. Durch den physikalischen Prozess innerhalb der Wärmepumpe wird das Temperaturniveau dort mit wenig zusätzlicher elektrischer Energie auf etwa 60 °C erhöht und kann beispielsweise für die Beheizung von Gebäuden genutzt werden. Die Herausforderung dabei ist, Wärmetauscher in Abwassersystemen frei von Verschmutzungen zu halten, denn schon wenige Tausendstel Millimeter Belag reduzieren die Wärmeübertragung und damit die Leistung deutlich. Das Reinigungssystem funktioniert dabei rein mechanisch und ohne den Einsatz von Chemikalien oder anderen Zusätzen. Der Testbetrieb am Standort Behringwerke gehört zu einer Reihe von fünf Projekten mit dieser Technologie, die durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt begleitet wird. Die Testanlage hat eine Leistung von 50 Kilowatt. Durch gezielte Veränderungen der Einstellparameter kann ermittelt werden, welche Größe die Testanlage zur Energiegewinnung aus Abwasser mit einer Leistung von 50 Kilowatt Anlage später haben muss, um optimal zu funktionieren. Nach den ersten Testwochen schätzt Pharmaserv das Potenzial der Technologie auf über 40 000 Megawattstunden Wärme pro Jahr, bei einem Temperaturniveau von 60 Grad Celsius. www.pharmaserv.de UmweltMagazin April - Mai 2015 35

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