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6 | 2013

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NACHRICHTEN

NACHRICHTEN DIW-Gutachten Ausbau der Braunkohleverstromung und neuer Tagebau sind umweltschädlich Umdie Energiewende zuschaffen, braucht Deutschland nach Erkenntnissen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) keinen Ausbau der Braunkohleverstromung. Auch die Erschließung neuer Tagebaufelder, wie sie etwa derzeit in Sachsen geprüft wird, sei für eine erfolgreiche Energiewende weder notwendig noch wirtschaftlich. Ineinem kürzlich veröffentlichten Gutachten im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland warnen sie vor den Umweltschäden, die beim Abbau und der Verstromung von Braunkohle entstehen. Das Gutachten analysiert die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Aufschlusses des Tagebaus „Nochten II“ im Lausitzer Braunkohlerevier. Derzeit läuft dort ein Verfahren zur Erschließung von rund 300 Millionen Tonnen Braunkohle, die imnahegelegenen Kraftwerk Boxberg verstromt werden sollen. Auch unter Berücksichtigung des Energiekonzepts der Bundesregierung, das unter anderem einen Ausbau der Erneuerbaren Energien auf einen Anteil von über 50 Prozent ander gesamten Stromerzeugung bis 2030 zum Ziel hat, würde sich keine zunehmende Bedeutung der Braunkohle inDeutschland ergeben, soProf. Christian von Hirschhausen, Forschungs- Braunkohletagebau Hambach direktor am DIW Berlin und Koautor der Studie. Vielmehr würde der Marktanteil der Braunkohle angesichts des raschen Anstiegs der Erneuerbaren Energien, der rückläufigen Volllaststunden konventioneller Kraftwerke sowie tendenziell rückläufiger Großhandelspreise für Strom stark sinken. Verschlechtert habe sich aber die Aussicht auf einen weniger umweltschädlichen Einsatz der Braunkohle. Berück- Bild: Julian Nitzsche sichtigt man die negativen Umwelteffekte der Braunkohle, zeigt sich, dass es sich um einen unwirtschaftlichen und umweltschädlichen Energieträger handelt. Die Studie „Gutachten zur energiewirtschaftlichen Notwendigkeit der Fortschreibung des Braunkohlenplans „Tagebau Nochten“ ist als DIW Berlin Politikberatung kompakt 72 erschienen und im Internet abrufbar. www.diw.de Europa –kurz notiert >>> Die EU-Kommission hat ineinem Strategiepapier Maßnahmen vorgestellt, die in der EU zur Anpassung an den Klimawandel getroffen werden sollen. Die Kostensteigerung im Falle einer Nichtanpassung liegt laut der Europäischen Umweltagentur bei 100 bis zu 250 Milliarden Euro jährlich im Zeitraum von 2020 bis 2050. Anpassungsmaßnahmen könnten diese Schadenskosten um das Sechsfache minimieren. >>> Die EU-Kommission plant, die Finanzierungshilfen für Energietechnologien breiter aufzustellen. Neben dem Ausbau von Stromnetzen, Windkraft und CO 2 -Speicherung soll ein Strategieplan für Energietechnologie künftig auch alternative Technologien wie regenerative Kühlsysteme oder Solarsysteme für industrielle Heizanlagen miteinschließen. Zudem will die Kommission den Weg von der Erforschung hin zur Markteinführung technischer Innovationen für europäische Firmen erleichtern. Eine Roadmap für Innovationen im Energiesektor ist für Ende dieses Jahres geplant. >>> Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich auf eine Festsetzung von Langfristzielen bis 2025 für die CO 2 -Emissionsgrenzen von leichten Nutzfahrzeugen geeinigt. Auf einen genauen Wert konnte sich der Ausschuss zwar noch nicht festlegen, aber die Obergrenze für 2025 wird in einem Rahmen von 105 bis 120 gCO 2 /km liegen. Die Änderung der Verordnung befindet sich zurzeit noch in der ersten Lesung und wird dann dem Rat zur Abstimmung vorgelegt. 10 UmweltMagazin Juni 2013

NRW Kraft-Wärme-Kopplung –ein wichtiger Baustein für die Energiewende Die nordrhein-westfälische Landesregierung will mit dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) die beschleunigte Energiewende in Nordrhein-Westfalen vorantreiben. Dazu hat Umweltminister Johannes Remmel den Wettbewerb „KWK-Modellkommune“ ausgerufen, über den kommunale KWK-Projekte mit insgesamt 25 Millionen Euro gefördert werden sollen. 51 Kommunen reichten insgesamt 48 Projektvorschläge ein, eine Jury hat 21 Konzepte ausgewählt. Aachen, Alpen, Bad Laasphe, Bergheim, Bielefeld, Bottrop, Brakel, Düsseldorf, Eschweiler, Geldern, Herten, Hamminkeln, Iserlohn, Krefeld, Much, Münster, Oberhausen, Olfen, Saerbeck und die Gemeinschaftskonzepte von Solingen, Remscheid und Wuppertal sowie Ostbevern und Telgte sind nun aufgefordert, in die Detailplanung zu gehen. Für die Erarbeitung eines Feinkonzeptes wird eine Förderung bis zu90Prozent gewährt. Auf dieser Grundlage sollen dann drei ausgesuchte KWK-Spitzenkonzepte mit Modell- Siemens-Studie Beim Ausbau Erneuerbarer Energien sparen charakter gefördert werden. Zudem kann ein Konzept mit einem besonders hohen Innovationscharakter mit dem Sonderpreis „KWK-Innovation“ ausgezeichnet werden. Für die Erarbeitung der Feinkonzepte haben die Kommunen acht Monate Zeit. Die 48 Grobkonzepte zeigen, wie variabel Kraft-Wärme-Kopplung eingesetzt werden kann –zum Beispiel imGesamtgebiet der Kommune, ineinzelnen Stadtteilen oder in einzelnen Quartieren. Sie umfassen einzelne Maßnahmen oder ein integriertes Bündel von mehreren Maßnahmen. Die EnergieAgentur.NRW und der Jülicher Projektträger ETN standen im Vorfeld des Wettbewerbs den Kommunen beratend zur Seite. Die Bewertung der Feinkonzepte sowie die spätere Auswahl der Modellkommunen erfolgt durch eine Jury. www. umwelt.nrw.de News–Online Siemens hat die elektrischen Energiesysteme inEuropa analysiert und dabei erhebliche Optimierungsmöglichkeiten identifiziert, insbesondere beim vorgesehenen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die Ergebnisse werden im Rahmen des World Energy Congress (WEC) im Oktober 2013 im südkoreanischen Daegu vorstellt. Siemens hat vier Haupthebel bei der weltweiten Optimierung der Energiesysteme ausgemacht, die jenach regionaler Ausprägung der Stromnetze und des Kraftwerksparks unterschiedlich stark zum Tragen kommen können: lokale Optimierung der Standorte Erneuerbarer Energien, Effizienzsteigerung im gesamten Energiesystem, Verbesserungen im Kraftwerksmix und mehr Einsatz von Strom als Energieträger. Entscheidend sei aber die Standortwahl: Würde der Ausbau anden ertragreichsten Standorten Europas erfolgen, könnten bis 2030 rund 45 Milliarden Euro an Investitionen bei den Erneuerbaren Energien gespart werden. Der dadurch bedingte zusätzliche Netzausbau ist in dieser Rechnung bereits berücksichtigt. In Europa werden bis 2030 allein rund 138 Gigawatt an Photovoltaikanlagen neu gebaut. Würde der Zubau anden sonnenreichsten Standorten erfolgen, ließen sich 39 Gigawatt anSolaranlagen einsparen –bei gleichem Stromertrag. Auch bei der Windkraft ist die Standortwahl entscheidend für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Ineiner derzeit laufenden Studie untersucht Siemens inZusammenarbeit mit der Technischen Universität München die globalen Energiesysteme im Hinblick auf Nutzungsgrad der Ressourcen, Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz. Ausgehend von der Erkenntnis, dass jährlich Milliardenbeträge durch Weitere Nachrichten finden Sie tagesaktuell auch imInternet unter www.umweltmagazin.de (Rubrik: Aktuell/News). Bei Photovoltaik und Windkraft ist die Standortauswahl entscheidend für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Bild: Uwe Schlick/Pixelio Ineffizienzen inden weltweiten Energiesystemen sowie -märkten verschwendet werden, soll die Studie insbesondere diese Verluste aufzeigen und quantifizieren sowie Lösungsansätze aufzeigen. www.siemens.com UmweltMagazin Juni 2013 11

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