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6 | 2013

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SPECIAL Erneuerbare

SPECIAL Erneuerbare Energien Grafiken (2): Solites In den oberen 5Metern des umgebenden Erdreichs des ESWSP tritt zeitweise Schichtenwasser auf. UmWärmeverluste zu verhindern, haben die Bohrlöcher hier einen größeren Durchmesser und wurden mit einem Dämmer verhüllt. nengebäude aufgeschüttet. Entsprechend uneben ist die Oberfläche des Walls. Dies spiegeltsichauchinder unregelmäßigen Anordnung der ersten 13 Kollektorfelder auf dem Ostwall wider. Deren Unterbau besteht aus jeweils zwei Betonbalken, auf denen ein Stahlträger installiert wurde. Bei den restlichen Kollektoren auf demWestwall entschieden sich die Projektbeteiligten für eine alternative Unterkonstruktion: Sie ließen eine Betonplatte an denWall gießen und erhielten soeine ebene, plane Fläche. Auf diese wurden die Großkollektoren mit Halteschienen und Halterungen installiert. Soentstand ein ästhetischeres Gesamtbild. Vorteile ergeben sich zusätzlich für den Kollektorhersteller: Er erhält eine genauere Flächenangabe und kann die Kollektorfelderexakt produzieren. Beim solaren Deckungsanteil Zielwert getoppt VonMärz 2012 bis Februar 2013liegt der solare Deckungsanteil des Nahwärmesystemsbei 51 Prozent. Damit wurde die Zielmarke von 50 Prozent sogar leicht überschritten. Für das gesamte Jahr 2012 lag derWertnochgeringfügig darunter. Woran dies lag, erklärt Janet Nußbicker-Lux vom Stuttgarter Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik (ITW Stuttgart), das die Begleitforschung und das Monitoring durchführt: „Die Wärmepumpe isterstseitFebruar2012inBetrieb. Bis April 2012 hat nur eine geringe Entladung desErdsonden-Wärmespeichers stattgefunden. Die Monate Januar und Februar mit einem sehr hohen Wärmeverbrauch konnten also bei der Jahresberechnung nicht vollständig berücksichtigt werden. Außerdem wurde imSommer neben Crailsheim-Hirtenwiesen zusätzlich das Nahwärmenetz Hirtenwiesen I mit Wärme versorgt. Dies war in unserenursprünglichenPlanungen nicht so vorgesehen.” Bei der Rücklauftemperatur desSystems sind 35 °C das Ziel,diese wurden bis jetzt noch nicht erreicht. Die einfache Erklärung: Das Wohngebiet,das versorgt wird, istnochnicht fertig gebaut. Damit die bereits bewohnten Gebäude genügend Wärme erhalten, isteserforderlich, dass derentsprechende Netzstrang komplett betrieben wird und ein Mindestdurchlauf vorhanden ist. Dadie Anzahl der Abnehmer- Gebäude trotzdem noch zugering ist, um das Vorlaufwasser genügend auszukühlen, kann die Rücklauftemperatur noch nicht das angestrebte Niveau erreichen. Eine weitere Ursache sinddie Gebäude, die sichnochinder Bauphase befinden. Einzige Wärmeabnehmer sind hierBauheizungen, für die es keine abgestimmte Regelung gibt. Eine abschließende Beurteilung des solaren Nahwärmesystems in Crailsheim-Hirtenwiesen ist folglich erst in etwa zwei Jahren möglich, wenn das Baugebiet fertiggestellt ist und weitere Betriebserfahrungen vorliegen. Die Umwandlung des ursprünglich rein für Solarwärme geplanten Erdsonden- Langzeitwärmespeichers ineinen multifunktionalen Speicher bietet eine mögliche Zukunftsperspektive. DieOptimierung des solaren Deckungsanteils und das Monitoring zum Gesamtsystem des Multifunktionsspeichers sind Inhalte eines weiteren Forschungsprojektes. Blindgängern den Kampf angesagt Auf einem ehemaligen Kasernengelände Erdbohrungen durchzuführen, birgt Gefahren.Blindgänger undandere Kampfmittel könnensichnochimErdreich befinden und detonieren. Ein Kampfmittel-Räumdienst löste im Auftrag der Stadtwerke Crailsheim das Problem. Zunächst analysierte die Spezialfirma ältere Luftaufnahmen des Areals, 18 UmweltMagazin Juni 2013

BINE Informationsdienst –Energieforschung fürdie Praxis Der BINE Informationsdienst hat den Auftrag, den Informationsund Wissenstransfer aus der Energieforschung in die Anwendungspraxis zu unterstützen und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. Weitere Informationen unter: www.bine.info auf demBohrungen fürden Erdsonden- Wärmespeicher stattfinden sollten. Diese Aufnahmen lassen erkennen, wo schwerpunktmäßig Kampfmittel abgeworfen wurden. Bereiche, in denen Bombenkrater zusehen sind, gelten als besonders gefährlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass noch nicht explodierte Bomben in eine solche Erdvertiefung gerollt sind, isthieramgrößten.Risikoreiche Abschnitte haben die Experten in Crailsheim mit Spezialgerätendurchstrahlt und haben größere Metallteile geortet. Diesestelltensichaber als ungefährlichheraus und konntenmit einem Bagger gehoben werden.Der Vorteilsolcher Aushebungen: MöglicheBlindgänger können auf die Schaufel oder flexibel ins Erdreich ausweichen. Dies ist beim punktuellen Druck durch Bohrungen nicht möglich. DieGefahr einer Detonation ist hier wesentlich größer. Aus diesem Grund gab esfür das Areal, in dem der Erdsondenwärmespeicher installiert wurde, besonders strenge Sicherheitsvorgaben. In Bereichen, wo nur Baggerarbeiten durchgeführt wurden, mussten Baggerführer und Bauleiter lediglich an einer Schulung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Regierungspräsidiums Stuttgart teilnehmen. Die Kosten für die gesamten Maßnahmen trugen die Stadtwerke Crailsheim. Solare Wärme international gedacht Mit derEnergiewende hat die Bundesregierung beschlossen,dass die Energieversorgung Deutschlands bis zum Jahr 2050 überwiegend durch Erneuerbare Energien gewährleistet werden soll. So wird etwa mit dem Förderprogramm „Offshore Windenergie“mit einem Volumen von 5Milliarden Euro die Realisierung dererstenzehnOffshore-Windparks unterstützt. Zusätzlichfördertdas Bundesumweltministerium die deutsche Initiative imEU-Vorhaben „Solar District Heating in Europe“. Hier werden neue Ansätze und Instrumente zur Markteinführung dersolaren Nah- und FernwärmeinEuropa entwickelt. Ziel ist es, das vorhandene Potenzial der Solarthermie für die netzgebundene Wärmeversorgung von Wohn- und Industriegebieten weiter zuerschließen. Internationaler Wissens- und Technologietransfer spielt hier eine wichtige Rolle. Interessant ist in diesem Zusammenhang einBlicknachDänemark, das –auchaufgrund günstigerklimatischer Bedingungen –einen relativ hohen regenerativen Stromanteil hat. Bei guten Windverhältnissen an Sommertagen werden mindestens 100 Prozent des aktuellen Stromverbrauchs regenerativ produziert. Dies hat auch Auswirkungen auf die solare Nah- und Fernwärmeversorgung des Landes. Da auch in Dänemark gesetzlich geregelt ist, dass regenerativ erzeugter Strom Vorrang hat, werden dann die meistmit fossilem Gas betriebenen Blockheizkraftwerke vom Netz genommen. Dem Fernwärmenetz fehlt somit eine Wärmequelle. Nachheizen mit fossilen Gas-Spitzenlastkesseln machtwirtschaftlichkeinen Sinn, da in diesem Fall eine Gassteuer von rund 4Eurocent pro kWh gezahlt werden muss. Die sommerliche Wärmeerzeugung aus Solaranlagen ist in vielen Projekten die wirtschaftlichste Möglichkeit, die Abwärme der Kraft- Wärme-Kopplung zu ersetzen.InDänemark versorgen solarthermische Großanlagen überwiegend kleine Fernwärmesysteme. Alle Anlagen bestehen aus bodenmontierten Kollektoren.Esist geplant, dieaktuelle Leistungvon 192auf 255Megawatt in 2015 zu steigern.Trotzdem sollte die Kraft-Wärme-Kopplung voralleminSchwachwindzeiten, ihren Beitrag zur Wärmeversorgung leisten. Dann sichern Blockheizkraftwerke die Stromversorgung und mit einer kurzfristigen Erzeugung von Spitzenlaststrom können hohe Erlöse erzielt werden. Große multifunktionale Wärmespeicherbieteneine Möglichkeit, die entstehende Abwärme zu speichern. Hier ist eine saisonale Wärmespeicherung der sommerlichen Solar- und Überschusswärme bis in den Winter denkbar. Birgit Schneider ,BINE Informationsdienst –Energieforschung für die Praxis, Bonn, redaktion@bine.info UmweltMagazin Juni 2013

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