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6 | 2013

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MARKT Projekte

MARKT Projekte Forschungszentrum Jülich Kerosinaus Algen Der Luftverkehr setzt inZukunft verstärkt auf Biokraftstoffe. Daesbislang jedoch wenige Rohstoffe für diesen Bereich gibt und die Branche sehr spezielle Anforderungen mit sich bringt, kommen diese imLuftverkehr bisher nur in einzelnen Pilotprojekten zum Einsatz. Um das zuändern, will ein Konsortium unter Federführung des Forschungszentrums Jülich (FZJ) die ökonomische und ökologische Machbarkeit von Biokerosin aus Mikroalgen untersuchen und erproben. Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt das Verbundprojekt „Aufwind –Algenproduktion und Umwandlung in Flugzeugtreibstoffe: Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Demonstration“ mit 5,75 Millionen Euro. Inden kommenden zweieinhalb Jahren wollen die zwölf Projektpartner (FZJ, EADS Deutschland, DBFZ, Novagreen Projektmanagement GmbH, Mikroalgen unter dem Mikroskop Phytolutions GmbH, FH Lausitz, OMV Deutschland; RWTH Aachen, TUMünchen, Fraunhofer, VERBIO, Verfahrenstechnik Schwedt) die Ölgewinnung aus Algen und die Umwandlung in Biokerosin optimieren. Dazu untersuchen sie die gesamte Prozesskette von der Kultivierung der Algen über die Ernte und Extraktion bis hin zur Produktion eines standardisierbaren Kraftstoffs. Eines der Teilprojekte vergleicht mehrere Photobioreaktor-Technologien für die Kultivierung der Algen, Bild: Fraunhofer um frühzeitig Aussagen zur technischen Umsetzbarkeit unter mitteleuropäischen Verhältnissen und zu wirtschaftlichen Fragen ableiten zu können. Darüber hinaus erforscht das Projekt die energetische Nutzung von Algenbiomasse, die in der gegenwärtigen Algenbiotechnologie noch eine untergeordnete Rolle spielt, aufgrund klimapolitischer Gründe und der Ressourcenknappheit fossiler Energieträger jedoch immer mehr an Bedeutung gewinnt. www.fnr.de Projekte –kompakt >>> Siemens Energy, Erlangen, liefert für seinen Kunden Edo Cement, ein Unternehmen der nigerianischen BUA-Gruppe, Gasturbinen des Typs SGT-500 nach Nigeria. Die drei Industrieturbinen kommen bei der Stromerzeugung in der Okpelia-Zementfabrik inOkpella zum Einsatz und sollen dabei für niedrige Emissionswerte sorgen. Die Auslieferung der Turbinen ist für Frühjahr 2014 geplant. Nach der Fertigstellung wird das Werk eine Kapazität zur Herstellung von jährlich 2,5 Millionen Tonnen Zement haben. www.siemens.com >>> Die Mannheimer MVV Energie baut im 30 Kilometer südöstlich von London gelegenen Industriehafen Ridham Dock ein Biomasse- Kraftwerk mit einer elektrischen Netto-Leistung von gut 23 Megawatt. Das Unternehmen investiert dafür rund 140 Millionen Euro. Als Brennstoff nutzt es Altholz aus dem regionalen Umfeld. Pro Jahr werden dabei aus gut 172 000 Tonnen knapp 188 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Die benachbarte Industrie soll durch Kraft-Wärme- Kopplung aus dem Kraftwerk mit Wärme versorgt werden. Die Inbetriebnahme ist für Frühjahr 2015 angesetzt. www.mvv-energie.de >>> Trina Solar Limited unterstützt ein Hilfsprojekt von „Ingenieure ohne Grenzen e.V.“ und „Projekt für Liberia“ mit Solarmodulen: Die Module mit einer Gesamtleistung von 8,3 kW kommen bei der Elementary &Senior High School in Brewerville zum Einsatz –sie wird damit erstmals mit Strom versorgt. Durch die verwendeten Batteriespeicher mit einer Kapazität von fast 35 kWh lassen sich die Räumlichkeiten nun auch am Abend nutzen. Die komplette Photovoltaik- Inselanlage wurde von der oberbayerischen MaxSolar GmbH geplant, geliefert und errichtet. www.trinasolar.com 34 UmweltMagazin Juni 2013

Nungua Township UF-Technologie in Ghana Umden großen Trinkwasserbedarf der Großregion rund um die ghanaische Hauptstadt Accra zu bedienen, entsteht derzeit in Nungua Township eine Meerwasserentsalzungsanlage (Umkehrosmose), die täglich 60 000 Kubikmeter Trinkwasser für etwa 500 000 Endverbraucher in der Teshie-Nungua Region produzieren soll. Um die Meerwasserentsalzungsanlage mit vorgereinigtem Wasser gleichbleibender Qualität zuversorgen, hat sich der spanische Anlagenbauer Abeinsa EPC für den Einsatz von Ultrafiltrationstechnologie der inge GmbH aus Greifenberg entschieden. Das Projekt ist als Betreibermodell auf 25Jahre angelegt. In dieser Zeit betreibt die Befesa Desalination Developments Ghana Ltd. die Gesamtanlage für die staatliche Wassergesellschaft Ghanas, die wiederum die Endverbraucher versorgt. Nach dieser Zeit wird die Anlage an die staatliche Gesellschaft übertragen. Bei diesem Großprojekt liefert inge nicht nur Ultrafiltrationsracks mit Multibore Membranfaser sondern auch dizzer XL Module ein erweitertes Leistungspaket mit zentralen Quersammler- und Ventileinheiten für die zehn UF- Straßen sowie Unterstützung bei der Planung und Installation. Über 1400 dizzer XLModule werden inden Filtrationsstraßen verbaut. Alles in allem soll die UF-Einheit täglich rund 135 000 Kubikmeter vorgefiltertes Wasser für die Umkehrosmose bereitstellen. Mit einer Inbetriebnahme der Gesamtanlage ist imLaufe des nächsten Jahres zu rechnen. www.inge.ag NRW Teststand für Windkraftanlagen Der Trend inder Windkraft geht hin zu immer höheren und größeren Rotoren, weil sie die verfügbare Windenergie besser nutzen können. Zudem werden zunehmend Anlagen mit höherer Leistungsklasse gebaut. Mit 10 bis 20Megawatt können sie fast zehnmal mehr Strom erzeugen, als die heute gängigen Systeme, stellen aber auch höhere Anforderungen an die Technik. Um Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung geeigneter Antriebsstränge zu unterstützen, prüft das Forschungszentrum Jülich den Bau und Betrieb eines Großprüfstands für Komponenten, insbesondere Getriebe von Windkraftanlagen. Nordrhein-Westfalen ist der weltweit wichtigste Produktionsstandort für Getriebe von Windkraftanlagen. Daneben beheimatet das Land auch führende Forschungseinrichtungen im Bereich der Windenergie – darunter das „Center for Wind Power Drives“ der RWTH Aachen, das sich wesentlich ander Machbarkeitsstudie beteiligt und als enger Kooperationspartner an einer späteren Nutzung des Messstandes interessiert ist. Durch den Leistungszuwachs werden die Getriebe künftiger Windkraftanlagen noch stärker belastet. Bereits heute sind sie sehr wartungsintensiv. Neben einer Bedarfs- und Kostenanalyse soll die Studie vor allem die technische Umsetzbarkeit beleuchten. Die realistische Simulation der Kräfte, die bei einer Windkraftanlage imLeistungsbereich von 10 bis 20Megawatt auftreten, erfordert eine Testeinrichtung großen Ausmaßes. Ein Motor, der die entsprechenden Antriebskräfte aufbringen kann, müsste erst noch entwickelt werden. Zusätzlich wäre eine weitere Bewegungseinheit notwendig, mit der sich Scher- und Rüttel- kräfte an der Antriebswelle nachstellen lassen. Auch der Transport über Land stellt eine Herausforderung dar. Die Machbarkeitsstudie soll klären, ob sich die fraglichen Komponenten überhaupt über die bestehenden Verkehrswege nach Jülich schaffen lassen. Die Ergebnisse der durch das NRW-Ziel-2-Programm mit 318 000 Euro aus EU- und Landesmitteln geförderten Studie werden Ende des Jahres erwartet. www.fz-juelich.de Bild: Rainer Sturm/Pixelio UmweltMagazin Juni 2013 35

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