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6 | 2013

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TECHNIK UND MANAGEMENT

TECHNIK UND MANAGEMENT Abfall/Recycling Ob in der Abfallwirtschaft, beim Recycling oder im ressourcen- und energiebewussten Tiefbau –Schaufelseparatoren können einen Beitrag zu unterschiedlichen Aspekten des Umweltschutzes leisten. Schaufelseparatoren im Umwelteinsatz Wolfgang Reinhardt Mehr als 25 JahreErfahrung stecken in Konstruktion und Technologie der Schaufelseparatorendes finnischen Herstellers Allu. Mit dem multifunktionalen Anbaugerät lassen sich Trägergeräte wie Bagger, Rad- und Baggerlader sowie Traktoren zu mobilen Siebanlagen aufrüsten. Dabei sieben und brechen die unterschiedlichen Separatoren das Aufgabematerial auf Korngrößen von15bis 150Millimeter. DieModelle der Allu D- und DL-Serie können auch feuchtes Material schnell und effizient bearbeiten. Insgesamt lassen sichbis zu 160verschiedeneModellvarianten innerhalb der Allu D-Serie konfigurieren, sodassfür jeden Kunden die Maschinenindividuell gefertigt werdenkönnen. Müll aufhalden oder verladen Die Umwelttechnologie-Branche bietet Schaufelseparatoren ein weites Einsatzfeld. Beispiel Abfallwirtschaft: In Abfallumladestationen halden mit entsprechenden Geräten ausgerüstete Trägerfahrzeuge mit dem Siebvorgang gleichzeitig den Müll auf, verladen ihn auf Lkw oder beschicken Aufnahmetrichter, zum Beispiel von Ballenpressen. In der Biomasseverwertung ist das regelmäßige Durchmischen des Bioabfalls ein wesentlicher Faktor zur Beschleunigung des Kompostierungsvorgangs. Die Bearbeitung mit Schaufelseparatoren sorgt hier für einen gleichmäßigen Sauerstoffgehalt. Durch den hohen Sauerstoffeinschluss verringert sich die Geruchsemission maßgeblich, die Zersetzung des Komposts durch Mikroorganismen wird beschleunigt. Die Kompostierungszeit reduziert sich durch die Bearbeitung mit einem Allu- Schaufelseparator um 30 Prozent. Außerdem könnendie organischen Abfälle und Strukturmaterial gleichzeitig zerbrochen und gemischt werden. Sekundärrohstoffe aufbereiten Beim Recycling vonSekundärrohstoffen –wie Glas, Papier oder Holz –muss das Inputmaterial zur weiteren Aufbereitung von Störstoffen befreit, zerkleinert und verladen werden. Mit Schaufelseparatoren sind diese Schritte in einem Arbeitsgang möglich. Die Abläufe werden optimiert und die Kapazität erhöht. Mit Schaufelseparatoren lässt sich Bodenaushub zu einem homogenen Material aufbereiten, das sich für Wiedereinsatz imTiefbau eignet. Das Thema Boden als Baustoff gewinnt immer mehranBedeutung. Statt ihn aufwändig abzutransportieren, ist die Aufbereitung von„Abfallboden“auf der Baustelle selbst eine sinnvolle und rationelle Alternative, um die Ressourcen Boden und Sand zuschonen. Bodenverbesserung statt Bodenaustausch lautetdie Formel fürden Tiefbausektor. Mit Allu-Schaufelseparatoren kann der anfallende Bodenaushub auf Mischplätzen vor Ort aufbereitet und direkt wiederverwendet werden. Dazu wird der Boden zusammen mit dem gewünschten, aufgestreuten Zusatzmaterial, wie zum Beispiel einem Bindemittel, mit der Schaufel aufgenommen, durchmischt, zerkleinert und anschließend wieder eingebaut. Teure Transporte zurDeponie entfallen in derRegel ganz. Das bedeutet weniger Emissionsbelästigung für Umwelt und Anwohner bei gleichzeitiger Kostenersparnis. Kurze Transportwege und eine hohe Auslastung der Trägergeräte steigern denGewinn. Somit kann demKreislaufwirtschaftsgesetz Rechnung getragen werden. Zudiesem Konzept imFolgenden ein Beispielfall. Anwendungsfall Phoenix-See Auf dem Gelände des ehemaligen Hochofenwerks Phoenix West entsteht seit demJahr 2006mitteninDortmund ein neuesWohn- und Naherholungsgebiet mit künstlich angelegtem See. Das Großprojekt isteine Baumaßnahme der Stadt Dortmund in Zusammenarbeit mit der Phoenix See Entwicklungs- 42 UmweltMagazin Juni 2013

Bilder (2): Allu gesellschaft, der Emschergenossenschaft sowie NRW.Urban – einer 100-prozentigen Beteiligungsgesellschaftdes LandesNordrhein-Westfalen. Seit dem Jahr 2011 können Ufergrundstücke bebaut werden. Zuvor waren jedoch umfangreiche Maßnahmen zurBodenaufbereitung erforderlich, da derBoden des ehemaligen Hochofenwerks durch die vorangegangenen Abbrucharbeiten mit Bauschutt und anderen Störstoffenversetztwar. Durch die Durchmischung mit aufgestreuten Bindemitteln lassen sich die physikalischen Eigenschaften den Bodens weiter optimieren. Füllboden vor Ort reinigen und verbessern Zur Schaffung neuen Baugeländes entsprechend der Anforderungen der Stadt Dortmund mussten Steine, Eisen, Ziegel und sonstige Abbruchreste aus dem Füllboden entfernt werden. Weiterhin galt es, die Tragfähigkeit des Bodens zu erhöhen, um die Voraussetzungenfür eine spätere Bebauung zu schaffen. Nach AbwägenallerMöglichkeiten haben sich die Auftraggeber für eine schnelle, effiziente und rationelle Bodenaufbereitung direkt auf derBaustelle und damit für die Bodenaufbereitungstechnik der Allu Deutschland GmbH entschieden. So konnte trotzder großen MengeanStörstoffenauf den Einsatz einer Großfräse verzichtet werden. Über einen Zeitraum von drei Jahren waren zeitweise bis zuacht Bagger der 25- bis 30-Tonnen-Klasse aus der Allu-Mietflotte auf der Großbaustelle im Einsatz, jeweils ausgestattet mit einem Allu- Schaufelseparator vom Typ 4–17 X75. Diese sind mit vier 1,70 Meter langen Stabilisierungswellen ausgerüstet, haben einen hohen Brecheffekt und eigenen sich besonders zum Einarbeiten von Bindemittel zur Stabilisierung des Bodenaushubs. Ein leistungsstarkerHydraulikmotor setzt die Wellen über einenKettenantriebinBewegung. Über 70 Prozent umweltschonender und wirtschaftlicher Bei einem Bodenaustausch –ausgehend von einer Deponieentfernung von etwa 20 km und unter Berücksichtigung der Rücktransporte –ist ein Kraftstoffverbrauch von rund 50 lpro 100 km und ein Kohlendioxidausstoß von 2,65 g/l realistisch. Das bedeutet, dass pro Kubikmeter ausgetauschtem Boden 2,2 lDiesel verbraucht und 5,7 kgCO 2 produziert werden. Dagegen steht die Bodenverbesserung mit einem Kraftstoffverbrauch (Bagger 20l/h, 35 m³/h) von 0,57 l/m³. Das entspricht einer Reduzierung von mehr als 70 Prozent. Gleichzeitig wird die Bauzeit um etwa ein Drittel verringert –vorausgesetzt, dass das Trägergerät über ein hydraulisches Schnellwechselsystem verfügt. Schnellwechselsystem für hohe Maschinenauslastung Auf der Baustelle Phoenix-See wurde der Bodenaushub grob mit Bindemittel vorgemischt, anschließend mit dem Schaufelseparator aufgenommen und in einemArbeitsgang gemischt, gesiebt und vonStörstoffenbefreit. Es folgte der Wiedereinbau desaufbereitetenMaterials. Die eingesetzten Bagger waren alle mit einem Schnellwechselsystem ausgerüstet, sodass die Trägergeräte im Bedarfsfall innerhalb weniger Sekunden von der Siebanlage auf eine Standardgrabfunktionumgerüstetwerdenkonnten. Insgesamt haben die Maschinen bei dem Dortmunder Projekt bisher mehr als 1,5MillionenKubikmeter Boden mit etwa 50 000 Tonnen Weißfeinkalk als Bindemittelstabilisiert. Es entstand ein einbau- und verdichtungsfähiges Endprodukt, das im weiteren Fortgang der Baustelle für die Profilierung des Sees, für die Dammbereiche sowie weitere Landschaftsbauwerke verwendet wurde.Die geforderten Ev2-Werte –ein rechnerischer Wert aus Belastung und Setzung –lagen jenach Einbaubereich zwischen 45und 80 Meganewton pro Quadratmeter (MN/m²) und wurden durchgängig erreicht. DieSchaufelseparatoren haben sich selbst unter extremer Belastung und im Dauereinsatz als störungsfrei,leistungsstark und mit hoher Verschleißresistenz bewährt. Wolfgang Reinhardt, Allu Deutschland GmbH, Bünde, wolfgang.reinhardt@allu.net UmweltMagazin Juni 2013 43

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