Aufrufe
vor 4 Jahren

6 | 2013

  • Text
  • Unternehmen
  • Juni
  • Umweltmagazin
  • Energie
  • Energien
  • Emas
  • Einsatz
  • Anlagen
  • Verordnung
  • Deutschland

TECHNIK UND MANAGEMENT

TECHNIK UND MANAGEMENT Management Die Energiekosten entwickeln sich für Unternehmen immer stärker zu einem relevanten Wettbewerbsfaktor. Doch nur 20 Prozent verfügen über ein Energiemanagementsystem. Dabei können sie damit bis zu 70 Prozent ihrer Energiekosten sparen. Energiekosten im Unternehmen senken Gabriele Riedmann deTrinidad Der vergangene Winterhat tiefindie Geldbörse der Haushalte und Unternehmen gegriffen. Allein die Stromtarife sind zum Jahreswechsel um durchschnittlich 12Prozent gestiegen. Obwohl sich die Energiepreise immer mehr auf die Gesamtkosten der Unternehmendurchschlagen, scheinen Energieeffizienzmaßnahmen für viele noch kein Thema zu sein. Dabei lassen sich mit Lösungen für Energiemanagement die steigenden Energiepreise mehr als ausgleichen. Nach Angaben des Institutsfür Trendund Marktforschung trend:research nutzen nur 20 Prozent der UnternehmenSysteme,mit denensie ihren Energieverbrauch transparent machen und steuern können. Dabei können Unternehmen –jenach Maßnahme –ihre Energiekostenumbis zu 70 Prozent verringern. Dies würde sich sogar auf den Energiebedarf der Europäischen Union durchschlagen. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System-und Innovationsforschung ISI könntenUnternehmen mit Energieeffizienz-Maßnahmen bis zum Jahr 2050 den Verbrauch um zwei Drittelsenken. Energiemanagementsystem für Gebäude Der erste Schritt zu mehr Energieeffizienz ist es, einen Überblick über alle Verbräuche zu erhalten. Diese Transparenzlässtsichmit einemSystemzum Energiecontrolling für Gebäude schaffen. DieLösung activeOperation der Telekom und ihrer Tochter Itenos erfasst sämtliche Verbrauchsdaten in Büroräumen oder der Produktion, stellt sie in Echtzeitdar und spürtsoverdeckte Kostenauf. An den jeweiligen Verbrauchsstellen werden Sensoren oder elektronische Zähler–SmartMeter –montiert, die die Verbrauchsdaten per Festnetz oder Mobilfunk an eine Software senden. Diese visualisiert, analysiert und vergleicht Mit der Software activeOperation können Unternehmen viele Verbrauchsdaten verschiedener Standorte überwachen und vergleichen. dieInformationen. Neben denVerbräuchen lassen sichauchandere Messwerte oder externe Daten importieren, zum Beispiel Wetterinformationen, standortspezifische Faktoren wie Quadratmeter Fläche oder etwa Informationen zu denproduzierendenEinheiten. Mit einem Reporting- und Analyse- Tool erstellen Betriebsleiter Berichte, Analysen und Übersichten. Dadie Effizienzmanagementlösung webbasiert ist, können sie die Daten mit jedem beliebigen, internetfähigen Gerät abrufen: Tablet,Smartphone oderPCstellen die Werteübersichtlich als Grafiken dar. Dabei zeigt die Lösung die Verbräuche auch für einzelne Standorte oder Anlagen. Alarmmeldungen bei hohen Verbräuchen Die integrierten Auswertungsmöglichkeiten erlauben zudem einen Vergleich der Gebäude über Kennzahlen und somit die Identifikation von Optimierungspotenzialen. Schließlich sind Energieverbräuche von Fabrikhallen kaum mit Bürogebäuden oder Alt- mit Neubauten vergleichbar.Soist derEnergieverbrauchinälterenGebäuden etwa drei-bis fünfmal höherals in modernen 50 UmweltMagazin Juni 2013

Gebäuden. Typische Kennzahlen sind beispielsweise der Stromverbrauch pro Fläche, die Einhaltung der Raumtemperatur oder der Verbrauch umMitternacht im Verhältnis zum Tagesverbrauch. Hierdurch lässt sich sehr einfach herausfinden, ob es außerhalb von Geschäftszeiten vermeidbaren Energieverbrauchgab. Damit Betriebsleiter inder Lage sind, schnell wichtige Informationen zuerfassen, lassensichinder Effizienzlösung Regeln und Warnmeldungen definieren. Das System schlägt Alarm, sobald definierte Werte wie zum Beispiel Temperaturen über- oder unterschritten werden. Auch ungewöhnliche Verbrauchsspitzen werden frühzeitig erkannt, die etwa auf defekte Geräte oder offenstehende Türen von Kühlräumen hinweisen. Kleine Maßnahmen, große Wirkung Welches Sparpotenzial in Energiecontrolling fürGebäudesteckt, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel: Von den Gesamtkosten, die im Lebenszyklus einer Immobilie entstehen, entfallen rund 20 Prozent auf die Planungs- und Bauphase. Dierestlichen80Prozententstehen während der Nutzungsphase. Die Hälfte davon sind wiederum Energiekosten. Die genaue Summe hängt jedochvon vielenunterschiedlichenFaktorenabund lässt sichvorab schwer beziffern. In der Regel sparen Unternehmen mit Energiecontrolling für Gebäude bis zu15Prozent. Oft haben bereits einfache Maßnahmen eine große Wirkung –zum Beispiel der Einbauvon Sonnenschutzvorrichtungen, lastgesteuerten Heizungspumpen, neuen Thermostatventilen oder automatisierten Lüftungen. Neben der Wärmeenergie für Gebäude können Unternehmen auch beim Strom sparen. Vor allem der Verbrauch der Informationstechnik ist ein relevanter Faktor. ObLaptop, Drucker oder Voice-over-IP-Telefone –Büroelektronik sowie Server verbrauchen im Alltag mittlerweile beinahe so viel Strom wie die Beleuchtung. Bei vielen Unternehmen macht die Büro-IT bis zu Mit der App von Joulex lässt sich der Desktop-PC automatisch herunter- oder herauffahren. Bilder (2): Deutsche Telekom 40 Prozent derStromkostenaus.Mit der Energieeffizienz-Lösung Joulex, die die Telekom vertreibt und einrichtet, können Unternehmen bis zu 60 Prozent Stromsparen. IT –der unterschätzte Stromfresser Die Software inventarisiert und erfasstinEchtzeitdie Stromverbräuche aller Geräte im unternehmenseigenen Netzwerk über deren IP-Adresse:von der Office-IT über Zutrittsregler undVideokameras bis hin zu Servern. Den genauen Energieverbrauch des gesamten Netzwerkes stellt die Lösung in einer webbasierten Software dar. Für diesen umfassenden CheckmüssenUnternehmen keinerlei Hardware anschaffen oder aufwendige Installationenvornehmen. Die Applikation wirdlediglichauf dem Serveraufgespielt und erfasstautomatisch alle IP-Geräte,die sichimNetzwerk befinden. Mithilfeder Verbrauchsanalyse ermitteln Unternehmen, welche Geräte besonders viel Energie verbrauchen und welche sie dringend ersetzen sollten. DieAuswertung kann dabei für Abteilungen oder Standorte erfolgen oderbis zumeinzelnenGerät definiert werden. Ein weiterer wichtiger Faktor für den Stromverbrauch der Unternehmens-IT ist der Stand-by-Modus. Mehr als die Hälfte der Angestellten inDeutschland fährt nach Angaben des PC-Energy-Reports von 1E, der Alliance to Save Energy, und Harris Interactive ihren Computer zumFeierabendnicht herun- ter. Wenn alle Geräte am Arbeitsplatz ausgeschaltet würden, ließe sich inder EU laut Fraunhofer-Institut für Systemund Innovationsforschung jedes Jahr 1Milliarde Euro einsparen. Außerdem könnte der Ausstoß von 3,1 Millionen TonnenklimaschädlichemCO 2 vermiedenwerden. App schaltet ab Zur Joulex-Lösung gehört auch eine App für Smartphones, die den Computer des Arbeitnehmers steuert. Die Software auf demHandy desMitarbeiters erkennt, ob sich der Betroffene imGebäude befindet. Kommt der Arbeitnehmer zur Arbeit, schaltet die App Rechner, Monitor und Drucker automatisch ein. Merkt die Software, dass er den Heimwegangetreten hat, schaltetsie die IT an seinem Arbeitsplatz aus. Mithilfe derLösung lassensichsogar Regeln definieren. Etwa: Alle Unternehmens-PCs fahren automatisch um20Uhr herunter, es seidenn, einMitarbeiterist noch im Büro. Ein anderer wichtiger Kostenfaktorist die Beleuchtung. Sie ist inUnternehmenmeistensder größteStromverbraucher. Lassen Unternehmen ihre alten Leuchtstoffröhren gegen energiesparende und umweltfreundliche LED Tubes austauschen, sparen sie bis zu 70 Prozent der Kosten fürLicht. LEDist ein echtes Highlight: Die Leuchtmittel sind wartungsfrei und widerstandsfähig, haben mit über 45 000 Stunden eine extrem hohe Lebensdauer, schalten sich sofort ein, flackern und brummen nicht. Zudemfällt bei ihrer Entsorgung kein Sondermüll an.Damit Unternehmen vom ersten Tag annicht nur Energie, sondern auch Geld sparen, finanziert die Telekom Unternehmen diese Investition über einen Mietkauf. Damit zahlenUnternehmenmonatlich für die laufenden Kosten und die Rückzahlung derInvestition weniger Geldals vorher fürdie Beleuchtung alleine. Gabriele Riedmann deTrinidad, Deutsche Telekom, Bonn, zitta.moncada@t-systems.de UmweltMagazin Juni 2013 51

Ausgabenübersicht