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6 | 2013

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NACHRICHTEN Europa

NACHRICHTEN Europa Investitionen in intelligenteStromnetze Bericht der Europäischen Kommission veröffentlicht Zahlen Deutschland gehört mit dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien zu den führenden Investoren in intelligente Stromnetz-Projekte (Smart Grids). Das geht aus dem Bericht hervor, den die Europäische Kommission kürzlich veröffentlicht hat. Erlistet 281 Smart Grid Projekte und 90 intelligente Zähler-Projekte in der EU, Kroatien, der Schweiz und Norwegen auf. Zusammen kommen sie auf eine Investitionssumme von 1,8 Milliarden Euro. Davon entfallen 15Prozent auf das Vereinigte Königreich und je 12 Prozent auf Deutschland und Frankreich. Dänemark engagiert sich am Bild: Rainer Sturm/Pixelio stärksten im Bereich Forschung und Entwicklung. Außerdem stellt das Land mit Abstand die größte Summe pro Kopf (mehr als 30 Euro) sowie pro verbrauchte Kilowattstunde (0,5 Euro) für Smart Grid-Projekte zur Verfügung. In Deutschland sind esweniger als 5Euro pro Kopf und weni- ger als 0,1 Euro pro Kilowattstunde. Der Bericht verzeichnet auch etwa 60multinationale Projekte, wobei Deutschland auch hier zur Spitzengruppe gehört. Fast alle dieser Projekte werden von der EU gefördert. Private Gelder machen bei den Smart Grid-Projekten insgesamt weniger als die Hälfte aus. Ein Faktor, der private Investitionen nach wie vor hemmt, ist die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich eines Geschäftsmodels für Smart Grid-Anwendungen und die Frage der Verteilung von Kosten und Gewinn unter den Akteuren. Fördergelder spielen noch immer eine entscheidende Rolle bei der Anregung privater Investitionen in Forschung und Entwicklung intelligenter Netze und Pilotprojekte. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „E-Energy –IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft“, ein Förderprogramm des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, an dem insgesamt 8500 Endverbraucher insechs Modellregionen teilnehmen. http://ec.europa.eu Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie Erste Berechnungen zur Treibhausgas-Reduzierung ImJanuar hatte der NRW- Landtag das erste deutsche Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Treibhausgas-Minderungszielen verabschiedet. Es sieht bis zum Jahr 2020 eine Treibhausgas-Reduktion um mindestens 25 Prozent gegenüber 1990 vor; bis 2050 sollen mindestens 80 Prozent reduziert werden. Der Klimaschutzplan wird alle fünf Jahre fortgeschrieben und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Gemeinsam mit Vertretern aus allen Bereichen der Gesellschaft erstellt die Landesregierung derzeit in einem umfangreichen Dialog- und Beteiligungsprozesse einen Klimaschutzplan, der Strategien und Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele in Nordrhein-Westfalen beinhaltet. Im Rahmen der Erarbeitung hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (WI) erste eigene Berechnungen zu möglichen Reduktionspotenzialen von Treibhausgasen in NRW durchgeführt. Diese zeigen, dass NRW das theoretische Potenzial hat, die mittelfristigen Klimaschutzziele zu erreichen. Demnach könnten in dieser Region bis zum Jahr 2020 mehr als 40 Prozent der Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu1990 reduziert werden. Mit seinen Berechnungen liefert das WI einen wichtigen Input für die nächsten Runde der Arbeitsgruppen des Gebäude des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie Bild: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie Klimaschutzplans. Mit dem dort gebündelten Sachverstand werden diese Grundlagen für weitere Berechnungsschritte geprüft und verfeinert. Der Dialogprozess des Klimaschutzplans sieht nun eine Bewertung der ersten Rechenläufe des WIin den Arbeitsgruppen vor. www.wupperinst.org 6 UmweltMagazin Juni 2013

Ausdem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Batterien im Test Batterien enthalten oftmals zuviele Schwermetalle. Zudiesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie imAuftrag des Umweltbundesamtes (UBA). Darüber hinaus wird der Schwermetallgehalt häufig nicht gekennzeichnet. Schwermetallhaltige Batterien und Akkus müssen die entsprechenden chemischen Symbole „Hg“, „Cd“ und „Pb“ tragen, wenn die vorgeschriebenen Schwellenwerte überschritten werden. Laut Studie fehlt jedoch bei fast der Hälfte der untersuchten Knopfzellen die Kennzeichnung „Hg“ für Quecksilber, obwohl diese nachweislich den vorgegebenen Schwellenwert überschreiten. Zusätzlich ließen sich in einigen als quecksilberfrei gekennzeichneten Knopfzellen zwischen 0,4 bis 2Prozent Quecksilber nachweisen. Auch die Hälfte der Batterien, die das Symbol „Pb“ für Blei tragen müsste, hatte keine entsprechende Kennzeichnung. Die Belastungen in vielen der untersuchten Zink-Kohle-Batterien sind besonders hoch: Fast jede Zweite überschreitet den Cadmium-Grenzwert. Das UBA empfiehlt, stattdessen Alkali-Mangan-Batterien zuverwenden. Schwermetallgehalte lagen hier inallen untersuchten Fällen unterhalb der gesetzlichen Schwellenwerte, so dass keine Kennzeichnung nötig war. Grundsätzlich sollten Batterien durch Akkus zu ersetzt werden, insofern das technisch möglich ist. Zusätzlich zur Schwermetallbelastung fällt die Energiebilanz von Batterien deutlich negativ aus. So wird bei der Herstellung von Batterien 40- bis 500-Mal mehr Energie eingesetzt, als in der Batterie zur Verfügung steht. Daher lohnt essich, gezielt nach Produkten zu suchen, die ohne Batterien funktionieren. Auf solche weisen Qualitätssiegel wie „Der Blaue Engel“ hin. Tipps zum Thema liefert außerdem der kostenlose UBA-Ratgeber „Batterien und Akkus“. Die neue Mobilität Vorallem durch den Straßenverkehr entstehen hohe Emissionen von Treibhausgasen, Feinstaub oder Lärm. Zwar hat sich etwa die CO 2 -Bilanz vieler einzelner Fahrzeugtypen verbessert. Insgesamt gesehen haben sich die Treibhausgas- Emissionen imVerkehrsbereich aber nicht merklich verringert. Der überwiegende Teil der CO 2 -Emissionen imPersonenverkehr entsteht in eher ländlichen Regionen. Etwa drei Viertel des gesamten CO 2 -Ausstoßes des Personenverkehrs wird in kleinen und mittelgroßen Städten und deren Umland emittiert. Dort müssen insbesondere Maßnahmen zur CO 2 -Einsparung ansetzen. Problematisch sind Verkehrskonzepte auch dann, wenn sie sich zu stark am Auto ausrichten. Denn für den Autoverkehr werden große Flächen benötigt. Schwächere Verkehrsteilnehmer, wie Kinder und ältere Personen, können im Alltag wiederum leichter durch Autos gefährdet werden. Das UBA plädiert für einen umfassenden Ansatz, in dem alle Mobilitätsformen umweltschonend miteinander kombiniert werden. Eine zentrale Rolle bei der Neuausrichtung von Verkehrskonzepten spielt der Radverkehr. Damit mehr Menschen aufs Rad umsteigen, müssen einerseits die Bedingungen des Radverkehrs deutlich verbessert werden. Andererseits müssen die Angebote des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs, des Car-Sharings mit diesem kombiniert werden. Die Angebote der Verkehrsmittel müssen dafür entsprechend gut ausgebaut sein. Das führt zu Emissionsminderungen und steigert auch den wirtschaftlichen Nutzen nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Für diese Annahme liefern die beiden neuen UBA-Studien „Potentiale des Radverkehrs für den Klimaschutz“ und „Wirtschaftliche Aspekte nichttechnischer Maßnahmen zur Emissionsminderung im Verkehr“ neue Belege. www.umweltbundesamt.de Bundesumweltministerium Energiesparendes Verfahren in der Möbelindustrie gefördert Das Bundesumweltministerium (BMU) fördert ein umweltfreundliches Verfahren zur Kantenbeschichtung inder Möbelindustrie. Das Unternehmen Karl W. Niemann aus Preußisch Oldendorf inNordrhein-Westfalen erhält rund 385 000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des BMU. Die neue Methode hilft dabei, Energie einzusparen und somit den Kohlendioxidausstoß zu senken. Auch der Einsatz von Klebstoffen, Löse- und Trennmitteln soll dadurch verringert werden. Mit den Fördermitteln wird anteilig die Errichtung einer Spezialanlage zur Beschichtung von Schmalflächen von Möbelteilen finanziert. Bislang ist das Verfahren insbesondere bei nicht geraden Kanten sehr aufwändig und mit hohem Energieverbrauch, Lösemittelemissionen und Materialverlusten verbunden. Bei dem neuen Verfahren beträgt die Energieeinsparung etwa 11 616 Kilowattstunden Energie pro Jahr. Dies entspricht einer jährlichen Kohlendioxid-Verminderung von rund 6539 Kilogramm. Auch wirkt sich der verringerte Einsatz von Klebstoffen, Löse- und Trennmitteln positiv auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz aus. Das Verfahren basiert auf Atmosphärendruck-Plasmaaktivierung. Hierfür werden die Kanten beim Hersteller mit einem speziellen Polyurethan vorbeschichtet, das mit Hilfe des Plasmas aktiviert wird. DaimGegensatz zum ursprünglichen Verfahren der Klebstoff nicht mehr energieaufwändig getrocknet werden muss, kann etwa 40Prozent Energie eingespart werden. Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen. www.bmu.de Bild: Karl W. Niemann UmweltMagazin Juni 2013 7

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