Aufrufe
vor 4 Jahren

7/8 | 2013

  • Text
  • Juli
  • Umweltmagazin
  • Unternehmen
  • Deutschland
  • Energien
  • Technik
  • Anforderungen
  • Energie
  • Anlagen
  • Verordnung

Mittelwertkontrollkarte

Mittelwertkontrollkarte 40 mg/l TC. Messungen, die außerhalb der Kontrollgrenzen liegen, werden automatisch rot markiert. derem einen Test zur Bestimmung der Partikelgängigkeit. Hierbei wird eine Cellulose-Suspension hergestellt mit einer Kohlenstoffkonzentration von 100 mg/l. Eine Analyse soll Ergebnisse im Bereich von 90 bis 110 Prozent liefern. Liegt die ermittelte Konzentration in diesem Bereich, hat das System denTest bestandenund darfzur Analysevon partikelhaltigen Wässern verwendet werden. Dieser Test kann ebenfalls in der Software der TOC-L-Systeme definiert werden, Auswertung und Beurteilung vollautomatisch und inklusive. Kontrollkartenfunktionen Um Trends oder Systemverschlechterungen rechtzeitig zu erkennen, wird derVerlauf derKontrollproben auf einer Zeitachse dokumentiert. Dabei entstehen Kontrollkarten. Um beispielsweise die NPOC-Analyse (NPOC: Non Purgeable Organic Carbon =nicht ausblasbarer organischer Kohlenstoff) zu kontrollieren, könnte ein Anwender zuBeginnund zumEnde einerAnalysenreihe einenKontrollstandardaus dem mittleren Bereich seiner jeweiligen Kalibrierfunktion mitanalysieren. Das Ergebnis (Y-Achse) wird unter dem Datum (X-Achse)indie Karteeingetragen.Dieser Schritt kann je nach Umfang der Kontrollmaßnahmen viel Zeit in Anspruch nehmen. Oftmals werden die Ergebnisse ineinem anderen Computer- Programm manuell eingegeben oder grafischindie Kartegezeichnet. Die TOC Control Lbesitzt ein integriertes Kontrollkartenprogramm. Somit braucht der Anwender keine Werte mehr manuell zu übertragen, dies erledigtdas System automatisch. Mit dieser Software können Mittelwertkontroll-, Blindwert-, Wiederfindungs-, Spannweiten- und individuelle Kontrollkarten angelegt und automatisch geführt werden.Eine editierbareZelle bietet zusätzlich die Möglichkeit, die Ergebniseinträge zu kommentieren. Oftmals arbeiten die TOC-Autosampler die Proben über Nachtab. Umso ärgerlicher, wenn der zuständige Mitarbeiter amnächsten Morgen feststellt, dass die Kontrollproben außerhalb der angegebenen Toleranz-Grenze liegen. DieSoftwarebietetauchhierfür eine Lösung. Bei Überschreiten der Toleranzgrenzen kann sie eine automatische Neukalibration auslösen oder den Lauf von der letzten Kontrollprobe innerhalb derToleranzgrenzen wiederholen. Export-Funktionen In der Qualitätssicherung spielenstatistische Auswertungen eine bedeutende Rolle: Die Daten der Grundkalibrierung werden beispielsweise dazu genutzt, die Verfahrenskenndaten zu ermitteln oder Ausreißertests durchzuführen.Daherkönnen die aufgenommenen Messwerte exportiert werden. Hierbei wird ein Datenfile erzeugt, das sich mit einem Programm für statistische Auswertung –zum Beispiel Excel – öffnen und anschließend weiterverarbeiten lässt. Dies spart vor allem Zeit, wenn einzelne Messwerte üblicherweise manuell übertragen werden. Den Export kann der Anwender anpassen, Vom Analysator TOC-L automatisch erstellte Zehn-Punkt-Kalibrierung im Bereich von 1bis 10 mg/l indem er einfach auswählt, was exportiertwerdensoll. Audit-Trail DieTOC ControlL-Software vonShimadzuhat zudemeinenAudit-Trail, der genau erfasst, wie das System gesteuert und bedient wurde. Jedes Detail, jede Veränderung und Einstellung lässt sich aufzeichnen. Schnell ist nachvollziehbar, wo das System fehlerhafteingestellt wurdeoderwelcheVeränderungen vorgenommen wurden. Eine zusätzliche Benutzerverwaltung personalisiert die Bedienung. So istneben einernachträglichen Überprüfung der Einstellungen auch eine individuelle Rechtevergabe möglich. Der QM-Verantwortliche kann so die Maßnahmen festlegen – und der Anwender kann diese Einstellungennicht verändern. Fazit Viele kleine,aber wichtige Werkzeuge in der TOC Control L-Software helfen dabei, den Arbeitsaufwand zu reduzieren und lassen sich durch freiwählbare Parametrierung in jedes QM-System integrieren. Automatische Verdünnungsfunktionen und automatische Probenvorbereitung des TOC-L-Analysators schaffen Freiraum für andere wichtige Arbeiten. Sascha Hupach, Shimadzu Deutschland GmbH, Duisburg, info@shimadzu.de Bild und Grafiken (2): Shimadzu UmweltMagazin Juli -August2013 23

SPECIAL Messtechnik/Analyse Bild: berggeist007/Pixelio Erkundung des Schadstoffabbaupotenzials in Böden und Sedimenten An einer Vielzahl von kontaminierten Feldstandorten kann überwachter natürlicher Schadstoffabbau (Monitored-Natural- Attenuation; MNA) unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten eine lohnende Sanierungsstrategie sein. Mittels einer neuen Direct-Push-basierten Messsonde kann jetzt erstmals das mikrobielle Schadstoffabbaupotenzial nicht nur in Grundwasserleitern, sondern auch in kontaminierten Böden ohne Grundwassermessstellen und im Einklang mit anderen Direct-Push Verfahren ermittelt werden. Christian Schurig und Prof. Matthias Kästner ImLaufe von zwei Jahrhunderten Industrialisierung wurde eine große Zahl Feldstandorte mit organischen Substanzen kontaminiert. Allein für Deutschland geht das Umweltbundesamt daher von über 300000 altlastenverdächtigen Flächen aus [1], wobei 10 bis 15Prozent dieser Standorte besondersschwere Kontaminationenaufweisen [2]. Eine flächendeckende Sanierung dieser Standorte mittels invasiver Methoden ist unter gegebenen finanziellen Umständen nur teilweise möglich, weshalb überwachter natürlicher Schadstoffabbau eine geeignete Sanierungsstrategie für viele dieser Flächen seinkann. UnterMNA versteht man dabei natürlich auftretende Prozesse, wie Schadstoffadvektion mit dem Grundwasserfluss, Schadstoffsorption an Bodenbestandteile, Schadstoffdispersion, Verflüchtigung volatiler Schadstoffe und mikrobieller Schadstoffabbau, die zu sinkenden Schadstoffkonzentrationen führen [3], wobei die organische Kontamination nur durch mikrobiellen Schadstoffabbau nachhaltig beseitigt wird [4]. Trotz der augenfälligen Vorteile dieser natürlich auftretenden Prozesse als Sanierungsmethode bleibt der spezifische Nachweis des mikrobiellen Abbaus vorOrt schwierig, sodass gegenwärtig nur wenige Methoden von Behörden zum Nachweis natürlichen Schadstoffabbaus zugelassen und akzeptiert sind. Mini-Labore imGrundwasser Eine dieser Methoden sind In-situ-Mikrokosmen, sogenannte BACTRAPs [5,6,7], bei denenein Trägermaterial mit Schadstoff beladen wird, welchermittels stabiler, nicht radioaktiver Isotope markiertist,und diese anschließend steril in Grundwasserbrunnen eingebracht werden, in denen esals Aufwuchs- und Besiedelungsoberfläche für schadstoffabbauende Grundwasserbakterien dient (siehe Bild 1). Nach einer Besiedelungsperiode von gut sechs Wochen werden die Mikrokosmen aus demGrundwasser entfernt und im Labor auf isotopen-markierte Biomarker, wie Membranlipide oder Nukleinsäuren (RNS, DNS), untersucht, um den Schadstoffabbau mittels Übergang des Isotopenmarkers vom Schadstoff zur mikrobiellen Biomasse nachzuweisen. ImUnterschied zuherkömmlichen Laboruntersuchungen wird mit dieser Methode der Abbau unterstandorteigenen Bedingungen nachgewiesen, womit Messfehler bedingt durch die mangelnde Kultivierbarkeit von Mikroorganismen unter Laborbedingungen minimiert werden können. Geeignete Einsatzorte und die zu untersuchendenSchadstoffefür BACTRAPsan einem Feldstandort setzen allerdings eine vorherigeErkundung des Standorts mit anderenMethodenvoraus. 24 UmweltMagazin Juli -August2013

Ausgabenübersicht