Aufrufe
vor 4 Jahren

7/8 | 2013

  • Text
  • Juli
  • Umweltmagazin
  • Unternehmen
  • Deutschland
  • Energien
  • Technik
  • Anforderungen
  • Energie
  • Anlagen
  • Verordnung

Leverkusen Klimaschutz

Leverkusen Klimaschutz im Chempark Chempark in Leverkusen Der Chempark-Manager und -Betreiber Currenta, Leverkusen, hat mit seinem Klimaschutzprogramm Effizienzklasse A++ die Zielmarke von 200000 Tonnen Kohlendioxid (CO 2 )-Ersparnis erreicht. Im Laufe des Jahres wird nach Abschluss aller rund 230 Projekte in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen das Ziel mit fast 210000 Tonnen CO 2 sogar um 5Prozent übertroffen. Das Klimaschutzprogramm lebt vor allem durch Ideen der Mitarbeiter, die aufzeigt haben, wo und wie sich Energiesparen und dauerhaft Klimaschutz realisieren lässt. Auf diese Weise ließen sich immer mehr technische und betriebliche Optimierungen verwirklichen. 203 Projekte wurden fertiggestellt und weitere 31 Projekte plus 52 Kleinstmaßnahmen laufen noch. Beim Blick auf die drei Chempark-Standorte wird Leverkusen mit 43 Prozent den größten Beitrag bei der Ersparnis von fast 210000 Tonnen CO 2 leisten, gefolgt von Krefeld-Uerdingen mit 30Prozent und 27 Prozent inDormagen. Im Laufe der Jahre gestaltete sich die Suche nach signifikanten Einsparpotenzialen, wie sie vor allem punktuell inden Currenta-Kraftwerken und -Verbrennungsanlagen gefunden werden konnten, aber auch immer schwieriger. Ließen sich 2008 mit einem Projekt durchschnittlich noch 1100 Tonnen CO 2 einsparen, so fiel der Wert bei gleichgroßem Engagement vier Jahre später mit 350 Tonnen Klimagasreduzierung um den Faktor drei kleiner aus. Nun wird das Klimaschutzprogramm methodisch weiter entwickelt. Der Chempark-Manager und -Betreiber hat sich deshalb entschieden, als Nachfolger ein Energiemanagement-System einzuführen. Bei diesem ganzheitlichen Ansatz werden sämtliche Energieströme und -verbräuche in den Anlagen und -Gebäuden anhand von Energieeffizienzanalysen untersucht und bewertet. Dabei sollen sowohl externe Experten als auch wieder die Belegschaft ihr Know-how einbringen können. Die Methodik der Energieeffizienzanalysen wurde bereits im vergangenen Jahr an zwei Pilotprojekten im Chempark Krefeld-Uerdingen in der Praxis getestet. Sowohl die ersten Analysen imKraftwerk als auch der Abfallverbrennungsanlage offenbarten Potenziale für noch mehr Energieersparnis und damit Klimaschutz. www.currenta.de Bild: Currenta Kerala/Indien Pellets und Briketts aus indischen Wasserhyazinthen Indische Wasserhyazinthe Bild: Togo Nach Versuchen, Wasserhyazinthen in Biogasanlagen nutzbar zu machen, plant der indische Bundesstaat Kerala, den Energieertrag, der sich aus diesen Pflanzen herausholen lässt, zu steigern. Die Wasserpflanzen, die den Fischfang und die Schifffahrt nicht nur in Kerala massiv beeinträchtigen und zudem eine Brutstätte für Malaria wie Filariose übertragende Mosquitos sind, sollen künftig genutzt und mithilfe eines Verfahrens der Münchener florafuel AG zu CO 2 -neutralen Pellets wie Briketts verwertet werden. Inwiefern sich der Energieertrag ändert, wenn statt den hierzulande primär verwerteten Biomassen und Biomasse-Reststoffen nun Wasserhyazinthen einer florafuel-Anlage zugeführt werden, sollen Untersuchungen bezüglich der Inhaltstoffe der Wasserpflanzen klären. Auch, wie die Wasserhyazinthen aufbereitet werden müssen, damit sie verwertet werden können, soll in Praxistests erprobt werden. Dem Bundesstaat Kerala bietet das Verfahren die Möglichkeit, sich die mehr als reichlich vorhandenen, bislang aber nicht verwerteten Wasserhyazinthen als regenerative Energieressource in Form von Pellets und Briketts zuerschließen. Die Inder könnten zudem auf diese Weise ihren Energiemix erweitern und sich dadurch von anderen Energieproduzenten unabhängiger machen. www.florafuel.de UmweltMagazin Juli -August2013 29

TECHNIK UND MANAGEMENT Wasser/Abwasser EnergieTechnik-Haus der Rostocker KuK EnergieTechnik GmbH: Hocheffizienzpumpen der Grundfos-Baureihe Alpha2 sind in den Verteilerkreisen der Heizungsanlage installiert. Hocheffizienzpumpen fürden richtigen Energiemix Der wichtigste Rohstoff für die Zukunft der Energieversorgung sind innovative Ideen. Ein Beispiel ist die Hybrid-Wärmepumpe, die das Rostocker Unternehmen KuK Energietechnik zusammen mit dem Hersteller MHG Heiztechnik entwickelt hat. Im neuen EnergieTechnik-Haus in Rostock ist zu sehen, wie sich Erneuerbare Energien intelligent nutzen lassen. Realisiert wurde die Anlage mit neuester Pumpentechnik von Grundfos. Jochen Krings Das im März 2013 fertiggestellte EnergieTechnik-Haus im Rostocker Stadtteil Evershagen ist nicht nur die neue Zentrale der KuK Energietechnik GmbH, sondern auch ein überzeugendes Praxisbeispiel für die zukunftsweisende Nutzung Erneuerbarer Energien. „Wir demonstrieren anunserem eigenen Gebäude, wieman mit ausgefeilter Technik verschiedene Wärmequellen intelligent auswählen und die Nutzung der Wärmeenergie optimal steuern kann“, sagt Steffen Karow, Geschäftsführender Gesellschafter der KuK Energietechnik. Von der Idee zur Weltneuheit Gestartet ist Karow 1994 mit der KuK Wärmetechnik, einem Fachbetrieb für Heizungs-, Kühlungs-, Lüftungsanlagen und Sanitärtechnik. Der Fokus lag von Anfang an auf Erneuerbaren Energien. Karowgab sichaber nicht einfach mit den vorhandenen Lösungen im Markt zufrieden, sondern suchte nach Möglichkeiten, die Vorteile verschiedener regenerativer Energiequellen zusammenzubringen. Der Ingenieur hat eine Hybrid-Wärmepumpentechnik entwickelt, die erstmalig in einemeinzigen System die Nutzung von Luft, Erdwärmeund Sonne als Wärmequelle vereint. Mit demHerstellerMHG Heiztechnik als Partnerwurde die Lösung zurSerienreife geführt und 2008 unter dem Produktnamen ThermSelect als Weltneuheit auf denMarkt gebracht. Bereits 2004 hatte Karow die KuK Energietechnik GmbH gegründet,die als Fachgroßhandel hochwertigeSystemkomponenten für regenerative Energien vertreibt und sich damit im norddeutschen Raum einenguten Namengemacht hat. Dasneue EnergieTechnik-Haus istein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Als Unternehmenssitz bietet das Anfang März bezogene Gebäude auf rund 500 Quadratmetern (m 2 )Nutzfläche Raum für Büros, Schulungen, Lager und Logistik. Gleichzeitig dient es mit seinem innovativen Energiekonzeptund demgläsernen Technikraum als erlebbares Praxisbeispiel für die zukunftsweisende Nutzung regenerativer Energien. Sonne, Luft und Erdwärme Das Besondere am Energiekonzept des Gebäudes ist die flexible Nutzung unterschiedlicher regenerativer Energiequellenmit derThermSelect Hybrid- Wärmepumpe in einemkompakten Gerät. „Der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe ist abhängig von der verfügbaren Wärmequelle“, so Karow. „Je nach Jahreszeit und Anlagenbedingungen ist manchmal die Außenluft und manchmalder Erdkollektor die geeignetere Wärmequelle, zudem lässt sich auch die Sonnenenergie als zusätzliche Wärmequelle nutzen. Deswegen kombinierenwir mit unserem Hybridsystem eine Luft/Wasser-und eine Sole/Wasser- Wärmepumpe in einemGerät und binden zusätzlich noch eine thermische Solaranlage ein.“ Das ThermSelect-System stellt mit Hilfe einer intelligenten Regelung ganzjährig den jeweils wirtschaftlichstenEnergie-Mix bereit. Eine ThermSelect-Anlagemit 15 Kilowatt Leistung versorgt das EnergieTechnik-Haus mit Wärme beziehungsweise Kälte zumHeizen undKühlen sowie für 30 UmweltMagazin Juli -August2013

Ausgabenübersicht