Aufrufe
vor 4 Jahren

7/8 | 2013

  • Text
  • Juli
  • Umweltmagazin
  • Unternehmen
  • Deutschland
  • Energien
  • Technik
  • Anforderungen
  • Energie
  • Anlagen
  • Verordnung

[5]. Im Vordergrund der

[5]. Im Vordergrund der Kostenbarwertberechnung stehen dabei die Investitions- und die daraus resultierendenjährlichen Betriebskosten. Nur die wirtschaftlichste Gesamtlösung soll letztendlich finanziert und gefördert werden. Der Vorteil liegt im Wesentlichen darin, dass bereits vorhandene Vorzugsvarianten nochmals im Wettbewerb hinterfragt werden unddie Vergabeentscheidung nicht auf Basis von Studien und Kostenschätzungen, sondern auf Basis von verbindlichen Angeboten getroffen werden kann. Der Bieter übernimmt dabei das Funktions-, das Mengen-,das Termin- und das Kostenrisiko. DerSchlüssel zum Erfolg istimmerdie richtige Wettbewerbsgestaltung und die Literatur [1] KOM(2004)327-Grünbuch zu öffentlichprivaten-Partnerschaften und den gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften für öffentliche Aufträge und Konzessionen [2] KOM(2009)615-Mitteilung der Kommission an das europäische Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen-Mobilisierung privater und öffentlicher Investitionen zur Förderung der Konjunktur und eines langfristigen Strukturwandels; Ausbau öffentlich-privater Partnerschaften [3] Richtlinie 91/271/EWG des Rates vom 21. Mai 1991 über die Behandlung von kommunalem Abwasser [4] Richtlinie 2004/18/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004 über die Koordinierung der Verfahren zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge, Lieferaufträge und Dienstleistungsaufträge [5] KVR-Leitlinie-Leitlinie zur Durchführung dynamischer Kostenvergleichsberechnungen (LAWA) [6] Kohäsionsfond-Verordnung (EG) Nr. 1084/2006 des Rates vom 11. Juli 2006 zur Errichtung des Kohäsionsfonds und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1164/94 [7] IPA-Verordnung (EG) Nr. 1085/2006 des Rates vom 17. Juli 2006 zur Schaffung eines Instruments für Heranführungshilfe [8] Bundesministerium für Umwelt,….BMU 1990 (D) –„Rechtliche und wirtschaftliche Aspekte bei der Einbeziehung privater Dritter in dem Bereich der Abwasserbeseitigung“ [9] Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (A) 1999 –„PSP inder Siedlungswasserwirtschaft“ Regelungswerk Vorschrift/Inhalt Wasserrahmenrichtlinie Kostendeckung (100%) Kommunalabwasserrichtlinie „Anschlusszwang“ an zentrale Anlagen AEU-Vertrag „Maastrichtkriterien“ kommunale Selbstverwaltung ESVG 95 Betriebe mit marktbestimmter Tätigkeit EUROSTAT – MGDD 2010 hebt nicht Regelungen ESVG 95 auf PPP-Grünbuch DBFO zählt zu vertraglichen PPP Vergaberichtlinie offenes Vergabeverfahren Tabelle: DBFO-Modell imBereich der kommunalen Abwasserentsorgung richtige Definition derMindestanforderungen. Noch voreinigen Jahren waren Alternativangebote eher unerwünscht und schwer zu bewerten. Dies lag aber oft daran, dass die Mindestanforderungen nicht eindeutig formuliertwurden. Eine große Gefahr besteht auch darin, zu viele Vorgabenund Standards zu definieren und so den Preis künstlich in die Höhe zu treiben. Mansolltesich immerklar machen, dassalle Angebote dengesetzlichenForderungen entsprechen müssen.Danachkann man dann noch die wichtigsten projektspezifischenForderungen definieren. Die wichtigsten Mindestforderungen, neben den gültigen Bemessungsrichtlinien und Gesetzen, sind in der Tabelle aufgeführt. Zusätzlich zuden Investitionskosten sollte der Anbieter einen Reinvestitionsplan für seine Lösungsvariante anbieten. Die erforderlich werdenden Reinvestitionen müssendann aber vorder Realisierung vom Betreiber angemeldet und von der Kommune (Investor) freigegeben werden. Tabelle: Augustínová Fördermittel FördermittelwerdenbeimDBFO-Modell ausschließlichzur Reduzierung der Finanzierungskosten eingesetzt und kommen so direkt den Bürgern und nicht dem privaten PartnerzuGute. Zu betonen ist, dass weder die Gemeinde noch der private Partner, sondern immer das Projekt gefördert wird. Im Wesentlichen handelt essich bei den Abwasserprojekten um EU-Fördermittel aus dem Struktur/Kohäsionsfond (EU-Mitgliedsländer) und IPA (EU-Beitrittskandidaten) [6], [7]. Aktuell istfestzuhalten, dasseskeine Regelungengibt, die die Förderung von DBFO-Modellen verbieten würde. Das größte Problem liegt jedochschon in der Antragstellung für die EU-Fördermittel, da diese den funktionalen Wettbewerb nicht wirklich berücksichtigt und schon mit dem Antrag entsprechende Planungen und Kostenberechnungen verlangt werden. Vor der Realisierung eines DBFO-Modells im Bereich der kommunalen Abwasserentsorgung sollte deshalb als Erstes eine direkte generelle Abstimmung mit den Förderstellen beziehungsweise den zuständigen Ministerien im Land erfolgen. Die wirtschaftlichste Gesamtlösung liegt beim funktionalen Wettbewerb erst nachVergabe vor. DieZustimmung des Ministeriums beziehungsweise der Förderstelle zum Tender für das DBFO- Modell sollte deshalb vorbehaltlich der Prüfung des endgültigen Projektes des Bestbieters erfolgen. Dieses stellt dann die im öffentlichen Wettbewerb ermittelte wirtschaftlichste Gesamtlösung dar, die dann auch gefördert werden kann. Zeitlichsolltedie Realisierung einesfunktionalen Wettbewerbs schnelle und kostenmäßig günstiger erfolgen können. Zusammenfassung Insgesamt kann festgestellt werden, dass gerade die kommunalenAbwasserprojektebei Einhaltung der geforderten Kostendeckung als Betriebe mit marktbestimmter Tätigkeit nicht zur Verschuldung des kommunalen Haushaltes beitragen. Auch das DBFO-Modell als vertragliche PPP ändert daran nichts. Somit kann beimDBFO-Modell die Finanzierung eher als Option angesehen werden undauchdirekt durch die Kommune erfolgen. Der private Partner übernimmt dann entsprechendden Regelungen des DBFO-Vertrages [8] das Bau- und das Funktionsrisiko. Im Rahmendes funktionalen Wettbewerbs bietet der private Partner eine technische Lösung mit verbindlichen Investitionsund Betriebskosten an. Bewertet werden diese dann über denKostenbarwert,der die Angebote vergleichbar macht und die langfristig wirtschaftlichste Lösung aufzeigt [9]. Doz.Ing. Edita Augustínová, CSc. TU Košice, edita.augustinova@tuke.sk UmweltMagazin Juli -August2013 37

TECHNIK UND MANAGEMENT Abfall/Recycling Erdöl, Kohle, Erdgas, Biomasse –mehr als 40 000 chemische Produkte basieren auf diesen Ressourcen. Deren Vorkommen sind jedoch begrenzt, werden immer teurer und verschlingen viel Energie bei der Aufbereitung. Eine vielversprechende Rohstoff-Alternative ist das imÜberfluss vorhandene Kohlendioxid. Neuer Rohstoff: Indiesen Schaumstoffproben wurde Erdöl teilweise durch Kohlendioxid ersetzt. CO 2 als Erdölersatz in der Kunststoffproduktion Stefan Paul Mechnig Der Chemiker und Schriftsteller Primo Levi brachte bereits im Jahr 1975 einen zentralen Zusammenhang auf den Punkt: „Der Mensch hat sich nicht bemüht, dem Kohlendioxid den Kohlenstoff zu entziehen, den erbenötigt, um sichzuernähren,zukleiden, zu wärmen“, konstatierte der Italiener in seinem Buch„DasPeriodische System“. „Er hat es nicht getan, weil er es nicht brauchte. Aber wie viele Jahrzehnte wohl noch?“ Mittlerweile sind wir an dem Punkt angekommen, da Kohlendioxid (CO 2 ) nicht mehr bloß als etwasUnnützes und Schädliches zu betrachtenist.Vielmehr greift die Erkenntnis um sich: Kohlendioxid istvielzuwertvoll, um es verpuffen zu lassen. Vorerstgilt das Gas freilichals Klimasünder: Über 30 Milliarden Tonnen davon werden jährlich aus Kraftwerken, Autos, Häusern und Fabriken in die Atmosphäre abgegeben. Wir fahren, heizen und gewinnen Energie, indem wir unter Freisetzung von CO 2 Kohle, Erdgasund Erdöl verbrennen. Öl istgleichzeitig die zentrale Rohstoffquelle der chemischen Industrie. Gut 5 Prozent derweltweitenFörderung wirdzur Herstellung von Medikamenten, Düngemitteln und Kunststoffen verbraucht. Doch wird das Öl nicht nur immer knapper und teurer –die Aufbereitung zu chemischenVorprodukten istaußerdem mit erheblichem Energieaufwand und CO 2 -Ausstoß verbunden. Daher suchen Chemiker nachAlternativen. CO 2 als Kohlenstoff-Lieferant NachwachsendeRohstoffe, wiePflanzenöle oder Zucker, zur Kunststoffproduktion zu nutzen, ist der eine Weg. Den anderenhat Primo Levi aufgezeigt: Kohlendioxid als Quelle des Kohlenstoffs nehmen, den bislang vor allem das Erdöl liefert. Doch erst jetzt gelingt derSchritt vonder Theorie in die Praxis. Besonders in Deutschland laufen entsprechende Forschungsprojekte – mit Unterstützung der Bundesregierung, die im Rahmen der Hightech-Strategie insgesamt 100 Millionen Euro anFördergeldern zurstofflichen Nutzung von CO 2 bereitstellt. Weit gediehen ist vor allem das Projekt Dream Production, bei dem unter Führung vonBayer derStromproduzent RWE, die RWTH Aachen und das dort ansässige CAT Catalytic Center zusammenarbeiten. Sie haben ein Verfahren entwickelt, um mit Hilfe von Kohlendioxid aus der Energiewirtschaft Polyurethan-Schaumstoff herzustellen. Ein Material, das überall im Alltag verwendet wird –beispielsweise in Polstermöbeln, Autoteilen, Schuhsohlen. BeiBayer in Leverkusen istseitAnfang 2011 eine CO 2 -Pilotanlage in Betrieb. Hierentsteht –vorerst zu Testzwecken– Polyol, ein Polyurethan-Vorprodukt, in das nun ein deutlich zweistelliger Prozentsatz an Kohlendioxid eingebunden wird. Das bedeutet: Es wird entsprechend weniger Öl benötigt. Das CO 2 stammt aus einem Braunkohlekraftwerk von RWE in Niederaußem bei Köln, wo es aus demRauchgas ausgewaschenund verflüssigt wird. Neuer Schaumstoff Mit Polyol stellt BayerineinemTestlabor Polyurethan-Proben her. Die Schaumstoffe sind von vergleichbar hoher Qualität wie Material, das vollständig aus Erdöl-Derivaten gefertigt wird; das Kohlendioxid bleibt selbst bei hohen Temperaturen fest darin eingebunden. Und essieht ganz so aus, dass am Ende des komplexen Verfahrens auch tatsächlich CO 2 eingespart wird. Was keineswegs selbstverständlich ist, denn das Gas ist von Natur aus sehr träge. Um es zur Reaktion zubringen, 38 UmweltMagazin Juli -August2013

Ausgabenübersicht