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7/8 | 2013

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NACHRICHTEN IFAT

NACHRICHTEN IFAT GreenTecAwards 2014 Verleihung des europäischen Umwelt- und Wirtschaftspreises inMünchen Die GreenTec Awards und die Messe München International gehen eine Partnerschaft ein: Im kommenden Jahr werden die GreenTec Awards erstmals im Rahmen der weltweit größten Umwelttechnologiemesse IFAT vergeben. Die Preisverleihung findet am Sonntag, dem 4. Mai 2014, und somit am Vorabend des Messebeginns im Internationalen Congress Center statt. Nach Einschätzung von Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer der Messe München In- Bild: Messe München ternational, verbinden die Awards die Themen Umwelttechnologien, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung mit einem positivem Image. Sie könnten durch den gesellschaftspolitischen Fokus auch zur Weiterentwicklung und Stärkung der Marke IFAT beitragen. Schon aufgrund der der positiven Resonanz der vergangenen Veranstaltung hat die Fachmesse nochmals an Attraktivität gewinnen können, sodass sich dort auch im kommenden Jahr viele neue Unternehmen präsentieren wollen. Der vergangenen Veranstaltung folgten 2939 Aussteller aus 54 Ländern und 124 200 Besucher aus 182 Ländern. Nach dem Anmeldeschluss zur IFAT 2014 Ende April dieses Jahres steht bereits jetzt fest, dass die Leitmesse für Umwelttechnologien wieder alle 16 Hallen des Münchner Messegeländes sowie einen wachsenden Teil des Freigeländes belegen wird. Die Wiederbeteiligungsquote der Aussteller liegt bei über 90 Prozent; zudem ist auch die Flächennachfrage sehr hoch. www.greentec-awards.com www.ifat.de Großbritannien Kunststoffrecycling soll bis 2017 verdoppelt werden Das Kunststoffrecycling in Großbritannien soll in den kommenden Jahren stark ausgebaut werden. Das wurde im Rahmen des 16. Internationalen Altkunststofftags Mitte Juni in Bad Neuenahr deutlich, bei der dieses Thema im Fokus Bild: Peter von Bechen/Pixelio stand. Jedes Jahr gelangen nach Schätzungen der britischen Organisation WRAP, die sich unter anderem für Abfallvermeidung und Ressourceneffizienz einsetzt, rund 2,5 Millionen Tonnen Verpackungskunststoffe auf den britischen News –Online Weitere Nachrichten finden Sie tagesaktuell auch imInternet unter www.umweltmagazin.de (Rubrik: Aktuell/News). Markt. Im Jahr 2012 wurden etwa 25Prozent recycelt. Bis 2017 soll die Quote bei 42 Prozent liegen. Dazu müsste die heutige Leistung nahezu verdoppelt werden. Heute werden bereits über 40 Prozent der Kunststoffflaschen recycelt; die Sammelsysteme wurden in den vergangenen zehn Jahren stark ausgebaut. Bei anderen Behältern und Folien liegt die Quote, nach Aussage der British Plastics Federation noch unter 5Prozent. Die britischen Branchenexperten sind sich einig, dass es eines Ausbaus intelligenter Erfassungssysteme bei Haushalten und Gewerbe bedarf. Gleichzeitig zweifeln sie daran, dass das derzeitige System der Verpackungsentsorgung das Kunststoffrecycling entscheidend nach vorne bringen kann. www.bvse.de 6 UmweltMagazin Juli -August2013

Ausdem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Umweltgefährliche Chemikalien Die REACH-Kandidatenliste umfasst jetzt 144 besonders besorgniserregende Chemikalien. Deutschland hatte auf Initiative des Umweltbundesamts (UBA) die Aufnahme von sieben besonders umweltgefährlichen Chemikalien vorgeschlagen. Darunter ist die Perfluoroktansäure (PFOA), die sich oft inwetterfesten und wasserresistenten Textilien wiederfindet. Sie gilt seit langem als umweltschädlich. Jochen Flasbarth, Präsident des UBA, betonte, dass besonders besorgniserregende Chemikalien nicht in die Umwelt gehören und in Verbraucherprodukten ersetzt werden sollten. Durch die Aufnahme eines Stoffes indie REACH-Kandidatenliste würden Verbraucher besondere Auskunftsrechte erhalten, von denen sie auch Gebrauch machen sollten. Die EU-Mitgliedstaaten bestätigten den gemeinsamen Vorschlag aus Deutschland und Norwegen, PFOA und das Salz dieser Säure (APFO) in die Liste aufzunehmen. Ebenfalls auf einen Vorschlag des UBA wurden die inHarzen und Lacken vorkommenden Nonylphenolethoxylate in die Kandidatenliste aufgenommen. Aus ihnen entsteht in Kläranlagen und Gewässern das hormonell wirksame Nonylphenol. Auf Vorschlag Schwedens wurden das Schwermetall Cadmium und Cadmiumoxid als besonders besorgniserregend identifiziert. Auch der Weichmacher Dipentylphthalat steht nun auf der Kan- didatenliste. Über vier weitere UBA-Vorschläge wurde noch nicht entschieden. DaPFOA nun indie REACH- Kandidatenliste aufgenommen wurde, muss der Handel Verbrauchern auf Nachfrage mitteilen, ob ein Produkt PFOA oder einen anderen besonders besorgniserregenden Stoff in Anteilen über 0,1 Prozent enthält. Über das UBA-Portal www.reach-info.de lässt sich diese Anfrage auch online erledigen. Zusätzlich möchten die norwegische Umweltbehörde und das UBA vorschlagen, die Herstellung und Verwendung dieser Chemikalie EU-weit zu beschränken. Dies würde auch importierte Produkte umfassen. Insgesamt sind in der EU heute fast 12000 Chemikalien registriert. Die letzte REACH-Registrierungsfrist läuft bis zum 31. Mai 2018. Sie gilt für Stoffe, die in Mengen von 1bis 100 Tonnen pro Jahr hergestellt oder importiert werden. Inder am 31. Mai 2013 beendeten zweiten REACH-Registrierungsperiode legten die verantwortlichen Unternehmen 9084 Registrierungsdossiers für 2923 Chemikalien vor. Fast ein Drittel aller Registrierungen aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten kommt aus Deutschland. Das UBA wird auch weiterhin umweltrelevante Chemikalien für die REACH-Kandidatenliste vorschlagen und so ihre Substitution beschleunigen. www.uba.de Forschungszentrums Jülich Chancen und Risiken der CO 2 -Abscheidung und -Speicherung Technologien zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CO 2 )sind in Deutschland umstritten. Wissenschaftler haben unter Federführung des Forschungszentrums Jülich erstmals eine umfassende Technologiebewertung des sogenannten Carbon Dioxide Capture and Storage (CCS) vorgenommen. Die Punkte, die aus Sicht der Experten am wichtigsten sind, schneiden am schlechtesten ab: Kosteneffizienz, Wirtschaftlichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz. Die Forscher werten das aber nicht als generelle Absage; immer wieder betonen Studien die Chance, CO 2 -Emissionen von Kohle- und Gaskraftwerken durch den Einsatz von CCS-Technologien zureduzieren. Es gibt eine Reihe von technischen Optionen, das Gas abzutrennen und industriell zu nutzen. Auch sind verschiedene Möglichkeiten vorhanden, CO 2 unter der Erde zuspeichern. Kritiker warnen jedoch vor Gefahren für Mensch und Umwelt. Mit der Studie liegt erstmals ein Gesamtüberblick über technische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und Umweltaspekte sowie eine Bewertung der Erfolgsaussichten vor. Unter dem Strich schneidet CCS bei der Umweltbewertung imVergleich zu anderen Kriterien relativ gut ab. Insbesondere sind die Risiken von Pipelinetransport und Onshore-Speicherung tragbar; technisch ist der Einsatz für Industrieanlagen realisierbar. Allerdings muss der vergleichsweise geringe Wirkungsgrad weiter verbessert und die Flexibilität von Kraftwerken gesteigert werden, um den künftigen Anforderungen des Strommarktes gerecht zuwerden. Hierzu fehlt esnoch an Demonstrationsanlagen im großtechnischen Maßstab, was genauere Kostenschätzungen schwierig macht. Kritisch sehen die Wissenschaftler auch die Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz. International betrachtet hat sich die anfängliche Euphorie teils in vorsichtige Zurückhaltung verwandelt. Das liegt vor allem an den wirtschaftlichen Risiken. Die Forscher vermuten, dass sich eine ablehnende Haltung Deutschlands auch auf andere EU-Staaten auswirkt. Sie halten es aber für möglich, dass es in Deutschland zu einer Neubewertung kommt, falls die Klimaschutzziele mit den im Augenblick favorisierten Optionen im Rahmen der Energiewende nicht erreicht werden. www.fz-juelich.de Lisa EilingWilke/Pixelio UmweltMagazin Juli -August2013 7

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