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7/8 | 2014

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NACHRICHTEN GRS

NACHRICHTEN GRS Batterien Vorgeschriebene Sammelquote für Altbatterien übertroffen Mit 14 819 Gewichtstonnen gesammelten Alt-Gerätebatterien ist es der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS Batterien) im letzten Jahr erneut gelungen, die Sammelmenge des Vorjahres zu übertreffen. Die Rücknahmemenge konnte gegenüber dem Vorjahr um 308 Gewichtstonnen gesteigert werden. Erstmalig wurde auch mit einer Sammelquote von 45,2 Prozent die erst ab 2016 gesetzlich vorgeschriebene Quote von 45 Prozent übererfüllt. Bereits im Vorjahr war dieser Wert mit 43,6 Prozent beinahe erzielt worden. Die Stiftung hat in den vergangenen Jahren auf der Basis eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes einen neuen Standard für die Erfassung von Altbatterien entwickelt. Mit der durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM erteilten Festlegung für den Transport beschädigter Lithiumbatterien und -zellen, konnte imJuli 2013 eine neue logistische Komplettlösung für Lithiumbatterien gestartet werden. Zudem wurden von GRS Batterien Weichen für die Einführung des neuen Sicherheits- standards gestellt: Mithilfe eines ersten Pilotprojektes in elf Kreisen und Städten, konnte das neue Sammelsystem erfolgreich für den bundesweiten Roll Out erprobt werden. In diesem Jahr wird der GRS- Sicherheitsstandard sukzessive bundesweit eingeführt. Dieser sieht vor, Altbatterien bei der Rücknahme in die drei Sicherheitsklassen „Herkömmliche Bild: GRS Batterien“, „Hochenergiebatterien“ und „Beschädigte Hochenergiebatterien“ zu differenzieren. Die Annahme von Hochenergiebatterien soll dabei in einer kontrollierten Umgebung geschehen. Vor allem für beschädigte Hochenergiebatterien gelten besondere Sicherheits- und Transportvorschriften. www.grs-batterien.de EcoIntense Rückblick auf das 4. EcoWebDesk-Anwenderforum Indiesem Jahr veranstaltete die EcoIntense GmbH zum vierten Mal inFolge das EcoWebDesk-Anwenderforum, das vom 14. bis zum 15. Mai inBerlin stattfand. Über 80 Anwender aus mehr als 40 Unternehmen nahmen an der Veranstaltung teil und tauschten ihre Erfahrungen im Umgang mit der Software EcoWeb- Desk für Arbeitssicherheit und Umweltmanagement aus. In Workshops wurden individuelle Anwendungsfälle behandelt und praktische Tipps zum Thema vermittelt. Qualifikationsmanagement, internationaler Einsatz von EcoWebDesk, Gefahrstoffmanagement bildeten unter anderem den Schwerpunkt der Veranstaltung. Das Event wird auch im nächsten Jahr wieder stattfinden. www.ecointense.de Europa –kurz notiert >>> Die Bundesregierung hat sich dafür ausgesprochen, dass die EU ein zweites, ambitionierteres Klimaziel für 2030 verabschiedet. Die Anwendung des Ziels soll an die Bedingung geknüpft sein, dass es 2015 in Paris zu einem internationalen Klimaschutzabkommen kommt. Die EU-Kommission hält ein solches konditionelles Ziel bisher für nicht notwendig für die internationalen Verhandlungen und hat deshalb keine Vorschläge für ein Ambitionsniveau gemacht. Bei den Klimazielen für 2020 hatte die EU beschlossen, die Treibhausgase um 30 Prozent zureduzieren, wenn es in Kopenhagen zu einem internationalen Klimaabkommen gekommen wäre. >>> Der EU-Verkehrsministerrat hat Vorschlägen zugestimmt, den Kraftstoffverbrauch von LKW durch eine aerodynamischere Bauweise um 7bis 10 Prozent zu senken. Sosollen auch die Treibhausgasemissionen imVerkehr verringert werden. Laut den Vorschlägen sollen LKW nicht wie bisher kastenförmig, sondern mit abgerundeten Führerhäusern und aerodynamischen Luftleiteinrichtungen hergestellt werden. Die neuen Vorschriften werden jedoch erst frühestens in acht Jahren in Kraft treten. Die Bestimmungen sollen Ende 2014 oder Anfang 2015 verabschiedet werden. >>> Bis 2020 sollen Biokraftstoffe 7Prozent der Erneuerbaren Energien imVerkehr ausmachen. Darauf haben sich Vertreter der EU- Mitgliedstaaten geeinigt. Der ursprüngliche Kommissionsvorschlag sah lediglich einen Anteil von 5Prozent des umstrittenen Biosprits vor. Zuletzt hatte eine Sperrminorität eine Einigung noch verhindert. Der Kompromiss bringt nun die lange verzögerte Reform der Biokraftstoffrichtlinie auf den Weg. Diese soll laut der Einigung verstärkt indirekte Landnutzungsveränderungen thematisieren. 10 UmweltMagazin Juli -August2014

Wasserqualität Ökologische Ziele der Wasserrahmenrichtlinie vermutlich verfehlt Die Gewässerqualität bis zum Jahr 2015 deutlich zu verbessern, dessen haben sich die EU-Mitgliedsstaaten nicht zuletzt durch die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verschrieben. Wie eine aktuelle Studie des Instituts für Umweltwissenschaften Landau und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) mit Kollegen aus Frankreich (Universität Lorraine und EDF) sowie der Schweiz (EA- WAG) zeigt, wird dieses Ziel aufgrund starker Schadstoffeinträge wohl nicht erreicht werden. Ein Grund dafür ist, dass aktuelle Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität Chemikalieneinträge nur unzureichend berücksichtigen. Dabei sind die ökologischen Risiken durch Chemikalien wesentlich höher als bislang angenommen, wie die Studie erstmals auf europäischer Ebene belegt. Bislang gingen Umweltbehörden und Teile der Fachwelt davon aus, dass der Eintrag von Chemikalien eher ein lokales Problem in einigen Gewässern darstellt. Die aktuelle Untersuchung zeigt nun erstmals im großen Maßstab das ökologische Risiko durch Chemikalieneinträge für mehrere Tausend europäische Gewässer: Die chemische Belastung stellt für gut die Hälfte der europäischen Gewässer ein ökologisches Risiko dar. Bei rund 15 Prozent könnten sogar akut toxische Effekte auf Gewässerorganismen auftreten. Der Eintrag der Chemikalien in die Gewässer erfolgt größtenteils durch die Landwirtschaft und städtische Kläranlagen. Pestizide stellen mit Abstand die stärkste Belastung für die Gewässer dar, allerdings treten auch Organozinnverbindungen, bromierte Flammschutzmittel und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die aus Verbrennungsprozessen resultieren, in bedenklichen Konzentrationen auf. Aktuell fokussieren die EU-Vorgaben zur Gewässerqualität vor allem auf Einträge von prioritären Der Eintrag der Chemikalien in die Gewässer erfolgt zueinem großen Teil durch die Landwirtschaft. Stoffen, das heißt rund 40 Chemikalien, die als besonders gefährlich eingestuft wurden. Umder Vielfalt möglicherweise schädlicher Stoffe in der Umwelt gerecht zuwerden, empfehlen die an der Studie beteiligten Wissenschaftler eine intelligente Verknüpfung von ökologischen, wirkungsbasierten und chemischen Screening-Methoden. Allerdings zeigt die aktuelle Studie, dass auch auf Grundlage der heute bereits überwachten Stoffe Handlungsbedarf besteht. Das reicht von der generellen Vermeidung von Chemikalieneinträgen in Gewässer und dem Ersetzen von besonders problematischen Substanzen über die Verringerung der Ausbringung von landwirtschaftlichen Chemikalien bis hin zur verbesserten Klärung von Abwässern. Die Forschergruppe ist sich einig, dass zu befürchten ist, dass die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie auf Grund der massiven chemischen Belastung verfehlt werden, sollte sich an der aktuellen Situation nichts ändern. www.ufz.de Bild: André Künzelmann, UFZ

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