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7/8 | 2014

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SPECIAL Thermische

SPECIAL Thermische Verwertung/Abluftreinigung Kontaminierte Ölschlämme, wie sie im Zuge der Rohölverarbeitung als Abfallprodukt anfallen, erweisen sich in vielen Teilen der Welt zunehmend als Umweltproblem. Gleichzeitig binden sie wertvolle Roh- und Wertstoffe, die wiedergenutzt werden könnten –vorausgesetzt, man verfügt über das entsprechende Know-how, diese aus dem Schlammgemisch herauszulösen. Machbar ist das mit einer Anlage zur Entwässerung und thermischen Neutralisation von Bio- und Ölschlämmen von Eisenmann, die der russische Erdölproduzent Kinef im März dieses Jahres in Betrieb genommen hat. Außenansicht der neuen Recyclinganlage von Kinef, einem großen russischen Erdöl-Raffinerieunternehmen inSankt Petersburg Bild: Eisenmann Lukrative Verwertung von Produktionsresten Wolfgang Zosel Die nach dem Wirbelschichtofenprinzip arbeitende,mehrstufige Recyclinganlage ist die erste zuverlässig funktionierende ihrer Art inRussland – mit Pilotcharakter nicht nur für die petrochemische Industrie. Die von Eisenmann als Generalunternehmer konzipierte, gemeinsam mit Systempartnern realisierte und bis zur Inbetriebnahmebetreute Recyclinganlage läuftzuverlässig und störungsfrei.Mit einemProjektvolumen von 21Millionen Euro ist der Wirbelschichtofen Teil einer neuen, rund eine halbe Milliarde Euro teuren CrackanlagedesRaffineriekonzernsKinef mit Sitz in Kirishi bei Sankt Petersburg. Das Unternehmen ist eine Tochter des Surgutneftegas-Konzerns und zählt zu den größten russischen Erdölproduzenten. Kinefbietetdie komplette Palette petrochemischerProdukte mitAbsatzmärkten vorwiegend in Russland sowie in West-und Osteuropa. Wirtschaftliches Potenzial in den Fokus gerückt Die moderne Recyclinganlage von Eisenmannsteht für eine effiziente, umweltschonende und kostensenkende Form der Aufbereitung von Raffinerieabfällen: Wertvolle Inhaltstoffewerden zurückgewonnen und nicht weiter verwertbare Reststoffe umweltgerecht entsorgt. So löstsicheines der größten Abfall- und Umweltprobleme der petrochemischen Industrie nachhaltig: Bis dahin lagerte man, wie in zahlreichen Raffineriennochimmerüblich, die flüssigen undkontaminierten Produktionsabfälle, bequem und vermeintlich kostengünstig in riesigen Öl- und Schlammseen unter freiem Himmel – mit verheerenden Auswirkungen auf Boden, Grundwasser und Luft. Denn die Schlämme enthalten zwar wertvolle, aber auch giftige Stoffe wie Schwermetalle sowie organische Verbindungen, die verdunsten und Krebs verursachenkönnen. Allein in Deutschland fallen jährlich zwischen 1000 bis 2000 Tonnen belasteter Ölschlämme an. Wastun mit dem weltweitimmensen Ölschlammaufkommen? Einige petrochemische Konzerne haben inzwischen erkannt, dass der verantwortungsvolle Umgang mit denProduktionshinterlassenschaftennicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Aspekte hat und darüber hinaus das Image der Unternehmen verbessert. „De facto gab es zur Lagerung in mehr oder minder sicheren Deponien bis vor Kurzem nur bedingt praktikable und wirtschaftlich darstellbare Alternativen“, weiß Michael Hannig, Vertriebsleiter für Sonderanlagen des GeschäftsbereichsEnvironmental Technology der Eisenmann Anlagenbau GmbH &Co. KG. Geeignete Verfahren zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie Schlämme in wiederverwertbare und zu entsorgende Bestandteile trennen und die nicht weiter verwendbaren Anteile sicher und umweltgerecht mineralisieren. Schwermetalle lassen sichinder Regelnicht abbauen, sondernvielfach nur immobilisieren und ineine Form mit geringer Bioverfügbarkeitüberführen. Bisherige Anlagen zur thermischen Behandlung von Öl- und Bioschlämmen auf Drehrohrofenbasis hatten immer wieder mit Problemenzukämpfen, 20 UmweltMagazin Juli -August2014

funktionierteninRussland nur eingeschränkt und gelteninzwischen als veraltet. „Ganzstahldrehrohröfen führen zu einersehrhohen thermischenBelastungdes Materials, bei ausgemauerten Drehrohröfen istkeine definierte Verweilzeitrealisierbar.Die Technik istanfällig, das Ergebnis nicht überzeugend“, betont Hannig. Ausgereiftes Konzept überzeugte Im Rahmen einer internationalen Ausschreibung überzeugte Eisenmannmit demneuen Wirbelschichtofenprinzip, zumal es sich nahtlos inden Prozessablauf einfügt. Das Konzeptist technischausgereift, kommt ohne bewegliche Teile im Verbrennungsbereich aus und funktioniert zuverlässig. Der Wärme-und Stoffübergang sowie die Aschequalität sind sehr gut, der Glührückstand ist kleiner als ein Prozent. Wertvolle Rohstoffe werden abgetrennt und wiederverwertet. Damit entfallen hohe Kosten für Lagerung und Umweltfolgeschäden. DasEntsorgungskonzeptbesteht im Detail aus drei Prozessschritten: Im ersten Verfahrensschritt werden Bio- oder Ölschlämme mechanisch ineinem Tricanter behandelt und in drei Phasen aufgetrennt. Dabei separiert man das im Schlamm gebundene Wasser, das ohne Gefahr für die Umwelt in denWasserkreislauf der Raffinerie zurückfließen kann. Im selben Schritt entzieht man denAbfällendie wertvollenÖlbestandteile in hoher Reinheit, die sichinder Raffinerie wiederverwertenlassen. Der zweite Prozessschritt des integrierten Recyclingkonzepts führt die im ersten Schritt abgesonderte Feststoffphase einer umweltverträglichen thermischen Neutralisierung zu und erzeugt eine sicherdeponiefähige Asche.ImRahmender dritten Prozessstufe sorgt eine effiziente Rauchgasreinigung dafür,dass die ReingaswerteamKamin sowohl denrussischen alsauchden gültigenEU-Normen entsprechen. Diese Prozessstufebeinhalteteine weitgehende Wärmerückgewinnung. Neue Technologie- und Umweltstandards Das Wirbelschichtofenprinzip von Eisenmann eignet sich nicht ausschließlich zur thermischen Verwertung von Ölschlämmen, sondernebenso zumRecycling vonKlärschlämmen sowie anderen festen und pastösen Reststoffen wie beispielsweise Kunststoffabfällen. Die Anlagen arbeiten auf hohem technischemNiveau, die Wirbelschichtfeuerungkann je nach Bedarf als Einzel- oder als komplette Systemlösung eingesetzt werden. Diese umfasst eine nachgeschaltete, auf das entstehendeRauchgas zugeschnittene Abwärmenutzung. Die Recyclinganlage von Eisenmann setzt neue Technologie- und Umweltstandards für die gesamte Branche.„BeiKinef hat man erkannt, dasssichdie Aufbereitung desÖlschlammes schnell lohnt. Gleichzeitig dokumentiert man einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen“, fasst Ralf Wellhäuser, verantwortlicher Projektleiter bei Eisenmann, zusammen. Potenzielle Anwender des Wirbelschichtofenkonzepts sind nicht nur Ölraffinerien und Verarbeiter von Erdölprodukten, sondern auch Unternehmen, die sich mit der Verwertung von Biomasse oder Klärschlämmen befassen müssen. An meine Rohstoffe kommt ihr nicht ran. Doch. Und wir schaffen die Voraussetzungen. Durch kombinierte Trenntechniken erhalten wir eine sortenreinere Abtrennung von Fe- und NE-Metall, Kunststoff und Inertien. Erschließung ungenutzter Potenziale Langzeiterprobte Technik Höhere Gewinne Wir lassen Luft für Sie arbeiten. Recycling- und Abfallaufbereitungsanlagen Sekundärbrennstofftechnologie Entstaubungsanlagen Industrieventilatoren Abluftbehandlungsanlagen Besuchen Sie uns POWTECH Nürnberg 30.09. –02.10.2014 Halle 1, Stand 1-526 Be-, Entlüftungs- und Klimatisierungsanlagen Wolfgang Zosel, Eisenmann AG, Böblingen, info@eisenmann.com UmweltMagazin Juli -August2014

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