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7/8 | 2014

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ORGANSCHAFTEN Kontakt

ORGANSCHAFTEN Kontakt Verband für Nachhaltigkeitsund Umweltmanagement (VNU) e. V. Geschäftsstelle c/o Christina Geiger Am Hangelstein 8 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de Einige Teilnehmer der deutschen Delegation (v.l.n.r.): M. Prox, T. Votsmeier, Prof. Dr. E. Seifert, K. Wührl, Dr. U. Jäckel, Dr. E.Schmincke, Prof. Dr. M. Mau, Dr. J.Nibbe und Dr. S.Vehring Normungsarbeit ander ISO/TR 14073 vorangetrieben, denn dieses Dokument wird Beispiele und Hilfestellungen für die konkrete Anwendung der ISO 14046 enthalten. Inden Dokumenten werden verschiedene Möglichkeiten der Berechnung und Bewertung von Wasserfußabdrücken und die Anforderungen darauf beschrieben. Dies wirdder steigenden Bedeutungzur Erstellung von Wasserfußabdrücken gerecht und einen entsprechendenRahmen bilden. SC7 –Treibhausgasemissionen managen Im SC7 mit57ständigen Mitgliedernund 18 Observer-Ländern werden die klimaschutzrelevanten Normen der ISO 14000er-Reihe erarbeitet und weiterentwickelt. Dieser Unterausschuss hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Bedeutung und Arbeitsumfang zugenommen. ImMittelpunkt des diesjährigen Treffens standen die Revisionen von insgesamt vier Normen zum Themenschwerpunkt “Management von Treibhausgasemissionen”. ImEinzelnen handelt essich dabei um die drei Teilnormen des Internationalen Standards zur Bestimmung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen (ISO 14064 Teil 1bis 3) sowie die internationale Norm zuden Anforderungen an Validierungs- und Verifizierungsstellen für Treibhausgase (ISO 10465). In der WG4 ging eszunächst um die Behandlung von Vorschlägen, die zuvor von den beteiligten nationalen Experten zur Überarbeitung der ISO 14064–1 eingebracht wurden.Diese Teilnorm bezieht sich auf die Bestimmung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen auf Organisationsebene. Inhaltlich zielten die Arbeiten vor allem auf eine stärkere begriffliche und Bild: VNU methodische Angleichung hinsichtlich vergleichbarer Bestimmungs- und Berichterstattungsansätze ab, welche außerhalb des Normungsprozesses erarbeitet wurden (Greenhouse-Gas-Protocol, Carbon Disclosure Program, IPCC-Methodik). Diskussionengab es zu einemNormentwurf, der speziell auf energieintensive Unternehmen zielt. Die Analyse dieser ISO 19694 zeigt, das nichtnur veraltete Begrifflichkeiten verwendet werden, sondern auch große Inkonsistenzen zwischen der ISO 14064 und der vorgesehenen ISO 19694 existieren. Die Experten der WG4 waren sich einig, dass eine Veröffentlichung der ISO 19694 mit den derzeitigen inhaltlichen Festlegungen kontraproduktiv sei. Daher wird die ISO-Leitung gebeten, diese Norm erst nach einem inhaltlichen Abgleich mit der ISO 14064 zuveröffentlichen. Die WG5 zu Projekten mit 22registrierten LänderntagteandreiTagenunter neuer Leitung aus Japan und Malaysia. Basis der Beratungen für die Revision waren die „Guiding Principles“. Als Ergebnis wurde beschlossen, ein erstes Arbeitspapier zu erstellen. Da sich die WG5 noch in Vorarbeiten befindet, soll das viertägige Herbsttreffen zu einem ersten Arbeitsgruppenentwurf (WD1) führen. Beider ebenfalls im Sommer letzten Jahres gegründeten WG6 handelt essich um eine gemeinsame Tätigkeit mit CASCO zur Revision der beiden zusammenhängenden Normen ISO 14064–3 und ISO 14065. Auch hier sind neben Deutschland rund 20 Länder beteiligt. Neben der Regime- Neutralität sollen insbesondere die Konzepte zu Anwendbarkeit, Materialität, Assurance-Niveau, Validierungs- und Verifizierungs-Methodik geklärt werden. Ein weiterer Aspektdes SC7 war diestärkere Berücksichtigung des Themenkomplexes “Anpassung an den Klimawandel” im Kontext der ISO 14000er Normenserie.Die 2013 eingebrachten Normungsinitiativen werden ausdrücklich unterstützt. Dazu wurde vom SC7 ein arbeitsgruppen-übergreifender Beschluss vorbereitet, der die Einrichtung einer Ad-Hoc-Gruppe zur Erarbeitung eines internationalen Normungsvorschlags “Anpassung an den Klimawandel” vorsieht. Der Beschluss wurde imAbschlussplenum einstimmig angenommen. Einen übergeordneten Charakter weist das“ClimateChange CoordinationCommittee (CCCC)” auf. Dieses Gremium hat Anfang 2014 vom ISO-Vorstand das Mandat erhalten, bis Ende 2015 eine Strategie zur stärkeren Berücksichtigungder Aspekte des Klimawandels inden internationalen Normungsaktivitäten zu erarbeiten, die sowohl dieAspekte des Klimaschutzesals auch der Klimaanpassung reflektieren. Dabei sind beide Themenkomplexe nicht als Gegensatz zuverstehen, sondern als sich ergänzende Anforderungsprofile. Materialflusskostenrechnung Aufbauend auf der bereits im Jahr 2012 veröffentlichten Norm ISO 14051 „Materialflusskostenrechnung“ hat die internationale WG in Panama die Arbeit andem Normungsprojekt ISO 14052 aufgenommen. Ziel der ISO 14052 ist es, eine Anleitung und Hilfestellung für die Anwendung der Materialflusskostenrechnung in der Lieferkette zu geben. Bei Anwendung der ISO 14051 hat sich gezeigt, dass viele Materialeffizienz-Potenziale nur in Zusammenarbeitder Lieferkettenpartnergehoben werden können. Da einige KMU als Zulieferer beteiligt sind, wird die zukünftige Norm auch einen Fokus auf die Kooperation mit SME und deren Vorteile und Hürden beim Einsatz der Materialflusskostenrechnung enthalten. Das neu gestartete Normungsprojekt soll bis 2016 abgeschlossen sein. 56 UmweltMagazin Juli -August2014

Kontakt MEDIENPARTNERSCHAFT Die Internationale Normenorganisation (ISO) unterzieht derzeit die Norm ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme einer Revision. Künftig lassen sich so Umweltgruppen und deren Interessen deutlicher auf das Umweltmanagementsystem bestimmen. Unternehmen sollten deshalb bei ihren Entscheidungen die wichtigsten Umweltgruppen nicht nur identifizieren, sondern diese auch mit einbeziehen. Ziel ist es, die Umweltnorm im Juni nächsten Jahres zu veröffentlichen. Eine der wichtigsten Anforderungen für die Unternehmen wird es sein, Interessengruppen sowie deren Einfluss auf das eigene Umweltmanagementsystem zu identifizieren. „So neu ist die Thematik nicht“, sagt Claudia Nauta, Produktmanagerin der DGQ Weiterbildung. Sei doch die umweltrelevante Außenwelt wie etwa Nachbarn und Politik am Standort, Umweltverbände, Aufsichtsbehörden, Kooperationspartner, Kunden, Zulieferer schon von jeher berücksichtigt worden. Viele Unternehmen sehen auch die Mitarbeiter als eine der wichtigsten Interessengruppen an. Die unterschiedlichen Motiveund Interessen dahinter können die Umweltpolitik eines Unternehmens erheblich beeinflussen. Eine solche Analyse berge letztendlich wertvolle Hinweise über Interessenkonflikte, Missverständnisse, unentdeckte Risiken und vor allem Chancen. Handlungsempfehlungen der DGQ Die DGQ empfiehlt AnwenderninpunktoNormanforderung folgende Fragen zu bearbeiten: 7 Welche Interessengruppen sind diewichtigsten in Bezug auf die Umweltleistung unseres Unternehmens? 7 Wie stark schätzen wir deren Einflussnahme auf unsere Tätigkeiten ein? 7 Welche Risiken und welche Chancen ergeben sich daraus? Ziel ist am Ende in der Regel, die wichtigsten Gruppen nicht nur zu identifizieren, sondern auch bei wichtigen Entscheidungen mit einzubeziehen. So gewinnen Unternehmen Anregungen für den Umgang mit Umweltbedürfnissen, Interessen, Ansprüchen und Forderungen. Deutsche Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) Rolf Henning August-Schanz-Str. 21 A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-170 Fax: 069/95424-296 rh@dgq.de www.dgq.de Konsequenz der ISO14001: 2015-Revision für Unternehmen Betrachtung der Interessengruppen Um sich mit einer solchen Analyse nicht zuverzetteln, bietet es sich an,die wichtigenInteressengruppen detaillierter zu betrachten und weniger bedeutsame Gruppen grober zu analysieren. Eine solche Analyse bedingt jedoch, dass Kenntnisse über die Interessengruppen und ein Verständnis für deren verschiedene Ansichten vorliegen. Weiß man beispielsweise, wie Grundstücksanrainer die Umweltbelastung wahrnehmen und vielleicht bei einem Anlagenneubau reagieren werden? „Bei der Identifizierung von Interessengruppen kommt es darauf an zu erkennen, wer von Umweltauswirkungen des Unternehmensstandortes, der Unternehmenstätigkeiten oder der Produkte und Dienstleistungen direkt oder indirekt betroffen oder beteiligt ist“, betont Nauta mitdem Hinweis,dass dies auch im Interesse von Politik, Verbänden oder andere Gruppierungen geschehe. Diese schauen vielleicht auch aus Eigeninteresse aufmerksam auf die Unternehmenstätigkeiten. Also sollte man wissen, bei wem das Unternehmen imFokus steht oder stehen könnte. Zur Auswahl der wichtigen Interessengruppen sollten die Unternehmen neben der Höhe der Umweltbelastung auch deren Einflussmöglichkeiten auf rechtliche und wirtschaftliche Belange berücksichtigen. Erwartungsabbild der Interessengruppen Befragungen, Workshops und Aktivitäten,die sich mitden Interessen an der Entwicklungder eigenen Umweltleistung orientieren, vermitteln den Unternehmen ein realistisches Erwartungsabbild der diversen Interessengruppen. Dabei sollten sie auch den Nutzen bedenken,den dieunterschiedlichen Gruppen aus einer Verbesserung oder Verschlechterung der Umweltleistung ziehen. Das Unternehmen bestimmt daraufhin, welche Risiken und Chancen esaufgrund der Erwartungen und Einflussmöglichkeiten seiner Interessengruppen sieht. Bild: Freeimages UmweltMagazin Juli -August2014 57

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