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7/8 | 2014

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BRANCHE Brückenlösung

BRANCHE Brückenlösung mit Hygienevorteil Mobile Heizzentrale in Doppelfunktion: Zum einen als Übergangslösung während der Sanierung einer bestehenden Heizungsanlage, zum anderen zur thermischen Desinfektion der Leitungssysteme und damit als Schutz vor Legionellenbefall. Das Schlossgymnasium in Kirchheimunter Teck wurde über Jahrzehnte nach dem Tauchsiederprinzip elektrisch beheizt. Nach der energetischen Gebäudesanierung stimmte die Gemeinde im Sommer 2013 dem Austausch der erneuerungsbedürftigen Anlage zu. Das neue Wärmekonzept hat drei Säulen: ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das sowohl Wärme als auch elektrischen Strom erzeugt, einen Abwasserwärmetauscher mit einer Wärmepumpe sowie ein Gasbrennwertkessel zur Abdeckung der Spitzenlasten. Da es bei der Installationdes BHKW und des WärmetauscherszuVerzögerungenkam,und mit der Inbetriebnahme erst im Frühjahr 2014 zu rechnen war, musste eine Übergangslösung gefunden werden. Sie sollte die Heizleistung der fehlenden120 Kilowatt (kW) im Bedarfsfall ausgleichen. Mobile Lösung für 3,5 Monate Die SHK-Experten der Wölpper GmbH aus Kirchheim unter Teck, die durch langjährige Die mobile Heizzentrale vor dem Schlossgymnasium in Kirchheim unter Teck Wartungsarbeiten die Anlage sehr gut kannten, griffen hierzu auf die Dienstleistungen der Hotmobil Deutschland GmbH zurück. Das Unternehmen mit Sitz in Gottmadingen ist seit dem Jahr 1994 Hersteller und Vermieter mobiler Energiezentralen. In diesem Fall wurde füreinenZeitraum von3,5 Monaten eine fahrbare Anlage mit einerWärmeleistung von 150kW aufgestellt. Als Heizmedium kam HeizölExtraLeicht(HEL) zumEinsatz. Grundsätzlich lassen sich die Hotmobil-Heizzentralen auch mit Erd-oder Flüssiggas betreiben.Bis zu einer benötigten Leistung von 100 kWist wahlweise auch eine Biomasseverbrennung möglich. Mit 70 °C Legionellen vorbeugen Da die alte Heizung des Schlossgymnasiums schon Eine Hotmobil-Heizzentrale nutzt grundsätzlich die gleichen Komponenten wie eine moderne stationäre Anlage. Bilder (2): Hotmobil lange bevor das neue Konzept verabschiedet war, demontiert wurde, bestand die Gefahr der Verkeimung. „Ein Legionellenbefall musste injedem Fall vor der Inbetriebnahme der neuen Anlage ausgeschlossen werden“, berichtet Alois Stadler, einer der beiden Inhaber und Geschäftsführer der Wölpper GmbH. Die mobile Heizzentrale lieferte ausreichend Druck und heißes Wasser, um eine vorschriftsmäßige thermische Desinfektion durchzuführen. Bei einer solchen prophylaktischen Maßnahme ist entsprechend der Trinkwasser- Verordnung eine thermische Desinfektion mit 70 °C heißem Wasser erforderlich. Da in der Regel die fest installierten Trinkwassererwärmer für diese Leistung nicht ausgelegt sind, stellt der Einsatz einer mobilen Heizzentrale eine sinnvolle Lösung dar. Hotmobil-Heizzentralen ga- rantieren die geforderte Mindesttemperatur und sind überall flexibel einsetzbar.„GeradeimNotfall, zum Beispiel bei einem Legionellen-Befund, zählen Verlässlichkeit und Geschwindigkeit ganz besonders“, erklärt Christian Hahn, Geschäftsführer von Hotmobil. „Unsere Anlagen sind auch für diesen Einsatzzweck konzipiert, da sie Brauchwarmwassertemperauren von bis zu 85 °C dauerhaft erzeugen können.“ Emissionen wie bei stationären Anlagen Die Emissionswerte und Wirkungsgrade der Hotmobil-Heizzentralen liegen nach Unternehmensangaben auf dem Niveau einer modernen haustechnischen Anlage, da sie grundsätzlich aus den gleichen Komponenten gefertigt werden. Sie erfüllen somit auch die Anforderungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Die Hotmobil Deutschland GmbH ist sowohl nach DINENISO 9001 als auch DINENISO 14001 zertifiziert. www.hotmobil.de 58 UmweltMagazin Juli -August2014

Umweltmärkte SERVICE Großfeuer auf der Mülldeponie Phraek Sa Abfallmanagement in Thailand Thailands Engagement beim Abfallmanagement und Recycling lässt zuwünschen übrig. Das wachsende Müllaufkommen erzeugt immer mehr illegale Deponien, die Kontrollen sind unzureichend, während die Provinzen eine härtere und kostendeckende Gangart scheuen. Ein Großfeuer auf der Deponie Phraek Sa südlich von Bangkok imMärz dieses Jahres hat den Warnungen der staatlichen Kontrollorgane Gehör verschafft und könnte mehr Problembewusstsein und neue Initiativen schaffen. Das wachsende Müllaufkommen in Thailand wachse sich langsam zueinem nationalen Problem aus, befürchtet dasPollutionControl Department (PCD). Thailand drohe das Risiko einer „Garbage Crisis“, falls die Regierung nicht mehr Fonds für die Verbesserung des Abfallmanagements zur Verfügung stelle, heißt es. Bild: The Nation Großfeuer auf einer Mülldeponie Der Brand im Frühjahr dieses Jahres auf der Deponie Phraek Sa in Samut Prakan hat die Diskussion umden Müll neu angefacht und könnte eine ernsthaftereAuseinandersetzung mitdiesem und dem Wildwuchs illegaler Deponien bewirken. Das Department of Special Investigation (DSI) sicherte die Überprüfung der Mülldeponien inBangkok und Umgebung zu. Das Industrieministerium kündigte parallel die Inspektion der insgesamt 1256 Sortierstellen und 446 Recyclinganlagen des Landes an. Samut Prakan ist Standort zahlreicher Industriebetriebe, deren Abfallbeseitigung überwiegend nicht standardgemäß sei, berichtet die Tageszeitung „The Nation“. Laut dem aktuellen „Thailand State of Pollution Report 2012“ zählt Samut Prakan auch zu einer von zehn Provinzen mit einem ernsthaften Deponieproblem. Die weiteren seien Nakhon Si Thammarat, Tak, Samut Sakhon, Nakhon Pathom, Pathum Thani, Chachoengsao, Phra Nakhon Si Ayutthaya, Songkhla und Surin. Müllaufkommen der Urbanisationen Im Jahr 2012 betrug dasFestmüllaufkommen der Urbanisationen laut PCD 24,7 Millionen Tonnen. Pro Person erhöhte sich der tägliche Müllanfall in den vergangenen sieben Jahren bis 2012 von 1,08 auf 1,15 Kilogramm. Verantwortlich für den Anstieg sind die höhere Kaufkraft und Änderung von Lebensstil und Konsumverhalten. Letztes Jahr wurde der Müllberg bereitsauf 27 MillionenTonnengeschätzt. Von den 24,7 Millionen Tonnen festem Haushaltsmüll wurden 15,9 Millionen Tonnen von den Einwohnern in Müllcontainern entsorgt. Die lokalen Verwaltungseinheiten konnten 11,9 Millionen Tonnen sammeln. Ordnungsgemäß entsorgt wurden 5,8 Millionen Tonnen, während 5,3 Millionen Tonnen wiederverwertet wurden. Dies bedeutet, dass 55 Prozent nicht richtig entsorgt, sondern offen verbrannt oder deponiert wurden. Laut PCD verfügt Thailand über 2490 Abfalldeponien, wovon aber nur 466 eine korrekte Behandlung vornehmen. Germany Trade&Invest Germany Trade &Invest (GTAI) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft vermarktet den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland im Ausland und informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte. Entsorgung und Verwertung von Müll Bei der Verwertung von 5,3 Millionen Tonnen Müll entfiel der Hauptteil mit 76 Prozent auf dieTrennung und Gewinnung von recycelbaren Materialien wie Holz, Papier, Glas, Stahl und Aluminium durch diverse Aktivitäten.Anzweiter Stelle stand die Umwandlung organischer Abfälle in Düngemittel oder Biogas. Der Rest entfiel auf die Herstellung von RDF-Ersatzbrennstoffen (Refuse Derived Fuel). Das Aufkommen von gefährlichen Abfällen belief sich 2012 auf 4,7 Millionen Tonnen mit einem Zuwachs um38,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Großteil produziert mit 84Prozent die Industrie. Regional konzentriert sich das Aufkommen hier zur Hälfte auf die Provinzen Chachoengsao, Chon Buri,Rayong, PrachinBuri und Samut Prakan. Elektromüll dürfte ebenfalls zu einem wachsenden Problem werden,insbesonderedurch den diesjährigen Übergang zum flächendeckenden digitalen TV-Empfang und die Entsorgung der Altgeräte. Thailand verfügt nur über drei Deponieplätze für Elektroschrott. Das Aufkommen von Klinikabfällen belief sich im vergangenen Jahr auf 50 481 Tonnen. Kosten für Sammlung und Entsorgung Ein Grundproblem des nationalen Abfallmanagements besteht darin, dass kein verursachergerechtes Belastungssystem existiert. Die Kosten für die Sammlung und Entsorgung in der Metropole Bangkok wurden für 2011 mitrund 117 Millionen Euro angegeben, während die Abfallgebühren nur etwa 9,5 Millionen Euro einbrachten. Die insgesamt 2,3 Millionen registrierten Haushalte tragen somit nicht einmal ein Zehntel der städtischen Kosten für Müllabfuhr und Entsorgung. Die Einführung einer kostendeckende Müllabgabe scheuen Politiker und Provinzen bisher –wie es heißt aus Furcht vor dem Verlust von Wählerstimmen. Waldemar Duscha, GTAI, Berlin, www.gtai.de UmweltMagazin Juli -August2014 59

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