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7/8 | 2014

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NACHRICHTEN Bild:

NACHRICHTEN Bild: Europäische Kommission Wettbewerb Europas Umwelthauptstadt 2017 gesucht Urbane Lebensräume stellen die Umweltpolitik vor viele Herausforderungen. Zwei Drittel der EU-Bürger wohnen inStädten, im Jahr 2020 werden es etwa 80 Prozent sein. Wegen der hohen Bevölkerungsdichte bergen diese Räume aber nicht nur Probleme bei der Nutzung knapper natürlicher Ressourcen sondern auch großes Einsparpotenzial beim Energieverbrauch und der Entwicklung einer CO 2 -neutralen Wirtschaft. Die Europäische Kommission hat daher den Wettbewerb für die Auszeichnung „Europas Umwelthauptstadt 2017“ (European Green Capital Award) eröffnet. Städte mit mehr als 100000 Einwohnern in den EU-Mitgliedsstaaten, der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen sowie in den Beitrittskandidaten Mazedonien, Island, Serbien, Montenegro und Türkei können sich hier bewerben. Der „European Green Capital Award“ würdigt die vorbildliche Stadtplanung bei Umweltstandards, nachhaltiger Wirtschaft und Verbesserung der Lebensqualität. Eine Bewerbung ist noch bis zum 20. Oktober dieses Jahres möglich. Für den laufenden Wettbewerb umden Preis für die Umwelthauptstadt Europas 2016 ist die Stadt Essen als deutscher Vertreter unter den fünf Finalisten. Eine Expertenjury beurteilt die Bewerberstädte auf Basis von zwölf Indikatoren, wie zum Beispiel Umgang mit dem Klimawandel, Verkehrspolitik, Lärmemissionen, Biodiversität oder Wasser- und Abwassermanagement. Eine Liste von Finalisten wird voraussichtlich im April und die Gewinnerstadt im Juni nächsten Jahres bekannt gegeben. http://ec.europa.eu Prognos Deutschlands Abfallwirtschaft imUngleichgewicht Bereits heute sind in Deutschland die Vorbehandlungsanlagen nur unzureichend mit Restabfällen der Kommunen ausgelastet. Den bundesweiten Mengen an behandlungsbedürftigen Restabfällen von 16,6 Millionen Mg im Jahr 2011 standen im Jahr 2013 Kapazitäten in Müllverbrennungsanlagen von 19,6 Millionen Mgund in mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen von 6,1 Millionen Mg gegenüber. Die Auslastung dieser beiden Vorbehandlungsverfahren für Restabfälle betrug somit nur knapp 65Prozent. Zudem sind mit 5,4 Millionen Mg im Jahr 2013 noch weitere Ersatzbrennstoff-Kraftwerkskapazitäten amMarkt verfügbar, die –wie auch die Vorbehandlungsanlagen –insgesamt mit Restabfällen, Gewerbe- und Sekundärabfällen sowie zusätzlich mit Ersatzbrennstoffen, inklusive Importe aus Drittstaaten, ausgelastet werden müssen. Diese Auslastung wird jedoch nur mit einem Preisniveau erreicht, das nicht geeignet ist, die Anlagen kurz- bis mittelfristig wirtschaftlich zu betreiben oder mittel- bis langfristig modernisieren zukönnen. Konkret bewegen sich die Annahmepreise für Restabfälle der Kommunen un- ter 60Euro pro MgimWesten und Norden sowie unter 35 Euro pro MgimOsten Deutschlands; bei frei handelbaren Gewerbeabfälle und Ersatzbrennstoffen (EBS) zeigt sich gegenwärtig sogar das niedrigste Bild: Piu700_pixelio Preisniveau mit 10bis 45 Euro pro Mgebenfalls im Osten Deutschlands. Voneinem ökonomischen Gleichgewicht ist die Abfallwirtschaft bereits heute weit entfernt. www.prognos.com 6 UmweltMagazin Juli -August2014

Ausdem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Vermüllung der Meere Die Abfallmengen inden Meeren werden derzeit auf über 100 Millionen Tonnen geschätzt. Etwa Dreiviertel davon bestehen aus Kunststoffen. Jährlich kommen derzeit bis zu 6,4 Millionen Tonnen hinzu. Durchschnittlich 13000 Plastikmüllpartikel treiben mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. Inder Nordsee befinden sich 600 000 Kubikmeter Abfälle. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher weiterhin, eine Bezahlpflicht für Plastiktüten einzuführen. Mithilfe der regionalen Aktionspläne der Meeresschutz-Übereinkommen gegen Meeresmüll für die Nord- und die Ostsee sowie das Mittelmeer sollen zukünftig deutlich weniger Abfallmengen ins Meer gelangen als bisher. Sie sehen unter anderem Maßnahmen gegen den Verlust von Fischfanggeräten in die Meeresumwelt vor und empfehlen, Mikroplastik in Hygieneund Kosmetikprodukten zu vermeiden. Vorgeschlagen werden etwa verbesserte Kunststoffprodukte, um deren Nutzungsdauer zuverlängern, Schadstoffe zu vermeiden und ihre Recyclingfähigkeit zuerhöhen. Für das Mittelmeer ist im Jahr 2013 bereits ein solcher Aktionsplan in Kraft getreten. www.umweltbundesamt.de Destatis Nachhaltige Entwicklung in Deutschland Das Statistische Bundesamt hat Ende Juni den Indikatorenbericht „Nachhaltige Entwicklung inDeutschland“ (Ausgabe 2014) veröffentlicht. Insgesamt 38Indikatoren zeigen den aktuellen Stand der nachhaltigen Entwicklung inden Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. In der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie hat die Bundesregierung für die meisten Indikatoren quantifizierte Ziele festgelegt. Der Indikatorenbericht ermittelt, inwieweit die politischen Ziele erfüllt werden, und kennzeichnet die Entwicklung inden einzelnen Bereichen mit Hilfe von vier Wettersymbolen. Die Symbole reichen von „sonnig“ (Zielwert ist erreicht beziehungsweise erscheint zukünftig erreichbar) über „leicht bewölkt“ (Zielwert wird leicht verfehlt), „bewölkt“ (Zielwert wird deutlich verfehlt) bis „gewittrig“ (der Indikator entwickelte sich zuletzt in die falsche Richtung oder hat einen Grenzwert überschritten). Mehr als die Hälfte der Indikatoren haben sich in den letzten Jahren sogut entwickelt, dass sie entweder mit „sonnig“ (mit 16 Indikatoren sind das zwei mehr als im vorangegangenen Bericht News –Online von 2012) oder mit „leicht bewölkt“ (sechs Indikatoren, einer mehr als im vorherigen Bericht) bewertet wurden. Bei Fortsetzung der derzeitigen Entwicklung kann das für 2020 gesetzte Ziel erreicht werden. www.destatis.de Weitere Nachrichten finden Sie tagesaktuell auch imInternet unter www.umweltmagazin.de (Rubrik: Aktuell/News). Der Grüne Punkt Umweltbilanz 2013 Zum Tagder Umwelt 2014 hat der Grüne Punkt seine Umweltbilanz für das Jahr 2013 vorgestellt: Danach haben die Unternehmen der Duales System Holding durch ihre Arbeit imvergangenen Jahr den Ausstoß von über 1,5 Millionen Tonnen CO 2 -Äquivalenten vermieden. Das Motto des diesjährigen Tages der Umwelt lautete: „Natur ganz nah –gut leben in der Stadt.“ Die Grüner-Punkt- Gruppe trägt zueiner verbraucherfreundlichen Abfallwirtschaft bei und dazu, Abfälle möglichst sinnvoll zunutzen: 2,8 Millionen Tonnen anSekundärrohstoffen wie Glas, Papier, Kunststoffe und Metalle haben die DSD-Unternehmen im letzten Jahr aus Abfällen zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf gebracht. Allein 2,3 Millionen Tonnen anAbfällen aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne sowie den Glascontainern und der Altpapiersammlung hat der Grüne Punkt im Jahr 2013 einer Verwertung zugeführt. www.dsd-holding.de Grafik: DSD UmweltMagazin Juli -August2014 7

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