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9 | 2012

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Nachrichten

Nachrichten Biogasanlagen Weniger Emissionen durchStromaus Biogas Biogasanlagen können Strom imVergleich zum gegenwärtigen Energiemix mit rund 70 Prozent weniger Emissionen erzeugen. Bild: Hartmut910/Pixelio Wissenschaftler des Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) haben imRahmen eines Verbundprojektes mit der gewitra GmbH und dem Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) die tatsächlich auftretenden Emissionen von zehn Biogasanlagen imPraxisbetrieb gemessen und bewertet. Anhand dessen konnten als wesentliche Quellen für Emissionen nicht gasdicht abgedeckte Gärrestlager, Blockheizkraftwerke (BHKW) sowie Beschickungseinrichtungen in den Anlagen identifiziert werden. Auf der Basis der Ergebnisse wurden Szenarien für die Darstellung der durchschnittlichen Biogasanlage in Deutschland erstellt. Das Minderungspotenzial der Stromproduktion aus Biogas unter Annahme von mittleren Emissionen gegenüber dem deutschen Strommix 2010 liegt mit 390 gCO 2 -Äquivalente jekWh el bei rund 70 Prozent. Darüber hinaus wurde anhand von Best-Practice-Szenarien aufgezeigt, welches Reduktionspotenzial in der Technologie steckt. Die Emissionen aus Gärrestlager und Gasaufbereitung stellen hier die größte Optimierungsmöglichkeit dar. Beides ist in der neueren Gesetzgebung bereits verankert. In Abhängigkeit der verschiedenen Fallbeispiele ließen sich durch anlagenseitige Optimierung unter optimalen Randbedingungen sowie der Verwendung von Reststoffen bis zu90Prozent der Treibhausgase einsparen. Die Gärrestlager sollten möglichst gasdicht abgedeckt werden; alternativ könnte auch eine effiziente Vergärung dazu beitragen, Emissionen aus dem Gärrestlager zu vermeiden, soJan Liebetrau, Leiter des Projektes am DBFZ. Emissionen von BHKW lassen sich, seiner Ansicht nach, nur noch mit einer Nachbehandlung des Abgases senken, wenn die Einstellungsmöglichkeiten des Motors ausgeschöpft seien. Hier ist derzeit die Nachverbrennung die einzig verfügbare Technologie. Betreiber sollten zudem beachten, dass bei der Beschickung der Anlage die offene Lagerung und Verarbeitung von Gülle und Gärresten möglichst vermieden wird. Die Wissenschaftler schaffen mit dem vorliegenden Bericht nun eine aktuelle und belastbarere Datengrundlage für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen des Betriebes von Biogasanlagen. Das Forschungsprojekt wurde durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe gefördert. www.dbfz.de Europa –kurz notiert >>> Für rund 200 Umweltprojekte in der EU gibt esvon der Europäischen Kommission eine Finanzspritze. Insgesamt stellt sie 268,4 Millionen Euro über den Umweltfonds LIFE+ an Initiativen zur Verfügung, die sich im Bereiche Klimawandel, Naturschutz und Aufklärung engagieren. In Deutschland erhalten 11 Projekte gesamt 44,5 Millionen Euro. >>> Ende Juli hat Klimakommissarin Connie Hedegaard in Brüssel mögliche Änderungen der Menge von CO 2 -Zertifikaten im europäischen Emissionshandels vorgestellt. Zunächst werden Interessenvertreter und der Ausschuss zum Klimawandel konsultiert, bis die Kommission Ende des Jahres eine Entscheidung trifft. >>> Die EU möchte den CO 2 -Ausstoß der europäischen Schifffahrt senken. In einer öffentlichen Konsultation hatte die EU-Kommission Anfang des Jahres verschiedene Maßnahmen hierfür zur Diskussion gestellt. Wie kürzlich bekannt wurde, sprachen sich Schifffahrtsorganisationen gegen die Einbeziehung in den europäischen Emissionshandel aus. >>> Die Forschungsabteilung der EU-Kommission JRC hat Ende Juli gemeinsam mit dem niederländischen Umweltforschungsinstitut PBL ihren alljährlichen Bericht zuden globalen CO 2 -Emissionen veröffentlicht. Laut den Berechnungen betrug der globale CO 2 -Ausstoß im Jahr 2011 gut 34Milliarden Tonnen und ist damit höher als je zuvor. 10 UmweltMagazin September 2012

EuPD Research/TNS Infratest Energieeffizienzin Deutschland Die sich verändernde Energienachfrage von Privathaushalten hat für Unternehmen unterschiedliche Konsequenzen. Sie müssen zum einen ihr Bewusstsein für das Thema Energieeffizienz schärfen und zum anderen dementsprechende Produkte und Dienstleistungen in ihrem Leistungsportfolio führen. Für konkrete Ansätze fehlen jedoch häufig die nötigen Informationen. EuPD Research und TNS Infratest analysieren ineinem Gemeinschaftsprojekt Potenziale sowie Kundensegmente, die die Unternehmen gezielt auf das Thema Energieeffizienz ansprechen können. Die Ergebnisse bündelt der Studienband „Energieeffizienz 2012 in Deutschland –Fokus Erneuerbare Energien“. Gut die Hälfte der Bundesbürger verbindet mit dem Begriff Energiewende die Förderung Erneuerbarer Energien und über ein Viertel plant, ineine Solar- oder Photovoltaikanlage zu investieren. ImHaushalt Energiekosten zu senken ist ihnen ebenfalls ein Anliegen. Über 80 Prozent der Hauseigentümer nutzen beispielsweise Wärmeschutzfenster oder Isolierungen der Rohre imEigenheim. Sowohl Energieeffizienz als auch die Ausgewogenheit des Energiemix spielen demnach für viele Konsumenten eine Rolle. Ausschlaggebend ist es nun für Unternehmen, ihre Zielsegmente imBereich Energieef- Mehr als ein Viertel der Bundesbürger plant, ineine Solar- oder Photovoltaikanlage zu investieren. fizienz mit den richtigen Angeboten zu adressieren. Weitere Untersuchungen zeigen, dass die Bürger das Engagement von Technologieunternehmen wie Bosch und Siemens, aber auch von lokalen Energieversorgern, wie beispielsweise den Stadtwerken, durchaus wahrnehmen. So geben bei einer repräsentativen Befragung 26 Prozent der Teilnehmer an, dass Stadtwerke sich stark engagieren, um zur Umsetzung der Energiewende beizutragen. Jedoch unterstellen sie vor allem den Energieversorgern bei der Umsetzung der Energiewende in erster Linie wirtschaftliche Interessen. www.tns-infratest.com Bild: Uwe Steinbrich/Pixelio EU-Vorschriften Schärfere Regeln für die Entsorgung von Elektroschrott Am13. August dieses Jahres sind verschärfte EU- Vorschriften für die Entsorgung alter Elektro- und Elektronikgeräte inKraft getreten. Noch bis Februar 2014 haben die EU- Staaten jetzt Zeit, um ihre Regeln an die neuen umweltfreundlicheren Standards anzupassen und damit auch knappe Ressourcen besser zunutzen. Verbraucher können dann kleine E-Müllmengen in großen Einzelhandelsläden abgeben. Die Bestandteile aus Gold, Silber oder Kupfer des E-Schrotts sollen effizienter behandelt werden. Das E-Schrottvolumen wird bis 2020 auf schätzungsweise 12 Millionen Tonnen ansteigen. Dank der neuen Richtlinie sollen dann 85 Prozent des gesamten Altgeräteanfalls gesammelt und richtig entsorgt werden. Das sind inder EU rund 10 Millionen Tonnen oder 20 Kilogramm pro Verbraucher. Zurzeit wird nur ein Drittel des Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt/Pixelio in der EU anfallenden Elektroschrotts gesammelt. Bis spätestens 14. Februar 2014 müssen die Mitgliedstaaten ihre bisherigen Vorschriften für Elektro- und Elektronik-Altgeräte ändern und mit der neuen Richtlinie und den neuen Zielen inEinklang bringen. Auch die Bekämpfung der illegalen Ausfuhr von Abfällen wird somit wirksamer von den Mitgliedstaaten bekämpft werden können. Illegale E-Müll-Versendungen werden oft als legale Verbringungen von Gebrauchtware getarnt, umdie Abfallbehandlungsvorschriften der EU zu umgehen. Nach der neuen Richtlinie müssen Ausführer künftig prüfen, obGeräte noch funktionieren und Nachweisdokumente für die Sendungen vorlegen, bei denen gemutmaßt werden könnte, dass es sich um illegale Verbringungen handelt. http://ec.europa.eu UmweltMagazin September 2012 11

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