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9 | 2012

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Special Erneuerbare

Special Erneuerbare Energien Frischer Wind im Wald Windenergie in Waldflächen bietet große Chancen für die Waldökologie, die Waldbesitzer und die wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Kommunen. Für einen reibungslosen Projektablauf ist neben der Wahl des richtigen Standorts die enge Kommunikation mit den Behörden wichtig. Jens Rodenhäuser Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik in Bremerhaven schätzt, dass bis zu 14 Prozent der deutschen Waldflächen potenziell als Standorte für Windenergieanlagen geeignet sind. Dies entspricht einer Fläche von 4Prozent des gesamten Bundesgebiets. Die Windkraftwerke werden in der Regel 20 bis maximal 30 Jahre betrieben. Danach könnensie entweder zurückgebaut oder „repowert“, das heißt durch leistungsstärkere Komponenten ersetzt werden. Im Zuge des Anlagenbaus ergeben sich Möglichkeiten der Walderhaltung und -instandhaltung. Ein geeigneter Waldstandort für Windkraftanlagen muss wirtschaftlich und in allen Aspekten genehmigungsfähig sein. Ausgleichsmaßnahmen als ökologische Chance Um die Waldentwicklung positiv zu beeinflussen, müssen die gesetzlich geregelten Ausgleichsmaßnahmen nachhaltig gestaltet werden. Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel die Umwandlung vonMonokulturen in standortgerechte Mischbestände oder eine naturnahe Gestaltung von Waldrändern mit lichtliebenden Baum- und Straucharten sowie begleitendenKrautsäumen. Außerdem können Kleinbiotope im Wald neuangelegt oderrenaturiertwerden. Für Waldeigentümer ist die Nutzung des Waldes als Windanlagenstandort eine interessante Einnahmequelle. Auch für die Gemeinden ergeben sich sowohl wirtschaftliche, als auch ökologischeVorteile. Direktbemerkbarmachen sich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer der Betreibergesellschaften. Zudem wird die lokale Waldwirtschaft gestärkt, was sich positiv auf waldbauliche Maßnahmen auswirken kann und somit Arbeitsplätzevor Ortsichert. Zur Unterstützung des Ökosystems Wald lassen sich mit Mitteln aus Ausgleichs- und Ersatzeinnahmen beispielsweise Anpflanzungen von Windschutzstreifen durchführen. Planungsrechtliche Stufen Anhand vonRegional- oderRahmenplänen sowie der lokalen Bauleitplanung lässt sich ermitteln, welche Flächen grundsätzlich für eine Windenergienutzung infrage kommen. Im Fall einerPlanung, die außerhalb ausgewiesener Eignungsgebiete liegt, muss eine Fortschreibung der Regionalplanung betrieben oder im Einzelfall ein Zielabweichungsverfahren durchgeführt werden. Insbesondere auf der kommunalen Ebene haben die Gemeinden durch ihre Bebauungspläne die Möglichkeit, auf Planungsdetails Einfluss zu nehmen. Die betrifft Standorte, Anlagentypenund Zuwegungen. Auch baurechtliche Bestimmungen zum Nachbarschutz, die Technische Anleitung Lärm, Gesetze zur Umweltverträglichkeitsprüfung, Naturschutzrechte sowie Richtlinien zu Fauna- Flora-Habitatengehören zu denRechtsgrundlagen, die bei der Planung zu beachtensind. Gemeinsam Lösungen finden Um einnachhaltigesWindprojekt im Wald umzusetzen, muss sowohl bei der Bild: Linden Energy 12 UmweltMagazin September 2012

Wahl des Standorts, als auch bei der konkreten Planung und Errichtung des Einzelstandortes berücksichtigt werden, dass der betroffene Waldbestand und Naturhaushalt so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Dies betrifft insbesondere Erschließung, Rodung und Umnutzung. Mit einer strategischen Standortwahl und einer detaillierten Planung unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren lassen sich Eingriffe sokonzipieren, dass nur minimale Veränderungen anfallen. DiesePlanungen könnennicht isoliert erfolgen, sondern erfordern die frühzeitige und transparente Einbindung vonGutachtern, Behörden und Betroffenen. Um potenzielle Auswirkungen auf die Tierwelt einschätzen zu können, werden zudem Untersuchungen durchgeführt, die das natürliche Verhalten und die Aktivitäten von Tieren am Boden und in der Luft ermitteln. Aus den Ergebnissen lassen sich Maßnahmen ableiten, um etwaige Beeinträchtigungen zu vermeiden, zu minimieren oder auszugleichen und damit auch den artenschutzrechtlichen Erfordernissen zu entsprechen. Das beginnt bei der Auswahl konfliktarmer Standorte. Zudem lassen sich einzelne Turbinenstandorte verschieben oder sogar streichen. Auch Betriebseinschränkungen, wie das Abschalten der Anlagen inwindarmen Nächten zum Schutz vonFledermäusenund gezieltes Habitatmanagementgehören dazu. Konzeptstudie zumThema Selbstverständlich verändert eine Windanlage das Waldbild vor Ort und auchdessenInfrastruktur. Hierzugehören Aspekte wie die Größe der Anlage und die Geräuschkulisse, die sowohl auf die Weite der Landschaft als auch auf die direkte Umgebung wirken. Wichtig ist es, hier immer inenger Absprache mit den örtlichen Behörden und Ämtern zu stehen und alle Eventualitäten bereits vor Baubeginn genau zu klären. Dasgilt für Aspekte währendder Umsetzung ebenso wie für langfristige Gesichtspunkte. Analysen, Animationen und Berechnungenhelfen, Lösungenzu finden. Geeignete Standorte Ein geeigneter Standort setzt sich aus zwei Hauptpunkten zusammen: Zum einen aus der Wirtschaftlichkeit und zum anderen aus der genehmigungsfähigen Fläche. Selbstverständlich sind geschützte Gebiete und Wälder, Nationalparks, Natur- und Bodendenkmäler, Erholungsbereiche und solche, die aufgrund geografischerund topografischer Lage nicht genutzt werden, aus der Standortwahl ausgenommen. Als besonders geeignet zeichnen sich kulturbetonte und -bestimmte Waldbereiche im Sinne der Bundeswaldinventur sowie waldbestandene Bereiche mit Vorbelastungen aus Militär-, Industrieoder Gewerbenutzung sowie Windwurfflächen aus. Hinzu kommen landesspezifische Kriterien, die in die Planungenmiteinbezogen werden. Da die Windenergienutzung über Wäldern bis vor kurzem mit einem Tabu belegt war, gibt eserst wenige praktische Erfahrungen. Es existieren bisher kaum Daten und Analysen. Deshalb hat der Projektentwickler und Investor Linden Energy gemeinsam mit seinen beiden Oldenburger Partnern ARSU Arbeitsgruppe für Regionale Strukturund Umweltforschung GmbH und Gis-Plan-Service Jürgen Knies eine Konzeptstudie zum Thema „Windenergie im Wald –Potenziale nutzen“ erstellt. Sie zeigt die Chancen, aber auch die Herausforderungen und praktischen Lösungsansätze für die nachhaltige und umweltverträgliche Nutzung von Windenergie in deutschen Waldgebieten auf. Interessierte Waldbesitzer können die Studie kostenlos unter info@lindenenergy.com anfordern. Ein wichtiges Kriterium für eine effiziente Nutzung desStandortesist dabei die Windhöffigkeit. Dabei geht es sowohl um das lokale Windaufkommen und dessen Verteilung über Zeit und Windrichtung, als auch umdie standortspezifischen Charakteristika. Zusammen führen sie zu einer möglichst optimalen Wahl derEinzelstandorte der Windenergieanlagen. Für die Prognose des Windaufkommens müssen viele Faktoren, wie diegeografische Lage und Topografie des Landstriches berücksichtigtwerden. Aber auchdie Geländeoberfläche der unmittelbaren Umgebung und die Höhe der Anlage an sich spielen eine Rolle. Grundsätzlich sollte zwischen Geländeoberfläche und Turbine so viel Platz wie möglich liegen, um bessere Energieerträge zugewährleisten. Die Höhe der Windenergieanlage und teilweise auch die Geländehöhe haben positive Auswirkungen, da mit jedem Höhenmeter die Windgeschwindigkeit steigt. Die genaue Balance zwischen der Windhöffigkeit, einem geeigneten Windenergieanlagentyp, demrichtigen Aufstellungskonzept undeinemguten Verständnis für die Eigenheiten eines Windparkstandortes sind entscheidend für die Rentabilität desProjektesund die Realisierung. Fazit Unter Berücksichtigung dieser Faktoren kann mittels modernen Planungs-und Arbeitsmethoden, wie zum Beispiel geografischen Informationssystemen, ein systematisches Standortkonzept erstellt werden. Qualifizierte Projektpartner, wie die Linden Energy GmbH aus Oldenburg, helfen, die Herausforderungen zumeistern und umweltförderliche Lösungenzufinden. Jens Rodenhäuser, Linden Energy GmbH, Oldenburg, info@lindenenergy.com UmweltMagazin September 2012 13

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