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9 | 2012

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Technik &Management

Technik &Management Abfall/Recycling Bild: Julien Christ/Pixelio Abfallwirtschafts-Software in der Cloud Abfallerzeugende Hersteller und Betriebe benötigen zur Erfüllung der gesetzlichen Auflagen und zur Verwaltung der innerbetrieblichen Abfallwirtschaft zunehmend komplexere Softwaresysteme. Der Weg über Internet-Portale ermöglicht jetzt die Teilhabe andiesen Systemen ohne kostspielige Investitionen in Softwarelizenzen und IT-Infrastruktur. Dieter Burger Die Softwarelandschaft für innerbetriebliche Abfallwirtschaft, die heute noch inden Betrieben anzutreffend ist, besteht überwiegend aus MS-Excel-Tabellen oder selbstentwickelten MS-Access-Lösungen. GrößereUnternehmenarbeitenmit spezialisierten Softwaresystemen, die in der internen IT-Infrastruktur angesiedelt sind. Beim effizienten Einsatz von Abfallwirtschafts-Software, speziell auch in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), stehen Kriterien wie Kostentransparenz,Flexibilität,Aufwands-/ Kostenminimierung und Sicherheit im Vordergrund. Herkömmliche Lizenzmodelle müssen daher auf den Prüfstand und sich mit den zeitgemäßen Möglichkeiten des Internets vergleichen lassen. Von der Lizensierung zur Dienstleistung Die bisher üblichen Verfahren der Lizenzierung und Wartung vonSoftwaresystemen für die Abfallwirtschaft stößt längstanihreGrenzen.Mittelfür Investitionen werden zunehmend seltener bewilligt, Dienstleistungen dagegen stellen inder Regel kein größeres Problem dar.Dahermacht es Sinn, auchim Bereich der Abfallmanagementsysteme den Erwerb, die Nutzung und die Abrechnung neuzubetrachten. Volumenabrechnung und Miete der notwendigen Software-Module stehen hier im Vordergrund. Die konsequente Umsetzung dieser Vorgaben führt automatisch zum Internet-Portal –genauer gesagtindie Cloud. Von der Tabelle zur komfortablen Anwendung Entschließt sich ein kleines Unternehmen für den Einsatz einer Abfallmanagementsoftwaremit Modulenwie etwa: 7 Stammdaten, 7 gefährliche und nicht gefährliche Abfälle, 7 eANV, 7 Rechnungsbearbeitung, 7 Kostenstellen/Kostenträger, 38 UmweltMagazin September 2012

PRIVATE CLOUD Firma A VPN Tunnel A Firma B VPN Tunnel B VPN Tunnel C Provider Tunnel A Tunnel B Tunnel C Internet Firma C Server Firma A Server Firma B Server Firma C Firma ... Schematische Darstellung einer Private und einer Public Cloud 7 elektronische Entsorgungsdisposition sowie 7 Auswertungen und Statistiken, so fallen beim klassischen Lizenzkauf nicht unbeträchtliche externe und interne Kosten an. Denn neben den Lizenzkosten für den Erwerb, sowie den Aufwendungenfür die jährliche Lizenzwartung entstehen außerdem innerbetrieblichenKosten unter anderem für 7 Rechenzentrum, 7 Datenspeicherungund 7 IT-Support. Nutzt das Unternehmen jedoch das entsprechende Angebot eines Portals für Abfallmanagement Software, fallen lediglich Nutzungsgebühren an, die in der Regel nicht wesentlich über den Lizenzwartungskosten beim klassischen Einsatz liegen dürften. Die Angst vor dem Unbekannten Neben den Kosten ist ein weiterer Punkt entscheidend: die Sicherheit. Das Thema „Einsatz von Software imInternet“ ist oft verknüpft mit der Angst vor Sicherheitslücken. Die unternehmenseigenen Daten werden ungerne außerhalb des eigenen Netzwerks gespeichert. Dabei wird bereits seit dem Jahr 2010 Abfallwirtschaft-Software im Internet voneinerVielzahl vondeutschen Unternehmen im Rahmen der eANV selbstverständlich und sicher genutzt. Unternehmen, die Genehmigungsoder Nachweisdaten und selbst die Registerführung einem der bekannten Portale anvertrauen, arbeiten in der Cloud und speichern Daten ineinem fremdenRechenzentrum. PUBLIC CLOUD Firma A https Firma B https Internet Provider https Firma C TRIAS-AMOS Server Firma A Firma B Firma C Firma... Firma ... Grafik: Trias Informatik Die Sicherheitsarchitektur Voraussetzung ist allerdings, dass die angesprochenen Sicherheitsbedenken bereits im Vorfeldsehrernst genommen werden. Ein derartiges Portal muss im Rechenzentrum eines renommierten Anbieters installiert sein, das über alle Schutzmaßnahmen verfügt, die heute als Standardgelten. Ein weitererwichtiger Baustein in der gesamten Sicherheitsarchitektur ist die Robustheit der Softwaregegen Angriffeauf Sicherheitslücken inder Software. Jeder Anbieter von Abfallwirtschaftssoftware in der Cloud sollte seine Lösung regelmäßig kontrollierten Angriffen auf die Software aussetzen,umSchwachstellenaufzudecken.Sosollten sichUnternehmen die entsprechenden Zertifikate beziehungsweise Testberichte vorlegen lassen, wenn sie den Einsatz einer Abfallmanagementsoftwareinder Cloudvorsehen. Für den Betrieb einer Abfallmanagementsoftware inder Cloud bieten sich grundsätzlich zwei Kommunikationsinfrastrukturen an,die sichden jeweiligen Sicherheitsinteressen der Firmen angleichen: die Public Cloud und die Private Cloud. Public Cloud Der Nutzer arbeitet mit seinem Webbrowser über das Internet. Die Verbindung zwischen seinem Browser und dem Server wird über https (HyperText Transfer Protocol Secure, dt.: sicheres Hypertext-Übertragungsprotokoll) hergestellt. Das bedeutet, es erfolgt eine Verschlüsselungund somit eine sichere Übertragung der Daten. Diese Art der Übertragung wird auch beim Homebanking verwendet. In dieser Variante teilen sich mehrere Unternehmen eine technische Datenbank und einen Server, wobei sichergestellt ist, dass jedes Unternehmen ihren eigenen Datenbereich besitzt, derstrikt vonden anderenBereichen getrennt ist. Private Cloud Der Nutzer arbeitet mit seinem Webbrowser ebenfalls über das Internet. Zwischen dem Server und dem Unternehmen des Kunden ist jedoch seine VPN(Virtual Private Network, dt.: virtuellesprivatesNetz)-Verbindung –der sogenannte Tunnel–aufgebaut. Dadurch istder im externenRechenzentrum stehende Server virtuell in das Unternehmensnetzwerk eingebunden, das heißt dieser externe Server ist im Internet nicht sichtbar.Erkann nur aus demUnternehmen des Kunden heraus angesprochenwerden. Es handelt sichdabei um einen „privaten“ Server, auf dem auch keine weiteren Kunden arbeiten. In einem derartigen Modell mietetsich das Unternehmen einen Server imAnbieterrechenzentrum in der Größenordnung und Leistungsklasse wie er für die anstehenden Aufgaben benötigt wird. Fazit Der Einsatz einer Abfallmanagement Software in der Cloud bietet überwiegend Vorteile. Der Aufwand für eigene Server, eigene Datenbank, eigene Lizenzen entfällt. DieinterneITwirdvon Spezialsystemen entlastet, die nur an wenigen Stellen imUnternehmen zum Einsatz kommen. Monatliche oder jährliche Nutzungskosten sind überschaubar und transparent. In anderen Branchen hat sichdie Cloudbereits etabliert. So gibt es bereits Portale,die darauf spezialisiert sind, die Daten der Fahrtenschreiber von LKW rechtssicher zuarchivieren. Mit Trias-Amos ist nun erstmals eine Abfallmanagement-Software in derCloud verfügbar. Dieter Burger, Athos Unternehmensberatung GmbH, Sindelfingen, Dieter.Burger@athos.com UmweltMagazin September 2012 39

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