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9 | 2012

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Technik &Management

Technik &Management Management Bild: Gerd Altmann/Pixelio Aufbaueines strategischen Öko-Controlling-Systems Die Auswirkung von wirtschaftlichem Handeln auf die Umwelt führt zuökologischen und finanziellen Problemen. Es sollte daher ein ökologisches und wirtschaftliches Gleichgewicht in Unternehmen erreicht werden. Negative Umwelteinwirkungen von Unternehmensaktivitäten müssen frühzeitig erkannt, Schwachstellen ermittelt und die Umweltleistung der Unternehmen verbessert werden. Darüber hinaus wird Öko-Controlling auf der operativen und strategischen Ebene eingesetzt, um soziale, ökologische und ökonomische Unternehmensziele zu fördern. Indiesem Beitrag wird der Aufbau eines strategischen Öko-Controllings als Lösungsansatz im Rahmen der Verbesserung von Produktionsprozessen vorgestellt. Miada Naana, Horst Junker und Jorge Marx Gómez Dem strategischen Öko-Controlling- System kommt die Aufgabe zu, die Informationsversorgung des Umweltmanagements bei der Unternehmenssteuerung zugewährleisten. Im Mittelpunkt steht die Überlegung, die Informationsflüsse auf Basis operativer Daten abzubilden, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und Umweltinformationen für zukünftige Anforderungen anzupassen. Dazu ist der Aufbau eines Systems erforderlich, um die zuvor genannten Aufgaben umsetzen undmiteinander in Beziehung setzen zu können. Darüber hinaus ist esbeim Aufbau des Systems erforderlich, den Zusammenhang zwischen Funktionen (Aufgaben, Abhängigkeiten), Prozessen (Arbeitsabläufe, Maßnahmen, Verknüpfung) und Daten 48 UmweltMagazin September 2012

(Strukturierung derDatenund ihreBeziehungen) zu findenund zu beschreiben.Inder Grafik werden verschiedene Perspektiven dargestellt, um das strategische Öko-Controlling-System aufzubauen. Unternehmen Damit die Geschäftsprozesse derUnternehmendurchgeführt werden können, obliegt der Unternehmensführung grundsätzlich ein Management der Unternehmensbereiche sowie deren Systeme und Datenbanken. Im Umweltbereich ist das Umweltmanagement für die Gewährleistung der Umweltleistung auf der operativen und strategischen Ebene verantwortlich. Es erhält, zum Beispiel über betriebliche Umweltinformationssysteme,ein bestimmtesWissen über Umwelteinwirkungen, die zu Umweltproblemen führen.Dieses hängtstark von den eigenen Erkenntnissen ab und spiegelt die Interessen aller, insbesondere der externen Anspruchsgruppen, wider. Umdas Wissen zur Umweltleistung langfristig zu komplettieren, solltendie umweltrelevantenAnforderungen des Unternehmens identifiziert und in einem strategischen Öko-Controlling berücksichtigt werden. Stakeholder Assessment Die Umweltauswirkungen innerhalb des Unternehmens werden von internen und externen Anspruchsgruppen wahrgenommen. Die internen Anspruchsgruppen nutzendie Ergebnisse desstrategischen Öko-Controllings für die Überprüfung der Anforderungen innerhalb des Unternehmens, beispielsweise Abteilungsleiter der Unternehmensbereiche, Mitarbeitergruppen und insbesondere die Entscheidungsträger im Umweltmanagement. Anspruchsgruppen außerhalb des Unternehmens berücksichtigen das räumliche Aktionsvermögen oder die gesellschaftliche Ausrichtung, etwa Kunden, Behörden, Gutachter und Umweltgruppen. Die zuvor genannten Anspruchsgruppen fokussiereneine Vielzahl von Umweltaspekten, die mit ihrer Hilfe vervollständigt werden können. Zusätzlich sollen sowohl umweltbezogene Gesetze und Verordnungen als auch ökologische Qualitätsziele berücksichtigt werden.Indiesem Zusammenhang ist eine betriebliche und gesellschaftliche Schwerpunktsetzung erforderlich. Dabei müssen nicht alle Anspruchsgruppen und deren Umweltaspekte berücksichtigt werden. Aufbauendauf diesen giltes, dieAnforderungen und Ziele der Unternehmensführung oder des Umweltmanagements mitzueinbeziehen. Beim Aufbau eines strategischen Öko-Controllings stellt das Stakeholder Assessment eine erste Möglichkeit dar, mit der die umweltorientierte Unternehmensleistung effizient verbessert werden kann. Aggregation der Umweltdaten Um die Anforderungen der erwähnten Anspruchsgruppen verwirklichen zu können, sind Informationsbedarfsermittlung, -beschaffung, -speicherung und -übermittlung umzusetzen. Dazu versucht die Unternehmensführung oder das Umweltmanagement, im Zusammenhang mit einemstrategischen Öko-Controlling, die Anforderungen zu identifizieren sowie zu berücksichtigende Umweltaspekte zu erfassen und entsprechende Umweltdaten zu sammeln: 7 Umweltleistungsparameter: Zunächst sollten vielfältige Umweltleistungsparameter ermittelt werden. In der Produktion sind beispielsweise der Energieverbrauch und Materialeinsatz auf der Inputseite sowie die Abfälle, Emissionenund Abwasserauf der Outputseite die wichtigsten umweltorientierten Parameter. 7 Aggregation von Umweltdaten: Aufgrund der ermittelten Parameter werden geeignete Daten geliefert und aggregiert. Diese sind mittelbar oder unmittelbar für die Umweltaspekte relevant und werden grundsätzlich ineinerumweltorientierten Datenbank aggregiert, damit gemessene Umweltinformationen generiert werden können. 7 Umweltleistungskriterien: Aufbauend auf den umweltbezogenen Kriterien istder Einsatz vonUmweltdaten so

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