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9 | 2012

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Nachrichten Nachhaltigkeit NeuerForschungspreis Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergibt ab2012 erstmals den Forschungspreis „Nachhaltige Entwicklungen“ im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. In einem Wettbewerb werden Forscher ausgezeichnet, die mit ihren Projekten herausragende Beiträge für eine nachhaltige Entwicklung leisten. „Das Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde lenkt den Blick darauf, wie stark unsere Forscher die nachhaltige Entwicklung national und international voranbringen. Wir wollen mit dem neuen Preis besonders erfolgreiche Forschungsprojekte zur Nachhaltigkeit würdigen –und sie noch enger mit dem Engagement von Kommunen und Unternehmen verknüpfen“, erklärte Bundesforschungsministerin Schavan. Im Fokus der neuen Auszeichnung stehen wissenschaftliche Beiträge zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und der Hightech- Strategie in den Bereichen Klimaschutz, Ressourcenschutz und Energie, zum Beispiel Projekte im Kontext des BMBF- Studie Markt für Waste-to-Energy boomt weiter Der Waste-to-Energy-Markt wächst auch inZeiten der europäischen Finanzkrise kräftig weiter.Laut einerStudiedes Kölner Beratungsunternehmens ecoprog werden weltweit jährlich rund 6,1 Milliarden Euro in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung von Müllverbrennungsanlagen investiert. Bis zum Jahr 2016 wird diese Summe auf rund 7,2 Milliarden Euro ansteigen. Derzeit sind globalgut 2150 thermischeAbfallverwertungsanlagen in Betrieb. Sie könnenknapp 250 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr behan- Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2011 Rahmenprogramms FONA – Forschung für Nachhaltige Entwicklungen. Zum Ende des Wissenschaftsjahres 2012 „Zukunftsprojekt Erde“ setzt das BMBF mit dem neuen Preis jährlich thematische Schwerpunkte. 2012 werden Forscher oder Forschungsteams prämiert, die „Sustainability made in Germany“ voranbringen. Die Ausschreibung bezieht sich auf anwendungsnahe Forschungsprojekte, die dafür geeignet sind, Deutschlands Position als Technologieführer in den Bereichen Klima, Energie, Ressourcen und Umwelttechnologien sowie bei nachhaltiger Unternehmensführung zu erhalten und weiter auszubauen. Schavan wird den Wissenschaftspreis am 7. Dezember 2012 im Rahmen der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises überreichen. Er wird in diesem Jahr zum fünften Mal anUnternehmen und erstmals auch an Städte Bild: Christian Lietzmann und Gemeinden vergeben. Die Auszeichnung wird getragen von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. inZusammenarbeit mit der Bundesregierung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Zuden Preisträgern des vergangenen Jahres zählen Siemens und Vaillant. www.forschungspreis.de deln.Inden nächsten vier Jahren werden rund 250 neue Wasteto-Energy-Anlagen mit einer Kapazität von fast 70 000 Tonnen pro Jahr inBetrieb gehen. Der dynamische Neubaumarkt für Müllverbrennungsanlagen resultiert aus der zunehmenden Raumnot in wirtschaftlichen Ballungszentren auf der ganzen Welt. Immer weniger Flächen stehen für die Abfalldeponierung zur Verfügung.InChina ist dieser Mangel derzeit am stärksten ausgeprägt. Dort werden bereits seit Jahren mehr Verbrennungskapazitäten in Betrieb genommen als in jedem anderen Land der Erde. Zwischen 2012 und 2016 werden hier vermutlich rund 40 Millionen Jahrestonnen neu betrieben; inEuropa sind es im gleichen Zeitraum rund 21 Millionen Jahrestonnen. In den kommenden fünf Jahren werden in Europas Waste-to-Energy-Anlagen geschätzt 18 Milliarden Euro investiert, in Asien sind es mit 12 MilliardenEuro zwei Drittel. In Europa kompensieren neue Märktewie Großbritannien, Polen oder einzelne skandinavische Länder inzwischen den Rückgang der starken Wachstumsmärkte der Vergangenheit wie Deutschland und dieNiederlande. Die EU-Deponierichtlinie bleibt nach wie vor der wesentliche Markttreiber für den Anlagenzubau in diesen Ländern. In Nordamerika werden erstmals seit mehreren Jahren wieder Waste-to-Energy-Projekte umgesetzt. Hinter den Erwartungen zurück bleiben noch immer viele Schwellenländer. In Staaten wie Indien oder Brasilien fehlen zur Umsetzung von Projekten weiterhin die notwendigen Strukturen und Finanzflüsse. www.ecoprog.com 6 UmweltMagazin September 2012

Aus demUmweltbundesamt Studie sieht Kapazitätsmärkte kritisch Der gegenwärtige Strommarkt als Energy-Only-Markt bildet einen geeigneten Rahmen für die Energiewende und gewährleistet eine sichere Stromversorgung. Das zeigt eine neue Studie, die das Beratungsunternehmen Ecofys für das Umweltbundesamt (UBA) erstellt hat. Derzeit nicht notwendig ist dagegen die Einführung von Kapazitätsmärkten. Sie bergen ein großes Risiko für Ineffizienzen, unter anderem weil sie zuwenig Anreize für das Lastmanagement setzen. Damit der Strommarkt auch langfristig zuverlässig funktioniert und um Wind- und Solarstrom effizient zunutzen, empfiehlt das UBA das Lastmanagement auszuweiten. Einerseits sollten mehr Stromverbraucher als bisher auf das schwankende Angebot flexibler reagieren und durch Preissignale bei Stromknappheit ihren Verbrauch senken können. Zurzeit können dies beispielsweise Unternehmen der Aluminium-, Stahl- und Zementproduktion oder Kühlhäuser. Andererseits verbilligen Einspeisespitzen durch Sonnen- und Windenergie den Strom und setzen soAnreize für Stromkunden, ihren Verbrauch in diese Zeiten zu verlagern. Der Umbau der Energieversorgung könnte zudem durch eine sogenannte Strategische Reserve abgesichert werden. Sie wäre vergleichbar mit der strategischen Mineralöl-Reserve. Im Ver- gleich zu Kapazitätsmärkten weist sie deutlich geringere Risiken auf. Sie ließe sich bei Bedarf mit einigen neuen Gasturbinenkraftwerken oder mit dem weiteren Betrieb einiger zur Stilllegung vorgesehener Gas- und Kohlekraftwerke sehr schnell aufbauen. Die Kraftwerke der Strategischen Reserve stehen ausschließlich als Absicherung für absolute Extremsituationen –etwa wenn bei extremer Kälte zugleich viele Kraftwerke ausfallen –zur Verfügung, würden jedoch nicht amStrommarkt teilnehmen. Deshalb bleibt dieser in seiner Effizienz unbeeinflusst und es können bessere Anreize für mehr Lastmanagement gesetzt werden als mit Kapazitätsmärkten. Das ist wichtig für die Integration der Erneuerbaren Energien. Bei einer strategischen Reserveleistung von beispielsweise vier Gigawatt lägen die Gesamt-Kosten für das Bereithalten dieser Kraftwerksleistung zwischen 140 und 240 Millionen Euro jährlich. Auf die Endverbraucher kämen moderate Aufwendungen von unter 0,1 Cent pro Kilowattstunde zu, so UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Die Strategische Reserve sei eine effiziente Lösung, die schnell Sicherheit schaffe und –anders als Kapazitätsmärkte –die Möglichkeit biete, das Marktdesign optimal an neue zukünftige Anforderungen anpassen zukönnen. www.uba.de Deutschland Markt für Windenergieanlagen wächst stabil Nach einem deutlichen Wachstum im Vorjahr zeichnet sich auch für das erste Halbjahr 2012 ein stabiler Aufwärtstrend am Heimmarkt der deutschen Windindustrie ab. Das belegen die Zahlen der aktuellen Herstellerbefragung der Deutschen WindGuard, die im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie e.V. und VDMA Power Systems ermittelt wurden: 414 Windenergieanlagen mit zusammen 1004 Megawatt Leistung wurden neu installiert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden damit 207 Megawatt oder etwa 26 Prozent mehr aufgestellt. Insgesamt sind Mitte 2012 in Deutschland 22664 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 30 016 Megawatt installiert. Imersten Halbjahr gingen neun Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von zusammen 45 Megawatt in Betrieb. Damit bleibt der deutsche Offshore-Windenergieausbau zwar weiter hinter den Prognosen zurück, allerdings befinden sich Mitte des Jahres bereits drei Offshore- Windparks in Bau. Bis zum Jahresende werden Projekte mit einer installierten Leistung von über 2000 Megawatt und einem Investitionsvolumen von etwa 7,5 Milliarden Euro in der Bauphase sein. Für das erste Halbjahr wurden zehn Repowering-Anlagen mit einer Leistung von rund 26 Megawatt und 15 abgebaute Anlagen mit gut 8,7 Megawatt gemeldet. Bis Mitte dieses Jahres wurden damit insgesamt erst etwa 460 Megawatt abgebaut und durch etwas über 1000 Megawatt ersetzt. Erhebungen zeigen, dass ein großes Repowering-Potenzial vorhanden ist. Heute sind rund 13 750 Anlagen mit einer Leistung von etwa 12 000 Megawatt inBetrieb, die vor dem 1. Januar 2002 installiert wurden. Diese Anlagen sind nach dem EEG 2012 repoweringfähig. Weitere Informationen zur Nutzung der Windenergie und den Aussichten der Branche finden Sie in unserem Special ab Seite 12. www.wind-energie.de Bild: BMU/Thomas Härtrich UmweltMagazin September 2012 7

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