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9 | 2012

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Organschaften ladung des

Organschaften ladung des Deutschen Instituts für Normung (DIN). Während der diesjährigen Plenarsitzung in Bangkok erarbeiteten rund 60 Experten aus 30 Ländern weitere Grundlagen der Novellierung. Während der dreijährigen Bearbeitungszeit steht die internationale Arbeitsgruppe unter der Leitung der USAund Argentinien; dasSekretariat stellt der DIN gemeinsam mit dem britischen Normungsinstitut BSI. Fürdie Revisionsind vor allem die folgenden Themen von Bedeutung: 7 Integration in die strategische Unternehmensführung, 7 Unterstützung der Ziele zu nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlicher Verantwortung (ISO 26000), 7 Verbesserung der Umweltleistung mittels Kennzahlen zur Leistungsbewertung, 7 Einhaltung der geltenden Rechtsgrundlagen und anderer Bestimmungen wie SelbstverpflichtungeneinerOrganisation, 7 Umweltmanagementsystem als Instrument für Konformitätsbewertungen, 7 Akzeptanz und Anwendung in kleinen und mittleren Unternehmen, 7 Umweltauswirkungen innerhalb der Wertschöpfungsund Beschaffungskette, 7 Einbindung von Interessensgruppen auf strategischer Unternehmensebene, 7 Verbindung beziehungsweise Integration paralleler Systeme wie Treibhausgas- und Energiemanagement, 7 Externe KommunikationinklusiveProduktinformationen sowie 7 Positionierung in politischen Agenden. Zugleich sollen Transparenz und Verantwortlichkeit im Umweltmanagement gestärkt und die Ökobilanzierungs-Methode (LCA) hervorgehoben werden. Weiterhin sind die Normungsexperten beauftragt, zukünftige VBU/VNU Umweltanforderungen und Wirtschaftstrukturen miteinzubeziehen. Die weiteren Ausarbeitungen zur Revision der ISO 14001 müssen auf der „High-Level- Structure“ und den zuvor genannten Empfehlungen basieren, auf deren Grundlage der Revisionsantrag erfolgte. Die nächsten inhaltlichen Debatten dazu werden imHerbst inden USA erfolgen. SC 2–Umweltaudit Im vergangenenJahrstand die Arbeit an der ISO 19011„Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen” im Fokus. Neue Projekte sind die Revision der ISO 14015 „Umweltmanagement –Umweltbewertung von Standorten und Organisationen“ sowie die Diskussion, ob Vorgaben zur Auditierung und Verifizierung öffentlich zugänglicher Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte erarbeitet werden sollen. SC 3–Umweltkennzeichnung In einem Workshop zur ISO 14020-Reihe wurden die Ergebnisse einer Umfrage zum Revisionsbedarf diskutiert. Auch wenn die Bedeutung der Umweltkennzeichnung in verschiedenen neu entstehenden Standards betont wurde, endete der Workshop ohne konkretes Revisionsvorhaben. Bezogen auf die ISO 14021 zu umweltbezogenen Anbietererklärungen sieht Deutschland weiteren Regelungsbedarf durch eine Norm. Veranstaltungen des VNU Kontakt Verband der Betriebsbeauftragten für Umweltschutz (VBU) e.V. Jörg ten Eicken Alfredstraße 77-79 45130 Essen Tel.: 0201/95971-15 Fax: 0201/95971-29 info@vbu-ev.de www.vbu-ev.de SC 4–Umweltleistungsbewertung Die DIS-Abstimmung zum erstmaligen Revisionstext der ISO 14031 aus dem Jahr 1999 – der weltweit ersten und einzigen Norm zur Umweltleistungsbewertung –ist mit einer Mehrheit von 97 Prozent angenommen worden. Die Kommentare für die finale FDIS-Fassung konnten einvernehmlich beschlossen werden. Die Vorlage zur internationalen Abstimmung des FDIS ist im Herbst dieses Jahres geplant, umdie Publikation Anfang 2013 zu ermöglichen. Neben zahlreichen Formulierungsvorschlägen zum Text sind zwei inhaltliche Verbesserungen der Norm hervorzuheben: Zum einem die Empfehlung zur Konzentration auf wenige Schlüssel- Indikatoren (KPI) zur Indizierung von angestrebten und erzielten Umweltleistungen. Zum anderen eine Methode zusektoralen Vergleichen und Benchmark- Prozessen. Die ebenfalls aus dem Jahr 1999 stammende ISO/TR 14032 zeigt gute Praxisbeispiele und sollte Hilfestellungen zur neuen Umweltleistungs- Bewertung geben. Wegen mangelnder Aktualität wurde dieser Technische Bericht jedoch bereits vom SC 4zurückgezogen. Unter deutscher Leitung beginnen nun die Vorarbeiten für ein neues Dokument, um eine Stärkung der Performance-Orientierung der ISO 14000-Reihe zu erreichen und zeitgemäße Beispiele zur Verfügung zu stellen. In Zusammenarbeit mit dem ISO/TC 207 Sekretariat wurde unter deutscher Leitung ein Workshop zur Umweltleistungsbewertung für alle Teilnehmer der Jahrestagung in Bangkok organisiert.Unter großer internationaler Beteiligung fanden zwei Sektionen statt. Dabei ging es einerseits darum, den Nutzen der ISO 14031 zuillustrieren, und andererseits einen Bezug zur künftigen ISO 14069 zum Klimawandel darzustellen. Abschließend wurden die laufenden Arbeiten erläutert, mit denen sich das EU-Institut IPTS/ Sevilla bezüglich der Sektordokumente für EMAS III und den besten verfügbaren Techniken beschäftigt. Dieses breite Spektrum zur Illustration der Stärkung von Umweltleistungen konnte über das SC4hinaus einen Beitrag zur grundsätzlichen Performance-Orientierung der 14000-Reihe leisten. Aufgrund des großen Anklangs werden die Beiträge auf der ISO-Homepage veröffentlicht. SC 5–Ökobilanzen Im Unterausschuss Ökobilanzen (Lebenszyklus-Analysen) bildet das Normvorhaben zum Wasser-Fußabdruck – der zukünftigen ISO 14046 – einen Schwerpunkt der Arbeiten. Das Dokument wird jetzt als zweiter Komitee-Entwurf (CD.2) Die nächsten Treffen des EMAS CLUB Europe: 7 4. Oktober, Süd Caritasverband, Stuttgart 7 8. Oktober: Rhein-Ruhr, Niederreinische IHK, Duisburg 7 14. November: Auftakt Österreich, Lebensministerium, Wien Für die Liaison-Partnerschaft imEMAS Club Europe wurden die Gebühren gesenkt und betragen nun 90 Euro. 64 UmweltMagazin September 2012

weiter bearbeitet. Die Norm ISO 14045 zu Ökoeffizienzbewertung ist bereits fertig gestellt und steht kurz vor der Veröffentlichung. Die fortgesetzte Diskussion um möglichen Ansätze für eine Überarbeitung der beiden Kernnormen ISO 14040 und 14044 hat keinen akuten Handlungsbedarf ergeben. Dennoch wurden zwei neue Normvorhaben zur Prüfung und Anwendung von Ökobilanzen auf Organisationen begonnen.Unter der Leitung von Frankreichund China behandeln zwei getrennte Arbeitsgruppen dieseThemen,wobei diezuerarbeitenden technischen Spezifikationen bereits im Oktober 2013 erwartet werden. Best- Practice-Empfehlungen zur Organisation und Durchführung der Prüfung von Ökobilanzen stellen das erste Arbeitspaket dar. Inwieweit und mit welchen Besonderheiten sich die produktbezogenen Ökobilanzstandards ISO 14040 und 14044 auch auf Organisationen anwenden lassen, ist Gegenstand des zweiten Arbeitspakets. Dieses Dokument soll Empfehlungen und Beispiele enthalten, wie mit der Definition der „funktionellen Einheit“ im Kontext einerOrganisation umzugehen ist und wie Bilanzgrenzen sinnvoll gesetzt werden können. Eine Anwendung der Ökobilanzstandards für den Vergleich von Organisationen auf Basis einer LCA wird allerdings ausgeschlossen. SC 7–Treibhausgasemissionen managen Die zentrale Aufgabenstellung der Arbeitsgruppe 1bestand in Die Teilnehmer der deutschen Delegation in Bangkok (v.l.n.r.): Dr. Gehr, Steinbeis Glückstadt; Prof. Mau, Provadis Frankfurt; Dr. Wloka, BAM Berlin; Dr. Jäckel, BMU Berlin; F.Wenke, NSF Deutschland GmbH, Oberursel; Dr. Schminke, Five Winds Tübingen; Prof. Seifert, ÖB-Siegen/ Universität Wien; T.Votsmeier,DGQ Frankfurt; Dr. Nibbe, Hochschule Bremen, M. Prox, IFU Hamburg; K. Wührl, DIN Berlin; J. Giegrich, IFEU Heidelberg, B. Schwager, Bosch Stuttgart der Diskussion und Verabschiedung des aktuellen Vorschlags zur Überarbeitung der ISO 14065zuAnforderungen an Treibhausgas-Zertifizierungsorganisationen. Eingangs hatte diefederführende amerikanische Leitung vorgeschlagen, dieÜberarbeitung nach dem „Minor-Revision“-Verfahren durchzuführen, bei dem die Änderungen als „geringfügig“ eingestuft werden. Deutschland vertrat allerdings die Auffassung, dass die vorliegenden Änderungswünsche zu substanziellen Veränderungen der bisherigen Norm führen würden. Die Voraussetzungen für eine Überarbeitung mit nur „geringfügigen Veränderungen“ seien daher nicht mehr gegeben. Nachdem sich auch andere Delegierte dieser Positionanschlossen, wurden die Vorschläge in Bild:VBU Kontakt Verband für nachhaltiges Umweltmanagement (VNU) e.V. Geschäftsstelle c/o Annette Hendlinger Am Schellberg 22 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de zwei Arbeitsgruppensitzungen ausführlich erörtert. Zur Verabschiedung kam schließlich eine revidierte Fassung der Norm, die zwar Veränderungen enthält, sie aber imKern nicht antastet. Viele der zunächst vorgeschlagenen Änderungen wurden in der Diskussionals so substanziell identifiziert,dass sie zurückgestellt und als Merkposten für eine spätere Revision dokumentiert werden. Die Aktivitäten der Arbeitsgruppe 2–also der ISO 14067 zum Treibhausgasbeitrag von Produkten – bildeten den Schwerpunkt der diesjährigen SC 7-Aktivitäten. Der internationale Entwurf wurde inder Umfrage bei den nationalen Normungsorganisationen hauptsächlich von den Entwicklungsund Schwellenländern abgelehnt, die hier mögliche Handelshemmnisse befürchten. Deutschland hatte wegen technischer Mängel ebenfalls gegen den Entwurf gestimmt. Während der Teil zur Quantifizierung eines CO 2 -Fußabdrucks von deutscher Seite unterstützt und wesentlich mit gestaltet wurde, lieferten Schwächen und Unklarheiten im Bereich Kommunikation und Verifizierung Gründe für die Ablehnung. Die Schwächen wurden sowohlvon Wirtschafts-als auch von Verbrauchervertretern benannt. Während der Sitzung konnten die kontroversen Positionen beigelegt werden. In einer Länderabstimmung im übergeordneten SC 7wurde beschlossen, dass ein zweiter Entwurf für drei Monatezur Umfragegestellt und so die Veröffentlichung erneut verschoben wird. UmweltMagazin September 2012 65

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