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9 | 2013

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SPECIAL Thermische

SPECIAL Thermische Verwertung Das Heizkraftwerk Plymouth von MVV Umwelt entsteht inunmittelbarer Nähe zur Marinebasis, sodass die ausgekoppelte Wärme optimal genutzt werden kann. Energieaus Abfall: Dezentral undeffizient Bei der thermischen Verwertung von Abfällen kann durch die Nutzung der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung parallel zur Stromerzeugung auch ein bedeutender Teil der Energie als Wärme geliefert werden und so die Versorgung in Industrie-, Gewerbe und Wohngebieten sicherstellen. Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie setzt anseinen Standorten seit vielen Jahren auf eine dezentrale Energieversorgung –auch bei der thermischen Verwertung kommunaler und gewerblicher Abfälle. Diese Kompetenz nutzt das Unternehmen aktuell beim Bau einer thermischen Abfallverwertungsanlage imsüdwestenglischen Plymouth. Dr. Johannes Günther Die thermische Verwertung von kommunalen und industriellen Abfällen hat in den vergangenen Jahrzehnten ihre Ziele deutlich weiter entwickelt und erweitert. Neben der Beseitigung der Abfälle steht nun auch die Nutzung desAbfalls als Energieträger im Mittelpunkt. Mit der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung der Energieerzeugung dieser Anlagen hat zudem eine technische Entwicklung in Richtung steigender Energieeffizienz stattgefunden. Heute sind moderne abfallgefeuerte Heizkraftwerke als ressourcenschonende und umweltfreundliche Energieerzeuger ein fester Bestandteil derdeutschenAbfall- wie auchder Energiewirtschaft. Deutschland bei der Abfallnutzung führend In anderen europäischen Ländern ist diese Entwicklung, die vorallemdie Abfalldeponierung überflüssig machen soll, noch nicht so weit fortgeschritten wie in Deutschland. Laut Angaben von Eurostat wurden hierzulande im Jahr 2009gut 66 Prozent der Abfälle recycelt und34Prozentthermischverwertet,so lagen diese Anteile in der gesamten Europäischen Union bei 42 (Recycling) und 20 Prozent (thermische Verwertung). Dierestlichen38Prozentwurden deponiert. Die EU hat das politische Ziel, die Deponierung zu minimieren, was inder Deponierichtlinie von 1999 festgeschrieben (Richtlinie 1999/31/EG) ist. Interessanter Markt Großbritannien MVV Umwelt, eine 100-prozentige Tochterdes MannheimerEnergieunternehmens MVV Energie, sieht in dieser Situation eine Chance, die bewährte und hochentwickelte Technik, die in Deutschland zum Einsatz kommt, in anderen europäischen Ländern einzusetzen. Aufbauend auf Analysen der europäischen Abfallmärkte wurde Großbritannien als der derzeit interessantesteMarkt in denFokus des eigenen strategischen Wachstums gestellt. Um die Zieleder EU-Deponierichtlinieauch in Großbritannien fristgerecht erreichen zu können, unterstützt die britische Regierung die Kommunen durch finanzielle Förderung der notwendigen Infrastruktur fürdie Abfallbehandlung. 16 UmweltMagazin September 2013

Das Konzept für Plymouth Aufder Grundlage derEU-Richtliniehat derZweckverband SWDWP (South-West Devon Waste Partnership) mit Sitz in Plymouth nach einer Entsorgungslösung für die kommunalen Abfälle der angeschlossenen Gebietskörperschaften, die Städte Plymouthund Torbay sowie Teile derGrafschaftDevon gesucht. Aus einer europaweiten Ausschreibung, die bereits die thermische Abfallverwertung als grundlegende Methode vorgab,ging MVV Umwelt mit ihrem KonzeptimJahr 2010 als Sieger hervor. Im Dezember 2011 hat der Stadtrat von Plymouthdie Baugenehmigung für die Anlage erteilt. Das Konzept für die thermische Abfallverwertung in Plymouthhat in erster Linie die optimale Nutzung derimBrennstoffenthaltenenEnergie zumZiel. Aufder Grundlage derErfahrungen mit den deutschen Anlagen von MVV Umwelt setztendie Entwickleraus diesem Grund vonvornherein auf die Auskoppelung nutzbarer Wärme aus dem Prozess der Stromgewinnung, um die größtmögliche Effizienz zu erreichen. Die Nutzung dieser Wärme war auch ein standortbestimmender Faktor: Die Anlage entsteht direkt neben der größten Marinebasis Europas, sodass ein großer Wärmeabnehmer inunmittelbarer Nähe zum Heizkraftwerk vorhanden ist. Die in Kraft-Wärme-Kopplung gewonnene Wärme wird für die Marine genutzt und ersetzt damit ein auf Erdgas beruhendes Wärmesystem. Damit spart die Wärmelieferung aus dem Kraftwerk rund 73 000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen proJahr. Strom für 70 000 Haushalte Bei der derzeit imBau befindlichen Anlage in Plymouth handelt es sichumeine einlinige Anlage,die auf eine jährliche Durchsatzleistung vonetwa245 000 TonnenAbfall ausgelegt ist. Das Kraftwerk erzeugt Strom und Wärme mit einer Leistung vonbis zu 22,5Megawatt elektrischund 23,3Megawatt thermisch. Nach dem Konzept wird die Anlage etwa 90 Prozent desJahres,also fast 8000 Stunden, mit Volllastgefahren, sodass sie pro Jahr gut 177Gigawattstunden elektrische und rund 184Gigawattstunden thermische Energie liefern kann. Das entspricht etwa dem jährlichen Bedarf anelektrischem Strom von über 70 000 Haushalten und dem Wärmebedarf von über 9000 Haushalten. Durch die Nutzung der Wärme aus derKraft-Wärme-Kopplung erreicht die Anlage einenGesamtwirkungsgrad vonbis zu 50 Prozent. Bei der Planungder Anlagengröße wurde eine Abfallmenge zugrunde gelegt, die dem prognostizierten Aufkommen im Gebiet desZweckverbandSWDWP in denkommenden Jahren entspricht. Hinzu kommt eine Reservekapazität, die durch Akquiseauf dem Markt flexibelausgeschöpftwird. Beidiesen Mengen hat der Zweckverband bereits eine steigende Recyclingquote beimkommunalen Abfalleingerechnet. Auch technischberücksichtigt die Auslegung derAnlage sowohl die derzeitige Zusammensetzung des Abfalls als auch mögliche zukünftige Veränderungen durch den weiteren Ausbau des Recyclings. Die Technik Bei der technischen Auslegung und Konzeption des Heizkraftwerks in Plymouthdurch MVVUmwelt spielendie Rahmenbedingungen desStandorteswie auchder Ausschreibung UmweltMagazin September 2013 say HOK ® . And it’s okay. HOK ® Herdofenkoks. Adsorbens und Katalysator. Erste Wahl bei der Gasreinigung in Verbrennungsanlagen von Müll und Sondermüll sowie in der Metallurgie. Signifikante Minderung von Dioxinen und Furanen. Manchmal reicht eine einzige, wohldurchdachte Entscheidung um den Anforderungen Ihres Unternehmens und den Forderungen nach einer gesunden Umwelt gerecht zu werden. Die Lösung heißt HOK ® . HOK ® ist OK. Rheinbraun Brennstoff GmbH D-50416 Köln Tel.: +49 221-480-25386 www.hok.de If you talk about environment and industries,

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