Aufrufe
vor 4 Jahren

9 | 2013

  • Text
  • September
  • Umweltmagazin
  • Unternehmen
  • Anlagen
  • Energie
  • Technik
  • Einsatz
  • Deutschland
  • Anforderungen
  • Industrie

Darfs abisserl mehr

Darfs abisserl mehr Service sein? Wir unterstützen Sie gern Wartung & Instandsetzung Optimierung & Modernisierung Anlagenbau & Ingenieurleistungen Für unsere Feuerungs- und Kesselanlagen bieten wir Ihnen: •Jahres- und Kurzrevisionen •Revisionsüberwachung •Austausch und Instandsetzung von Komponenten •Ersatzteillieferung •Ersatzteilmanagement •Zustandskontrollen •Betrachtung der Restlebensdauer •Wartungsverträge Für alle MARTIN-Anlagen sowie Kessel für die Verbrennung von Abfällen und Biomasse bieten wir Ihnen: •Modernisierung von MARTIN -Feuerung und -Regelung •Modernisierung von Kessel und anderen Anlagenteilen •Optimierung des Gesamtanlagenbetriebes •Leistungssteigerung •Verbesserung der Verfügbarkeit •Steigerung der Restlebensdauer •Neue Technologien Als Ingenieurunternehmen mit fast 90 jährigem Erfahrungsschatz bieten wir Ihnen: •Kompetenz im Anlagenbau •Erarbeitung von Studien •Auslegung und Konstruktion von Komponenten •Messung, Analyse und Auswertung von Betriebsdaten •Schulung für Betriebspersonal •CFD-Modellierungen •Allgemeine Betriebsberatung Anlagenbau mit Blick auf die Umwelt www.martingmbh.de

Gastkommentar Abfall –eine wichtige Ressource Trotz allerAnstrengungenzur Vermeidung und zum stofflichen Recycling unserer Abfälle erzeugt jederBürger der Europäischen Union im Durchschnitt immernoch300 Kilogramm Restabfall proJahr.Hierfür haben wir unsinDeutschland wie auchinder Europäischen Union klareRichtliniender weiterenBehandlung gesetzt. DaseinfacheAblagernist nicht mehr zulässig und es bestehen länderspezifischeSpätestfristen, dies in die Praxisumzusetzen.Als Messlatte für das Ablagern auf Inertstoffdeponien giltein verbleibender Restkohlenstoffgehaltvon 3Prozent in denzuentsorgendenAbfällen. Es bleiben also große Massenströme,in Deutschland rund 25 Millionen Tonnenpro Jahr,deren Potenzial es weiterzunutzen gilt. Dies isteinerseits derEnergieinhalt, denwir in Abfallverbrennungsanlagen füruns zugänglichmachen können. Der Fokusliegt hierauf einereffizienten Nutzung derEnergieinhaltedes Brennstoffsmittels kraftwerksähnlicher Prozess-Schaltungen und Dampfparametern, die hohe energetische Wirkungsgrade erlauben.Bei solchenAnlagenmussein Hauptaugenmerk,neben derEnergiegewinnung, auchauf einemlangjährig korrosionsarmenBetrieb desDampferzeugersliegen. Solche Verfahren sind inzwischenentwickelt und großtechnischverfügbar–etwadie Technologiender Strahlungsüberhitzung mit hinterlüftetenPlattensystemen, die konsequente Ausnutzung vonZwischenüberhitzung oder die intelligente Kombination einerMVA mit GuD- oderSolarthermie-Kraftwerken. Eine andere,heute nochrelativ neue Entwicklung, istdas „Urban Mining“. Es isteine Tatsache, dass Metalle denVerbrennungsprozess aufRostfeuerungsanlagen chemischweitestgehend unverändertdurchlaufen.Diesbedeutet, dass in denfestenVerbrennungsrückständen all die Metalle beinhaltetsind, die wir mit demRestabfall derAnlage zuführen. Dachte man bisher,dass es sich allenfalls lohnt, Eisen, Aluminiumund gegebenenfalls Kupfer abzuscheiden, gehen moderne Entwicklungen viel weiter. OptimierteSortierund Trenntechniken ermöglichensogar die Abscheidung vonEdelmetallenoderseltenen Erdenbeziehungsweise den „Gewürzmetallen“, das heißt denjenigen, die in signifikanten MengeninzwischenunserenRestabfall aus einerVielzahl vonProduktenheraus befrachten. Moderne Abfallverbrennungsanlagen haben sichzukomplexen High-Tech-Anlagen mit hohenRecyclingpotenzialenentwickelt. Unddennochgenießen diese Anlagen bei vielenimmer nocheinenschlechtenRuf.Esbleibtalso noch vielAufklärungsarbeitzuleisten. Fakt ist, dass diejenigen Volkswirtschaften, die die höchstenVerbrennungsquoten haben, auchden höchstenAnteil an recyclierten Abfällenvorweisen können. Tatsache istauch, dass kein Recycling unendlich fortgeführtwerden kann, ohne besorgniserregende Schadstoffanreicherungen in denProduktenzuerzeugen oder die stofflichenEigenschaftensoweitzuverschlechtern,dassein brauchbares Neuprodukt nicht mehr erreichbar ist. Auch hierleistet die Abfallverbrennung eine zentrale volkswirtschaftliche Aufgabe. DievielzitierteKonkurrenzsituation zwischenVerbrennungs- und Recyclinganlagen istinder Praxis vielmehrein Miteinander,wobei sich beide Verfahren sinnvoll ergänzen,wennman Abfallwirtschaftskonzepte mit Augenmaß und nachhaltigem Denken hinterlegt. Es scheint rechtüberzogen,wennwir mit hohemlogistischem und energetischem Aufwand Kunststoffeseparieren, aus denensichnur minderwertigeSekundärprodukte herstellenlassen, während auf deranderenSeite immernochMillionenvon TonnenÖlzur Energiegewinnung verbrannt werden.Hierwäre sicher das Belassen dieser FraktionenimRestabfall ökologisch und ökonomischsinnvoller. Das trifft nicht auf das Sammeln vonsortenreinen Fraktionenzu, sondern beziehtsichauf die zahlreichen, breitimAbfall verteiltenund oftmit anderen Stoffenkontaminierten Kunststoffe. Letztlichdarfman nicht vergessen, dass wir selbst in derEuropäischen Union immernoch unhaltbare, mittelalterliche Zuständehaben, wenn es um das Abfallmanagement geht.Hier wirdeuropäisches Rechtweitüber einerträgliches Maßhinaus gebeugt. Und: Deutschland exportiert trotzregionalerÜberkapazitäten bei eigenenVerwertungs- und Verbrennungsanlagen immernochsignifikante Abfallmengenins Ausland.Der größteAbnehmerfür Abfälle zur thermischenVerwertung istseiteinigen Jahren Polen. Dortsind derzeit aber nochkeine nennenswertenAnlagenkapazitätenhierfür vorhanden. Johannes J.E.Martin, Geschäftsführender Gesellschafter der Martin GmbH für Umweltund Energietechnik, München „Es bleiben großeMassenströme, deren Potenzial es weiter zu nutzengilt.“ UmweltMagazin September 2013 3

Ausgabenübersicht