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9 | 2013

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MARKT Produkte und

MARKT Produkte und Verfahren Reinwasser Wirtschaftliches Verpumpen Der Pumpenhersteller Caprari aus Fürth hat mit der neuen CVX eine Universalpumpe für ein breites Anwendungsfeld von der Gebäudeinstallation bis zur industriellen Prozessversorgung sowie für Bewässerungen, Feuerschutz oder allgemein zur Druckerhöhung geschaffen. Durch rostfreien Stahl bei allen wasserführenden Bauteilen ist sie für Klar- und Reinwasser einschließlich Trinkwasser geeignet. Die Serie umfasst sechs Modelle für den ein- und dreiphasigen Betrieb. Mit 0,37 bis 30 Kilowatt Motorleistung werden Förderleistungen bis 600 Liter pro Minute und Förderhöhen bis 255 Meter erzielt. Als mehrstufige vertikale Kreiselpumpe inInline-Ausführung, also mit Saug- und Druckstutzen auf einer Achse, ist die CVX auch für sehr enge Einbauverhältnisse geeignet: Ihr Für zahlreiche Anwendungen: Reinwasserpumpe CVX Kopfdurchmesser beträgt teils nur 138 Millimeter. Durch ihren Mindesteffizienzindex von bis zu0,7 (MEI) verfügt sie über einen hohen Wirkungsgrad. Neben der Wirtschaftlichkeit lässt sich der Betriebskomfort mit dem koppelbaren Frequenzumrichter „CapDrive“ verbessern. Dessen elektronischer Drehzahlregler passt die Pumpenleistung stufenlos den Erfordernissen an und verhindert den Laststoß beim Anfahren. Über die Steuerungskonsole mit LCD-Display sind verschiedene Betriebspunkte definierbar, zum Beispiel Teillast im Nachtbetrieb. Auch eine Erweiterung oder Verkleinerung des Wasserversorgungssystems ist pumpenseitig zu berücksichtigen, sodass Förderleistung, Energieverbrauch und Materialbeanspruchung stets im Optimum liegen sollen. Ein „Cap- Drive“ kann einzeln oder im Verbund sogar mehrere Pumpen steuern. Die Montage erfolgt platzsparend direkt auf dem Pumpenkopf oder separat. www.caprari.de Abwasser Hygienische Kanalreinigung Speziell für den Bereich der Kanalsanierung bietet das Duisburger Unternehmen unter dem Namen „Duisburger Verfahren“ stationäre und mobile Hochund Höchstdruck-Wasserstrahlsysteme mit Betriebsdrücken bis zu3000 bar und Nennförderströme bis 1679 Liter inder Minute an. Für den Betrieb mit verunreinigtem Kanalwasser wurden abrasionsbeständige Hochdruck-Plungerpumpen entwickelt, die sich für Anwendungen bis zu 400 bar eignen. Ihre Anschlussleistung liegt bei 780 Kilowatt. Die Reinigung mit Höchstdruck ist unabhängig vom Kanalprofil und soll auch in schwer zugänglichen Bereichen eine hohe Reinigungsleis- tung gewährleisten. Zudem lässt sich die Methode flexibel an Umfang und Grad der Verschmutzung anpassen. Da die Hochdruckanlagen durch Fernbedienung gesteuert werden, können die Arbeiten ohne Unterbrechung durchgeführt werden und die Arbeitskräfte werden von schmutziger und unhygienischer Arbeit entlastet. Mit dieser Methode wird die Anzahl der geöffneten Kanalschächte reduziert und eine Verkehrsbehinderung minimiert. Auch Teilbereiche wie die Kanalsohle, Teil- oder Gesamtquerschnitte können gezielt gereinigt werden. Ohne Zusatz von Chemikalien lassen sich auf diese Weise selbst harte Inkrustationen lösen und herausspülen. www.woma.de Höchstdruck-Düsen für Betriebsdrücke bis zu 1000 bar erleichtern die Kanalreinigung. Füllstandsmessung Sensor mit integriertem Messumformer Die i-Serie stellt eine kompakte Alternative zum konventionellen Sensor mit separatem Messumformer dar. Einen intelligenter Füllstandssensor mit integriertem Messumformer hat die Nivus GmbH aus Eppingen auf den Markt gebracht. Ein Vorteil der neuen Sensoren soll die schnelle Einrichtung sein. Durch den integrierten Messumformer und abgestufte, vorprogrammierte Messbereiche lassen sich die Sensoren ohne Programmierung direkt an eine SPS, Datenlogger und weitere Systeme anschließen. Nach Unternehmensangaben sind die Sensoren für den Einsatz inextremen Umgebungen geeignet. Die Vergusskapselung ermöglicht den Schutzgrad von IP 68 sowie das Erfüllen der Anforderungen für den Einsatz inEx-Bereichen der Zonen 1und 0. Ein weiterer Vorteil soll die hohe Genauigkeit der Messergebnisse sein. Die DATEM-Echosignalverarbeitung (Digital Adaptive Tracking of Echo Movement) begleitet dynamisch das Nutzecho und blendet kontinuierlich stationäre und veränderliche Störechos aus. Zunehmende Fettränder, Einbauten mit unregelmäßigen Anhaftungen oder Steigeisen werden automatisch erkannt. Die Sensoren lassen sich überall dort einsetzen wo eine Füllstands-, Abstands- und Volumenmessung von Flüssigkeiten und Schüttgütern benötigt wird. Typische Anwendungsbereiche sind: Messungen imWasser- und Abwasserbereich sowie in der Industrie, Regenbehandlungsanlagen, Pumpstationen, Pegelmessungen in Flüssen und Kanälen, Durchflussmessungen an Wehren und Venturis oder Volumenmessungen in Behältern. www.nivus.com 28 UmweltMagazin September 2013

Projekte MARKT Freising Recycling vonVerbundmaterialien Technische Produkte bestehen häufig aus Metall-Kunststoffverbunden und nutzen so die guten Eigenschaften beider Materialien. Ineinigen Bereichen werden komplex geformte Kunststoffteile galvanisiert, umden Kunststoffkorpus zuschützen und optisch aufzuwerten oder umspritzte Metalle, wie etwa Verteilerdosen und Kabelsteckverbindungen, gefertigt. Produktionsabfälle solcher Verbundmaterialien können inder Regel nicht mit ausreichender Schärfe inihre Bestandteile getrennt werden. Daher beschränken sich gegenwärtige Aufbereitungsverfahren auf das Recycling nur einer Verbundkomponente. Dabei kommen in der Regel Zerkleinerungsprozesse zum Einsatz, die die aufwändig und passgenau gefertigten Metallkerne zerstören. Solässt sich aber nur ein geringer Teil des eigentlichen Materialwertes zurückgewinnen. Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Freising, zeigt daher neue Wege für das Kunststoffrecycling von Verbundmaterialien auf. Hierbei gibt esdrei Varianten des lösungsmittelbasierten CreaSolv-Prozesses, die das Wiederverwerten von Metall-Kunststoffverbunden, expandiertem Polystyrol (EPS) und Polylactid (PLA) ermöglichen. Der Prozess soll eine vollständige Verbundtrennung gewährleisten und kann sowohl metallische als auch polymere Verbundkomponenten recyceln. EPS, bekannt auch unter dem Produktnamen Styropor, wird derzeit hauptsächlich thermisch verwertet. Aus verschmutztem EPS-Abfall, der vorwiegend aus dem Bau- und Verpackungsbereich stammt und teilweise Flammschutzadditive enthält, können mit bisherigen Verfahren aufgrund angelnder Reinigungsleistung und Wirtschaftlichkeit keine hochwertigen Rezyklate gewon- Der CreaSolv-Prozess ermöglicht die Gewinnung hochwertiger Rezyklate. nen werden. Der im Fraunhofer IVV entwickelte Prozess verfügt, nach Angaben des Institutes, über ein hohes Reinigungspotenzial und kann aus EPS-Abfall ein wiederaufschäumbares Polystyrol auf Neuware-Qualitätsniveau produzieren. Gleichzeitig wird ein neues Logistikkonzept zur kostengünstigen Sammlung von EPS- Abfällen erstellt. www.ivv.fraunhofer.de Mecklenburg-Vorpommern Strohheizungsanlage mit Nahwärmenetz ImAugust wurde amSitz der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) in Gülzow das erste Strohheizwerk mit Nahwärmenetz des Landes eingeweiht. Die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern GmbH (LGMV) ist Bauherr, Planer und Betreiber der Strohheizungsanlage. Innerhalb von vier Monaten wurden die aus Strohlagerhalle und Heizhaus mit 1000 kW-Strohheizkessel bestehende Strohheizungsanlage und ein rund 1000 Meter langes Nahwärmenetz fertig gestellt. Die emissionsarme Strohfeuerungsanlage, die von dem dänischen Unternehmen LIN-KA Energy hergestellt und von der Hans-Jürgen Helbig GmbH eingebaut wurde, wird künftig Büros, Labore und Werkstätten sowie Gewächshäuser von FNR, LFA, LALLF und Gebäude der Gemeinde Gülzow-Prüzen mit Wärme versorgen. Bisher wurde mit Heizöl geheizt, nun ersetzen 2,5 Kilogramm Stroh einen Liter Heizöl. FNR und LFA als maßgebliche Strohheizkessel: Das Gebläse (blau), saugt die Strohschnitzel vom Ballenauflöser inder Strohhalle imLuftstrom an und führt sie über einen Zyklon (blank verzinkt) der Zellenradschleuse (rot) und der Dosiervorrichtung/Stokerschnecke zu. Nutzer der erneuerbaren Wärme haben die Energieträgerumstellung von Heizöl auf nachhaltig verfügbare Biomasse initiiert und maßgeblich unterstützt.Die Strohheizung soll daher auch als Demonstrationsanlage dienen. Entlang der Kette von der Strohbereitstellung über den Anlagenbetrieb und die Wärmebereitstellung bis hin zur Schließung von Kreisläufen durch die Nutzung von Strohasche als Dünger sollen pflanzenbauliche, ökonomische und technische Fragestellungen im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitforschung von der LFA untersucht werden. www.fnr.de UmweltMagazin September 2013 29

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