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9 | 2013

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TECHNIK UND MANAGEMENT

TECHNIK UND MANAGEMENT Abfall/Recycling Aufwendig gestaltete sich der Einbau einer Biogasanlage im italienischen Casatisma, 50kmsüdlich von Mailand. Dort stand die Lipp GmbH aus dem baden-württembergischem Tannhausen vor der Herausforderung, ihren neuen Universal-Fermenter in einer ehemaligen Lagerhalle einer Mülldeponie aufzubauen. Einziger Zugang: das schmale Eingangstor. Außerdem wurde während des Baus festgestellt, dass die ursprünglich geplante Höhe der Anlage kurzfristig um mehr als eineinhalb Meter verringert werden musste. Dies ließ sich dank der flexiblen Bauweise der Anlagen realisieren. GroßeAnlage in kleiner Halle Julia Rummel Die Baubehörde in Casatisma hatte sich gegendie Errichtung derAnlage aufdemFreigeländederMülldeponieausgesprochen. Somit blieb nur die leerstehendeLagerhalle alsAlternative. Diese erwies sich jedoch hinsichtlich der Tragfähigkeit des Fundaments und den Zufahrtsmöglichkeitenals problematisch. Aufbau unter beengten Verhältnissen: die leerstehende Lagerhalle in Casatisma gefertigtenStahlbandesineinerSpirale zu einemBehältergeformt wird, konnte hier spontan auf die veränderten Platzgegebenheitenreagiertwerden. Behältertyp erlaubt Durchmesser von mehr als 21 Metern „Im Gegensatz zu anderen Fermentertypen wie dem KomBio mit einem um 28 °geneigten Segmentdach, durch das innerhalb des Stahlbehälters eine Gasspeicherhaube integriert werden kann, Flexibles Doppelfalzsystem „Der italienischeAuftraggeberforderte einBehältersystem, das vorOrt montiert werden kann, flexibel in Durchmesser und Höhe ist und das Maximalvolumen innerhalb der bestehenden Halle ausnutzt“, erklärt Manuel Lipp, Geschäftsführer derauf denBau vonBiogasanlagen spezialisierten Lipp GmbH. Dabei ist ein überdachter Standort an sich schon eine Herausforderung.Denndie maximaleHöhe desUniversal-Fermenters durfte in diesem Fall nur 8,10 mbetragen. Doch dann kamen beider Aushebung desFundaments biszu 1,50 m mächtige alte Maschinenfundamente aus Stahlbeton zum Vorschein, diesichnicht ohne unverhältnismäßigen Aufwand hätten beseitigen lassen. „Also verlegte der Auftraggeber den Standort von der Hallenmitte weiter inRichtung Außenwand, wo das dort bestehendeSatteldachderHalleamniedrigstenwar. Dies hatte wiederumzur Folge, dass dieHöhe desUniversal-Fermenters auf6,50 mverkürzt werden musste“, so Lipp. Um auf solche Gegebenheiten reagieren zukönnen, hat Lipp das spezielle Doppelfalzsystem, mit dem die Fermentervor Orterrichtetwerdenkönnen, entwickelt. Dabei werden die Kanten von Stahlbändern so miteinander verbunden, dass dieInnenseite desFermenters nahtlos glattund nach außenstabilabgedichtetist.Dazu trägt auch dervon Lippentwickelte VerbundstoffVerinoxbei,der im Falz verarbeitet wird. Denn die vorgefertigten Stahlbänder werden aufgewickelt und zurBaustelle transportiert,wosie entrollt und zu einemdichtenBehälterverfalzt werden. So kann die Anlage innerhalb nur weniger Wochen errichtet werden. Da die Höhe des Universal-Fermenters dadurchbedingtist,wie vieldes vorarbeitet der Universal-Fermenter mit einemexternen Gasspeicher“,erklärt Lipp. Hintergrund ist der zwischen dem Flüssigkeitsspiegel des Gärsubstratsund dem Dach entstehende Mindestabstand von gut1,5 m, der alsnicht flexiblesGasspeichervolumen innerhalb des Universal- Fermenters zurVerfügungsteht. Zur Zwischenspeicherung des während des Fermentationsprozesses entstehenden Gases ist deshalb ein externer Gasspeicher notwendig, derinder Praxis meistdurch bereits vorhandene Speichersysteme realisiert wird. Lipp bietet aberaucheinenseparaten Gasspeicherbehälter an, der mit Gute Isolierung: Der Fermenter benötigt nur eine geringe Wärmezufuhr. Dadurch wird vermieden, dass sich wie bei Heizsystemen, die an der Fermenterinnenwand angebracht sind, Feststoffe festsetzen, die die Wärmeübertragung behindern. Universal-Fermentern kombiniert werdenkann. Zudem sind andere Fermentertypen, wie derKomBio-Reaktor,imFaulraumvolumen auf 2500 Kubikmeter (m³) beschränkt. „Dagegen ermöglicht die Bauart des Universal-Fermenters mit Durchmessern von mehr als 21mund Füllhöhen von über 14 mrealisierbare Faulraumvolumina bis 5000 m 3 . Erreicht BIlder (3): Lipp GmbH 38 UmweltMagazin September 2013

wird das durch das horizontal auf dem oberen Behälterrand montierte Edelstahlmembrandach“,soLippweiter. Dieses ist bedingt durch den Einsatz von hochwertigem Edelstahl sehr langlebig. Das Dach wird nachträglich mit einer Kiesschicht bedeckt, um Windlasten zu trotzen. Das Edelstahlmembrandach wird im Tannhausener Werk vonLippaus einzelnen Bahnen verschweißt und auf eine Transportrolle aufgewickelt. Dadurch entfallen Schweißarbeiten auf der Baustelle, wodas vorgefertigte Dach auf den Behältermontiertwird. „Im Normalfall stehen dann zwei Autokränebereit, an welche dieRollen an beidenEndengehängtwerden, um sie auf den Behälter zuliften und dort abzurollen.“ In Casatisma war diese Vorgehensweise keine Option, da die Höhe fürdie Autokränenicht gegeben war. Also musste die Rolle an einemLkw-Ladekran am einen Ende und einem Teleskopstapler am anderenEndehängend durch das vergleichsweise enge Hallentor manövriert werden. Im Inneren angekommen wurde die aufgerollte Edelstahlmembran auf demBehälteraufgelegt und Stück für Stück abgerollt und befestigt. „So warendie Transport-und Hebearbeiten imbeengten Baufeld derHalle und aufdem unebenen Grund äußerst diffizil zu bewerkstelligen“, berichtetLipp. werden kann, liegt das Wandheizsystem an der Außenseite des Behälterzylinders an.Durch diegute Isolierung derFermenter wird nur wenig Wärmezufuhr benötigt und erfolgt soüber die Stahlwand zumSubstratimInneren. „Dadurch wird vermieden, dass sich wie beiHeizsystemen,die an derFermenterinnenwandangebracht sind,Feststoffe festsetzen,die dieWärmeübertragung behindern“,erklärt Lipp seine Idee undfügt hinzu: „Durch die allgemein höheren Landestemperaturen am Standort Italien, lag auf dem Wärmeeintrag bei diesem Projekt nicht das Hauptaugenmerk. Trotzdem ist die Bedeutung des Heizsystems auchhiernicht zu unterschätzen.So kann es imSommeralsKühlsystemgefahren werden, da dann eher die Gefahr besteht, dass die Substrattemperatur zu hochwird.“Die Isolierung des Fermenters istsomit füralle Klimazonengeeignet. Julia Rummel, Pressebüro Gebhardt-Seele, München, julia.rummel@gebhardt-seele.de Geringe Wärmeverluste durch gute Isolierung Eine drastische Abkühlung der Temperaturen ist im südlichen Casatisma tagsübereherunwahrscheinlich. Trotzdem spielt die Wärmedämmung bei der Fermentation eine entscheidende Rolle.Schwankungen derAußentemperatur dürfen sich nicht auf die Fermentertemperatur auswirken. Generell muss für die Bakterien, die den Fermentationsprozess bestimmen, die passende Temperatur gehaltenwerden. Neben der Wand- und BodenisolierunglässtsichbeimUniversal-Fermenter auch das Dach effizient isolieren, was ein weiteres Alleinstellungsmerkmal dieses Fermentertyps ist. Damitdas Substratvon allenSeitengleichmäßigerwärmt bis nur noch weisser rauch aufsteigt. CURRENTA–Schadstoffe umweltgerechtentsorgen. Direkt am Rhein zwischen Leverkusen und Krefeld-Uerdingen befinden sich drei der fortschrittlichsten Entsorgungsstandorte Europas, dieKommunen und Industriebetriebe ausganz Deutschland nutzen. Hier beseitigen und verwerten wir Sonderabfälle jeglicher Artsicher und umweltgerechtineigenen Anlagen. Für komplexe Verbundwerkstoffe wie Platinen oder moderne Batterien haben wir eine thermische Vorbehandlung zur effizienteren Rückgewinnung der Metalle entwickelt. Undnatürlich bieten wir unseren Kunden auch Einzel- oder Gesamtlösungen für ihreEntsorgungsprobleme an. Wenn Sie jetzt alles in weißen Rauch aufsteigen sehen wollen, sprechen Sie Michael Mross an. Tel+49 2133 5121156 oder michael.mross@currenta.de Currenta GmbH &Co. OHG CHEMPARK 51368 Leverkusen www.currenta.com Ein Unternehmen von Bayer und LANXESS UmweltMagazin September 2013

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