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9 | 2013

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NACHRICHTEN IFAT 2014

NACHRICHTEN IFAT 2014 Desinfektionssysteme zunehmend gefragt Technologien zur Wasseraufbereitung auf der Weltleitmesse Wassergewinnung und -aufbereitung sowie Wasserund Abwasserbehandlung gehören zuden zentralen Produktgruppen der Umwelttechnologiemesse IFAT. Bereits im vergangenen Jahr nahm dieser Bereich rund 115 000 der insgesamt 215 000 Quadratmeter ein. Für die kommende Ausgabe, die vom 5.bis 9. Mai 2014 stattfindet, rechnet die Messe München mit einer ebenso hohen Ausstellerbeteiligung indiesem Segment –nicht zuletzt wegen dessen stetig wachsender Bedeutung. Der Weltmarkt für Wasser- und Abwasserdesinfektionssysteme soll im Jahr 2019 ein Umsatzvolumen von rund Bild: Thorsten Freyer/Pixelio zwei Milliarden Euro erzielen – das prognostiziert die internationale Unternehmensberatung Frost &Sullivan in einer aktuellen Studie. Für das Jahr 2012 ermittelten die Analysten eine Marktgröße von etwa 1,5 Milliarden Euro. Sie rechnen für die kommenden Jahre mit einer stabilen jährlichen Wachstumsrate von über 6Prozent. Für die erwarteten hohen Zuwächse gibt es viele Gründe, wie zum Beispiel die Trends der weltweiten Urbanisierung und Industrialisierung, die zueiner noch intensiveren Nutzung, Aufbereitung und Wiederverwendung der knappen Ressource Wasser drängen. Neben der Trinkwas- serversorgung wird, der Analyse zufolge, auch die Desinfektion zunehmend anBedeutung gewinnen –etwa in der Aufbereitung von Prozess- und Nutzwasser beispielsweise für die Non- Food-Bewässerung oder die industrielle Kühlung. Als weitere Markttreiber würden die verschärften gesetzlichen Vorgaben, wie zum Beispiel die EU-Trinkwasserrichtlinie, die europäische Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser oder der Clean Water Act in den USA wirken. Aktuell werden gut 60 Prozent der weltweiten Umsätze mit Wasser- und Abwasserdesinfektionssystemen in den Kommunen erzielt –knapp 40 Prozent inIndustrieanwendungen. Für den Weg zukeimarmem oder -freiem Wasser bieten die internationalen Hersteller und Systemlieferanten ein zwar ein breites Verfahrensspektrum an, allerdings hemmen die vergleichsweise hohen Investitionsund Unterhaltskosten für einige dieser Systeme ihren Einsatz speziell in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Umwelttechnologiebranche muss daher für diese Märkte nachhaltige, leistungsstarke und trotzdem preiswerte Lösungen entwickeln. www.ifat.de Europa Abwasserbehandlung macht Fortschritte Klärwerk Köhlbrandhöft Die neuesten Zahlen zur Abwasserbehandlung in Europa lassen Verbesserungen bei der Sammlung und Behandlung von Schmutzwasser erkennen. Allerdings gibt eszwischen den Mitgliedstaaten weiterhin große Unterschiede. Spitzenreiter wie Österreich, Deutschland und die Niederlande erfüllen weitgehend die EU-Mindeststandards für die Abwasserbehandlung. Neuere Mitgliedstaaten, die von einem niedrigeren Ausgangsniveau starteten, haben –trotz schlechterer Einhaltungsquoten –insgesamt ebenfalls Verbesserungen bei der Sammlung und Behandlung erzielt. Diese Fortschritte gehen mit einer massiven europäischen Investitionsförderung in Höhe von 14,3 Milliarden Euro im Zeitraum von 2007 bis 2013 einher. EU-Umweltkommissar Janez Poto‹nik erklärte, dass die Abwasserbehandlung einer der Prüfsteine für die Gesellschaft sei. Die Trends gingen indie richtige Richtung und die Tätigkeit der Kommission, das heißt die finanzielle Unterstützung, kombiniert mit energischen rechtlichen Schritte, zahle sich für die Bürger Europas aus. Bessere Abwasserbehandlung und weniger Ableitungen von unbehandelten Abwässern in die Umwelt haben zudem zu einer Verbesserung der Qualität der Badegewässer geführt. Sowiesen in den frühen 1990er Jahren nur Bild: Bernd Sterzl etwa 60 Prozent der Badestellen eine ausgezeichnete Wasserqualität auf, während die Zahl heute bei 78 Prozent liegt. http://ec.europa.eu 6 UmweltMagazin September 2013

Ausdem Umweltbundesamt Erstes Null-Energie-Haus des Bundes Das Umweltbundesamt hat Ende August sein neues, besonders umweltgerechtes Bürogebäude „Haus 2019“ in Berlin-Marienfelde bezogen. Das Ziel für den ökologischen Modellbau, in dem 31 Beschäftigte arbeiten werden, ist besonders hoch gesteckt: Das Gebäude soll sich als „Null- Energie-Haus“ komplett selbst mit Energie versorgen. Ein detailliertes Monitoring wird dies verfolgen. Das Bürogebäude soll mindestens dem neuen EU-Standard für Niedrigstenergiehäuser, der für öffentliche Gebäude ab 2019 gilt, entsprechen. Die Energieversorgung erfolgt ausschließlich mit regenerativen Energien: durch Photovoltaik und eine Wärmepumpe, die den Energiegehalt des für betriebliche Zwecke geförderten Grundwassers nutzt. Auf der Verbrauchsseite wurden alle technischen Anlagen und Arbeitsmittel nach höchsten Effizienzstandards ausgewählt. Die hohen energetischen Anforderungen sollen aber nicht auf Kosten des Nutzerkomforts gehen. Inder ersten Nutzungsphase werden deshalb die Einstellungen der Gebäudeautomation mit den realen Bedingungen und dem konkreten Verhalten der Nutzer abgeglichen. Dadurch soll der Anlagenbetrieb sowohl optimiert als auch nutzergerecht gestaltet und eine ausgeglichene Energiebilanz erreicht werden. Der Betrieb läuft inenger Abstimmung mit der Eigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Grüne Produkte in Deutschland Energieeffiziente Gefriergeräte haben den Sprung in den Massenmarkt schon geschafft: Ihr Marktanteil lag 2011 bei 50 Prozent. Das zeigt die UBA-Broschüre „Grüne Produkte in Deutschland: Status Quo und Trends“, die Marktzahlen zunachhaltigen Produkten aus verschiedenen Konsumfeldern zusammenträgt. Die umweltfreundlichen Alternativen gehören mehr und mehr zum Standard-Sortiment und sind im Supermarkt oder über den Online-Handel immer leichter verfügbar. Ihr Umsatz wächst bis auf wenige Ausnahmen konstant. Doch um die Umweltbelastungen des privaten Konsums deutlich zu senken, müssen die Marktanteile der „grünen“ Produkte schneller steigen. Zumal Erfolge teils durch steigende Konsumansprüche wieder aufgebraucht werden: zum Beispiel, wenn zwar energieeffizientere, aber mehr elektronische Geräte gekauft werden. Verbraucher, Handel, Industrie und Politik sind weiterhin gefragt, damit „grüne“ Produkte eine Erfolgsgeschichte des Umweltschutzes werden. www.uba.de Bild: Linnart Unger BMU Green Economy als Wachstumsmotor Unternehmen profitieren auf ganz unterschiedliche Weise von umweltbewusstem Wirtschaften. Das geht aus der neuen Broschüre „Green Economy in der Praxis: Erfolgsbeispiele aus deutschen Unternehmen“ hervor, die das Bundesumweltministerium (BMU) kürzlich gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) veröffentlicht hat. 22 Beispiele aus der deutschen Wirtschaft zeigen darin die Kreativität deutscher Unternehmen und die Vielfalt möglicher Innovationen. Mit dieser Broschüre knüpfen BMU und BDI unmittelbar an das „Memorandum für eine Green Economy“ aus dem vergangenen Jahr an, das eine gemeinsame Initiative für eine emissionsarme, ressourceneffiziente und naturverträgliche Ökonomie eröffnet hat. Inder neuen Broschüre werden nun Beispiele zum „Greening“ der Wirtschaft präsentiert, die andere Unternehmen ermutigen sollen, ihrerseits nach geeigneten Möglichkeiten und Wegen zueinem nachhaltigen, chancenorientierten Wirtschaften zu suchen. Die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung geht auch mit einer Steigerung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit einher. Für die deutschen Unternehmen bietet nachhaltiges Wirtschaften eine Chance: Sie Green Economy in der Praxis Erfolgsbeispiele aus deutschen Unternehmen benötigen schon heute deutlich weniger Rohstoffe und Energie und stoßen weniger Schadstoffe aus als noch vor zehn Jahren, um die gleichen Erträge zuerwirtschaften. So haben sich nicht zuletzt Umwelt- und Effizienztechnologien inDeutschland und der ganzen Welt zu bedeutenden Wirtschaftsfaktoren entwickelt. Der Anteil dieses Wirtschaftszweiges amdeutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt inzwischen bei knapp 11Prozent und wird sich bis 2025 weiter deutlich erhöhen. Und auch international ist “Green Tech made in Germany“ überaus erfolgreich: Der Anteil Deutschlands am Weltmarkt liegt bereits bei 15 Prozent. Im Jahr 2011 erreichte das globale Volumen für diese Märkte 2044 Milliarden Euro. ImJahr 2025 wird esnach Schätzungen mit über 4400 Milliarden Euro mehr als doppelt sogroß sein. www.bmu.de UmweltMagazin September 2013 7

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