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9 | 2013

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ORGANSCHAFTEN Kontakt

ORGANSCHAFTEN Kontakt Verband für Nachhaltigkeitsund Umweltmanagement (VNU) e. V. Geschäftsstelle c/o Christina Geiger Am Hangelstein 8 65812 Bad Soden Tel.: 0700/86811-223 Fax: 0700/86811-224 vnu@vnu-ev.de www.vnu-ev.de Einige Teilnehmer der deutschen Delegation inGaborone (v.l.n.r.): Cornelia Fricke, LRQA Köln, VNU e.V.,ENEP Brüssel; Thomas Votsmeier, DGQ Frankfurt; Dr. Monika Wloka, BAM Berlin; Martina Prox IFU Hamburg; Dr. Ulf Jäckel, BMU Berlin; Katherina Wührl, DIN Berlin und Bernhard Schwager, Bosch Stuttgart, VBU Essen Bilder (2): Schwager zienzbewertungenwurdeEndedes Jahres 2012 veröffentlicht und kommt nun zur Anwendung. Weiterhin wird an einer Technischen Spezifikation zur Durchführung kritischer Prüfungen zu Ökobilanzen gearbeitet. Die ISO TS 14071 gibt hier die Anleitung und Orientierung zum Stand guter Praxis bei der Durchführung kritischer Prüfungen interner und zur Veröffentlichung bestimmter Ökobilanzen. Die Publikation wird in der erstenJahreshälfte 2014 erwartet. Mit der Norm ISO TS 14072, ebenso eine technische Spezifikation, entsteht zudem ein Dokument, das die späteren Anwender bei der Erstellung von Ökobilanzen für Organisationen unterstützt. Hier ist mit einer Veröffentlichung Ende 2014 zu rechnen. Die ISO TS14048 zurOrientierung bei der Dokumentation von Lebenszyklusdaten stand zur turnusmäßigen Überprüfung an, die das SC5 bestätigt hat. SC7 –Treibhausgasemissionen managen Der Unterausschuss kann auf erfolgreich abgeschlossene Projekte blicken, denn die Arbeitsgruppen hatten noch vor der Plenarsitzung mehrere Dokumente veröffentlicht. Dazu zählt die ISO 14065 mit Anforderungen an Validierungs- und Verifizierungsstellen für Treibhausgase zur Anwendung bei der Akkreditierung oder anderen Formen der Anerkennung,die nun mitgeringen Änderungen publiziert wurde. Hierzu kam die Veröffentlichung des Großprojekts ISO 14067 zur Quantifizierung und Kommunikation eines CO 2 -Fuß- SC5 –Ökobilanzen Der Unterausschuss Ökobilanzen (Lebenszyklus-Analysen) hat seinen Aufgabenkreis weiter gefasst und dieArbeitsgebiete klarer definiert. Danach bearbeitet er alle Themen in der Normung, die sich mit Ökobilanzen und verwandten Umweltbewertungssystemen für Produkte und Organisationen befassen. Darin sind Lebenswegbasierte Bewertungen von Ressourcen und Ökoeffizienz-Bewertungen enthalten. Darüber hinaus umfasst der Aufgabenbereich alle Bewertungen verschiedener Einflüsse, die die Lebensweg-Betrachtung zur Grundlage haben –von der Extraktion von Rohstoffen bis hin zur Entsorgung. Derzeit bildet das Normvorhaben zum Wasser-Fußabdruck weiterhin einen Schwerpunktder Arbeiten.Dabei wird es sowohl einenFußabdruckzur Wasserverfügbarkeit als auch weitere spezifische Wasserfußabdrücke geben, die zum Beispiel Emissionen indas Wasser oder andere Einflussgrößen, das Wasser betreffend, beinhalten. Die umfangreichsten Wasserbewertungen wird es in Kombination mit einer Ökobilanz nach ISO 14040 und 14044 geben. Die zukünftige ISO 14046 wurde nach intensiven Verhandlungen zum zweiten Mal als Draft International Standard (DIS) den Ländern zur Abstimmung gebracht. Zusätzlich wird eseinen technischen Bericht (TR) zur ISO 14046 mit Beispielen geben, wie Bewertungen zum Wasser- Fußabdruck durchgeführt werden können. Die Norm ISO 14045 zu Ökoeffiabdrucksals TechnischeSpezifikation.Italienwird bisMai nächstenJahres eine Studie zur Anwendung des ISO/TS 14067 in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern durchzuführen, um Nutzen und mögliche Schwierigkeiten aufzudecken. Auch die dritte Arbeitsgruppe konnte nach langer Erarbeitungszeit den Technischen Bericht ISO/TR 14069 zur Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen für Organisationen zur Anwendung der ISO 14064-1 abschließen. Zu den künftigen Aufgaben zählen umfassende Revisionen der bereits seit 2006/2007existierendenund immer stärker angewendeten Normen ISO 14064 und ISO 14065. Die drei Teile der ISO 14064 betreffen die Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen und Entzug von Treibhausgasen auf Organisations- und Projektebene und der zugehörigen Validierung und Verifizierung von Erklärungen über Treibhausgase. Aufgrundder Änderungen in den ISO Direktiven werden die Nationalen Normungsinstitute nichtumZustimmung zum Überarbeitungsprozess gebeten, dadiese Projekte bereits bestehen. Sie werden nur informiert und können nationale Experten entsenden. Diskussionspunkt wird hier auch die Behandlung indirekter Emissionen werden. Zudem wurden zwei weitere Projekte vorgestellt: zurKlimaanpassung alsErgänzung zur bisherigen CO 2 -Vermeidung und zu Methoden zur Aufforstung (speziell Bambus) für die Quantifizierung von Klimaprojekten. In diesem Zusammenhang wurde verstärkt von verschiedenen Ländern darauf hingewiesen, dass Normen und Standards des ISO/TC 207 generischer Natur sind und universell anwendbar sein müssen. Sektor spezifische Standards würden mit dieser Norm-Serie nicht unterstützt. Auch müsse gewährleistet bleiben, dass SC7-Projekte gegenüber Klimaschutzprogrammen neutral sind. Gleichwohlwerden beide Projekte im kommenden Jahr als überarbeitete offizielle Projektanträge erwartet. 62 UmweltMagazin September 2013

Kontakt Ökobilanzierungen von Produkten und Organisationen Deutsche Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) Rolf Henning August-Schanz-Str. 21 A 60433 Frankfurt am Main Tel.: 069/95424-170 Fax: 069/95424-296 rh@dgq.de www.dgq.de Die Europäische Kommission will die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile von „grünen“ Produkten und Unternehmen stärken. Dafür schlägt sie einheitliche Methoden zur Messung der Umweltleistung von Produkten und Organisationen vor. Was ein solcher Umweltfußabdruck für Vorteile mit sich bringt, erläutert der folgende Bericht. Mit der Ökobilanzierung von Produkten und Organisationen sieht die Europäische Kommission bessere Aufklärungs-Chancen gegenüber dem wachsenden Verbraucherinteresse am europäischen Binnenmarkt.Gleichzeitig will sie damit der Notwendigkeit begegnen, „grüne“ Transparenz und Vergleichbarkeit von Produkten zu gewährleisten. Damit „grüne“ Produkte im Markt stärker anerkannt werden, plant die Kommission, eine EU-weit einheitliche Methode zur Ökobilanzierung von Produkten und Unternehmen zuentwickeln. Dazu startet in diesem Jahrdie erste Welle mit Pilotprojekten. Zielgruppe sind Unternehmen und andere Organisationen aller Größen und Branchen mit Absatzmärkteninnerhalb der EU. In der insgesamt dreijährigen Testphase sollen unter Beteiligung von Interessengruppen produktund sektorspezifische Regeln für die zunächst freiwillige Anwendung erarbeitet werden. Ökobilanzierung im Unternehmen Ein Life Cycle Assessmentaufzustellen ist vor allem für jene Unternehmen interessant, deren „grüne“ Produktwelt oder Unternehmensentwicklung strategisch etabliert werden soll oder dieinder Ökobilanzierung schon aktiv waren. Alle notwendigen Informationen, umanden Projekten „Product Environmental Footprint“ und „Organisation Environmental Footprint“ mitwirkenzukönnen, sind auf der Webseite der Europäischen Kommission unter http://ec.europa.eu verfügbar. Das Methoden-Rad wird für die Projekte dabei nicht neu erfunden, sondern basiert auf bereits bekannten und bewährten Standards wie ISO 14040/14044, PAS2050, Global ReportingInitiative(GRI), WIR/WBCSD GHG protocol, CDP Water Footprint und weiteren. Basis für eine Ökobilanzierung „Unternehmen, die sich auf solche Lebenszyklusanalysen vorbereiten wollen, können mit einem Umweltmanagementsystem bereits hervorragendeStrukturen inder Aufbau- und Ablauforganisation schaffen“, sagt Claudia Nauta, Produktmanagerin bei der Weiterbildung GmbH der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ). Gestartet wird mit der Bestandsaufnahme der Umweltaspekte. Dies sind die unternehmerischen Tätigkeiten mit Auswirkungen auf die Umweltmedien. Analysiert werden Mengenströme und die Bewertung ihrer ökologischen Auswirkungen in Bezug auf das Produktportfolio, die eigenen sowie vor- und nachgelagerten Prozesse und Standorte. Diese erste Erhebung und Bewertung sei eine solide und notwendige Basis, um in die Ökobilanzierung einzusteigen. Bild: SXC Kriterien für eine aussagekräftige Bilanz Die Kunst ist es,eine aussagekräftige Ökobilanz zu erstellen. Dies hängt davon ab, wie sinnvoll der Fokus für die Input-Output-Analyse räumlich, sachlich und zeitlich gewählt wird. Auch die Vergleichbarkeit von Bewertungskriterien bereitet oftmals, beispielsweise beim Bewerten der Auswirkungen eingesetzter Energie,Schwierigkeiten.Solassen sich Landschaftsveränderung durch Windkraftanlagen, CO 2 -Ausstoß durch Kohlekraftwerke und Strahlung durch Müll aus Atomkraftwerken nur bedingt miteinander vergleichen. Wichtig ist hierbei, die Transparenz der Vorgehensweise zu erhalten. Weiterbildung zum Thema Die DGQ bietet als Einstieg Umwelt-Weiterbildungen zum DGQ-Umweltmanagementbeauftragten und speziell zu Umweltaspekten und Umweltauswirkungen an. Weitere Informationen erhalten Interessenten bei Claudia Nauta: nc@dgq.de oder unter Tel.: 069/95424-209. UmweltMagazin September 2013 63

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