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9 | 2013

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BRANCHE Elektroautos mit

BRANCHE Elektroautos mit Erneuerbarer Energie Eine neue Photovoltaikanlage am Sitz der RWE Effizienz GmbH inDortmund versorgt die Elektroauto-Flotte der nordrhein-westfälischen Stadt künftig mit lokal erzeugtem Solarstrom. Besonderheit: Die PV- Anlage ist indie Fassade der Zentrale integriert. Ergänzt wird das System durch zwei Mikrowindturbinen. Der Ansatz ist Teil des Projekts metropol-E. Bild: RWE Effizienz Kran hebt RWE Mikrowind-Anlage auf Stadthaus Die PV-Anlage ist mit einem intelligenten Speicher- und Ladesystem verknüpft und produziert knapp 40 000 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr. Dies reicht für über 250000 emissionsfreie Kilometer der elektrischen metropol-E-Flotte. Zwölf Elektrofahrzeuge sind bei dem von der Bundesregierung ausgezeichneten Leuchtturmprojekt für Elektromobilität, im Einsatz. Projektpartner sind unter anderem die Stadt Dortmund und die RWE Effizienz GmbH. Aufgeladen in 30 Minuten Die PV-Anlage, die sich über acht Etagen der Fassade des RWE Gebäudes erstreckt, verfügt über eine Leistung von 42 kWpund ist miteinemBatteriespeichersystem von 200 kWh Speicherkapazität im Keller des Gebäudes verbunden.Die Steuerung der Energieflüsse übernimmt ein für metropol-E konzipiertes und programmiertes Energiemanagement-System. So laden Flottenfahrzeuge tagsüber die Fahrzeugbatterie mit Sonnenstrom. Rechnerisch kann auch eine Flotte von bis zuzehn E-Fahrzeugen während der Nachtstunden geladen werden. Die hohe Leistung des Speichersystems von bis zu50kWermöglicht gleichfalls die Ladung von E-Fahrzeugen ander Gleichstrom-Schnellladestation auf dem RWE-Gelände. Mit dieser Schnellladetechnik werdendafür ausgelegte Fahrzeuge wie ein Nissan Leaf in 30 Minuten fast vollständig aufgeladen. Mikrowindturbinen ergänzen PV-Anlage Zwei Mikrowindturbinen auf dem Dortmunder Stadthaus sowie der RWE-Zentrale sind mit Stromspeichern und RWE-Ladestationen verbunden. Bei Windstille erfolgt die Ladung aus dem Ökostromspeicher. Dieser wird an windigen Tagenwieder aufgefüllt. Mit ihren spiralförmigen Flügeln ist dieMikrowind-Turbine in der Lage, den Wind aus allen Himmelsrichtungen aufzunehmen. So produziert die Anlage auch bei häufigen Wechseln der Windrichtung weiter Strom. Dabei läuft die Mikrowind-Anlage im Dortmunder Stadtzentrum nahezu geräuschlos und wurde extra für den Einsatz imurbanen Raum entwickelt. Für die Fahrzeugflotte bedeutet dies, dass die Energie vom Dach des Stadthauses rechnerisch für weitere 50 000 emissionsfreie Kilometer im Jahr reicht. Die beiden Mikrowind-Turbinen haben jeweils eine Leistung von 6Kilowatt und erzeugenüber dasJahr bis zu 7500 Kilowattstunden Strom je Anlage. Im Stadthaus ist die Anlage mit einem Batteriespeichersystem von 25 Kilowattstunden Speicherkapazität verbunden, bei RWE Effizienz nutzt die neue Anlageden bestehenden 200Kilowattstunden-Speicher für Erneuerbare Energien. Die beiden Mikrowindturbinen sind mit der Photovoltaikanlage der RWE Effizienz bereits drei von insgesamt vier dezentralen Wind- und Solaranlagen,die im Projekt metropol-E über das einheitliche IT- Backend gesteuert werden. Teil des Projekts metropol-E Das Projekt entwickelt und testet erstmals ein Lade- und Flottenmanagementsystem für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in einer kommunalen Flotte. Erneuerbare Energien werden gezielt für die Mobilität genutzt. Das Projektkonsortium, bestehend aus der Stadt Dortmund, den Technischen Universitäten Dortmund und Berlin sowie den Verkehrsexperten der PTV AG, den IT-Projektkoordinatoren Ewald Consulting GmbH &Co. KG und der Konsortialführerin RWE Effizienz GmbH, testet den Betrieb einer E-Flotte von zehn Elektrofahrzeugen und zehn Pedelecs im Einsatz bei der Stadt sowiezwei Elektrofahrzeugenim Einsatz bei Unternehmen. Im Projekt wird die Ladeinfrastruktur in Dortmund ausgebaut, Schnellladetechniken erprobt und nutzerfreundliche Services entwickelt. Das Vorhaben wird im Rahmen der Modellregionen Elektromobilität des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gefördert. Koordiniert werdendie Modellregionen Elektromobilität von der NOW Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Das Projektstartete im Januar 2012und hat eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren. www.rwe-effizienz.com 64 UmweltMagazin September 2013

Wasserschutz mit Windelsystem Ein Hochwasserschutzsystem aus aufquellenden Kissen kann eine Alternative zum traditionellen Sandsack sein. Das Hochwasserschutzsystem Floodsax ist ein Sack oder besserein Kissen, dasinaktiviert 50cmlang, 40 cm breit und 2cmhoch ist.Seine Außenhülle, ein Vlies, besteht aus hydrophilem Polypropylen. Dieser Beutel hält neun Innenpads aus ebenfalls hydrophilem Faserwerk zusammen. Sie sind, ähnlich wie Babywindeln, mit einer Mischung aus geflocktem Zellstoff und einem superabsorbierendem Polymer gefüllt. Der rund 210 Gramm leichte Materialmix kann innerhalb von drei Minuten bis zu25Liter Wasser aufnehmen. Dabei quillt das Kissen auf eine Höhe von rund 10 cm auf.Das Polymer ist in der Lage, Flüssigkeiten bis zu drei Monate inseinem Inneren festzuhalten. Abdichten und umleiten Wie mit Sandsäcken lassen sich bei Hochwasserereignissen mit diesen handlichen Elementen Türen abdichten, Wälle aufschichten sowie Kellerschächte oder Industrietore sichern. Beispielsweise kann mit einer einzigen Lage ein Rolltor bei bis zu 20 cm anstehender Wasserhöhe abgedichtet werden, wenn das Torauf die aktivierten, wassergesättigten Floodsax heruntergefahren wird. 400 Floodsax ersetzen 1000 Sandsäcke Hauptvorteile des Systems gegenüber Sandsäcken ist die einfache Transportlogistik und die Im Test mit einer Hochdruckanspülung zeigt sich die wasserdämmende Wirkung von Floodsax. unkomplizierte Handhabung. So kann eine Person problemlos einen Karton mit 20 Floodsax-Kissen tragen. Eine Palette mit 400 Floodsax passt in einen Kleintransporter und ersetzt nach Herstellerangaben rund 1000 Sandsäcke. Die vakuumverpackten Kissen sind mindestens fünf Jahre lagerfähig und beanspruchen im nicht-aktivierten Zustand nur wenig Platz in Lagerräumen, in Bild: Bluesprotec GmbH Einsatzfahrzeugen oder auf Schiffen. Entsorgung wie Restmüll Nach ihrem Einsatz müssen die Kissen – auch wegen der häufigen Verschmutzungen im Hochwasser, wie Heizöl, Treibstoffe oder Chemikalien – als Restmüll entsorgt werden, zum Beispiel in einer Müllverbrennungsanlage. Bild: Gabi Eder/Pixelio In Großbritannien hergestellt Die Floodsax werden in Großbritannien hergestellt und sind dort seit dem Jahr 2007 auf dem Markt. Den exklusiven Vertrieb inDeutschland, Österreich und der Schweiz hat im vergangenen Jahr der Münchner Anbieter Bluesprotec übernommen. Bisherige Abnehmer sind unteranderem dieBerliner Stadtwerke sowie verschiedene Feuerwehren und Industrieunternehmen, die die Kissen im Gebäudeschutz verwenden. Floodsax sind zwar schneller und einfacher einsetzbar als Sandsäcke, aber auch teurer. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass bei Hochwasserkatastrophen viele freiwillige, unentgeltlich arbeitende Helfer eingesetztwerden, die die Sandsäcke füllen und später wieder entsorgen. Helmuth Ziegler,Redaktionsbüro Ziegler, Veitshöchheim, info@ziegler-texte.de, www.floodsax.de UmweltMagazin September 2013 65

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