Aufrufe
vor 4 Jahren

9 | 2014

  • Text
  • Wasser
  • September
  • Umweltmagazin
  • Unternehmen
  • Anlagen
  • Millionen
  • Deutschland
  • Betrieb
  • Umwelt
  • Energie

SPECIAL

SPECIAL Wasserkreisläufe/Pumpen Robustheit ist die Hauptanforderung an Fördersysteme in Kläranlagen, nicht zuletzt wegen der schwankenden Feststoffanteile und Konsistenzen des Mediums. Dennoch lassen sich Servicefälle und Wartungsarbeiten nicht ganz vermeiden, insbesondere dort, wo schwieriger Klär- oder Belebtschlamm gepumpt werden muss. Aufgrund der baulichen Enge vieler Klärwerke gestalten sich solche Eingriffe meist aufwändig, imExtremfall muss die Pumpe ausgebaut werden, was die Ausfallzeiten deutlich erhöht. Die speziell für Umwelttechnikanwendungen entwickelte Pumpe T.Envi der Netzsch Pumpen &Systeme GmbH wurde daher so konzipiert, dass sie weitgehend wartungsfrei läuft, robust und im eingebauten Zustand mit einfachen Handgriffen gereinigt oder instand gesetzt werden kann. Zuverlässige Klärschlammförderung Michael Groth Grundlage dieser hohen Betriebssicherheit sind ein ölfreier Riementrieb, der Antrieb und Synchronisation in sich vereint sowie der große freie Kugeldurchgang. Überschussschlamm, der zur Eindickung fließt, Belebtschlamm, derinden Reinigungskreislauf zurückgeführt werden muss, oder Dickschlamm auf dem Weg zur Presse –die Bandbreite an Förderaufgaben ist groß. Je nach Eingangsmedium und Vorzerkleinerung sind die Gemische unterschiedlich fließfähig bis hin zu schwierigen Medien mit 10 Prozent Trockenmasseanteil und mehr. Hinzu kommen abrasive Bestandteile sowie Fest- und Grobstoffe, die zu Verstopfungenführen können. Bilder (2): Netzsch Beengte Platzverhältnisse machen Wartungsarbeiten in Pumpengebäuden besonders kompliziert. Die T.Envi ist daher so konstruiert, dass sie praktisch wartungsfrei arbeitet und auch zur Reinigung nicht aus der Anlage ausgebaut werden muss. Ölleckagen haben in einer münsterländischen Kläranlage immer wieder die Räume und Geräte verschmutzt. Durch die Installation der T.Envi kann dies inzwischen ausgeschlossen werden, dadie Pumpe ganz ohne Getriebeöl arbeitet. Optimierter Pumpenraum Die T.Envi hat hier schon durch die verwendete Technologie einen Vorteil gegenüber anderen Pumpentypen, da ihrebeidenzweiflügeligen Drehkolben einen großen freien Kugeldurchgang bieten, den auch gröbere Medien störungsfrei durchqueren können. Die Kolben sind mit Schnellspannelementenaußerhalb des Pumpenraums befestigt, was nicht nur ein schnelles Auswechseln im Bedarfsfall erlaubt, sondern auchdie Verzopfungsgefahrminimiert. Zudem schließen die Gleitringdichtungen eben mit der Kolbenrückseite ab, um Mediumsanhaftungen keine Angriffspunkte zu geben. Der Pumpenraum selbst ist totraumfrei und besonders strömungsgünstig gestaltet. Dazu wurde bei der Baureihe T2 die bisher übliche Materialkombination von Metallpumpengehäuse und Elastomerkolben umgekehrt: Wie bei allen Typen der Tornado T.Envi-Serie drehen sich auch hier glatte Stahlkolben mit einemseitlichenElastomereinleger in einem Gehäuseeinsatz aus Elastomer. Dies reduziert zum einen denVerschleiß, da das Metall durch die Rotationskräfte weniger beansprucht wird als die üblichen Kolben in Gummi-Ausführung. Zum anderen ist diese Werkstoffpaarung insgesamt formstabiler, was geringere Spaltmaße undeine höhere Förderleistung ermöglicht. In den Einleger eingearbeitete Aussparungen sorgen zudem dafür, dass die Pulsation trotzder zweiflügeligenKolben sehr niedrigbleibt. Ölfreier Riementrieb Größter Vorteilder T.Envi fürden Kläranlagenbereich ist ihr unempfindlicher und praktisch wartungsfreier Antrieb. Statt eines komplexen Gleichlaufgetriebes wird einZahnriemenverwendet,der das Drehmoment vomPlatz sparend über dem Pumpenraum angeflanschten Motor auf die Kolbenwellen überträgt und diese gleichzeitig synchronisiert. Der durchgehende Hart-Weich-Kontakt zwischen Zahnrädern und Riemen gewährleistet dabei eine hohe Laufruhe, der Zahnriemen selbst muss üblicherweise nicht nachgespannt werden. Sollte dennochein Austauschdes Riemensnotwendigwerden, lässtsichdieser durch Lösen zweier Schrauben entspannen und einfachersetzen. 12 UmweltMagazin September 2014

Eine Produktleckage in denGetriebebereich ist durch die räumliche Trennung des Pumpenraums vom Antriebs ausgeschlossen.Darüberhinaus läuftder Antrieb ganz ohne Schmierung; Ölwechsel sind dadurch überflüssig, Ölverluste ausgeschlossen. Derartige Lecks und Verschmutzungenwarenbeispielsweiseineiner kleinen Kläranlage in Nordrhein- Westfalen einwiederkehrendes Problem, in der Schlamm mittels herkömmlicher Drehkolbenpumpen aus der Vor- beziehungsweise Nachklärung zur Voreindickung und zum Faulturm geführt wurde. Dader Raum, indem die Pumpe installiertwar, wenigPlatzbot,gestalteten sich Reinigung und Wartung der undichten Pumpen schwierig. Anfang 2014 wurde daher die T.Envi-Pumpe eingebaut, die durch ihre kompakte Bauform zusätzlichen Platz frei machte.Seitdem fördern dieAggregate 20 bis100 m³/h Überschussschlamm mit Korngrößen von bis zu 3 mm und einer Viskosität zwischen100 und 200 mPas (Millipascalsekunden) zuverlässig mit 2 bar zur Nachbehandlung.Vor allemaber muss das Pumpengebäude nicht mehr ständigvom Öl gesäubertwerden. Jährlich 6,1 Millionen m 3 gereinigtes Abwasser zurück in den Wasserkreislauf. nutzt sein. Durch den intelligenten Aufbau muss diePumpe beikeinerdieser Arbeiten zu irgendeinemZeitpunktaus der Rohrleitung ausgebaut werden.Das „Full Service in Place“-Konzeptspartzeitlichen Aufwand und Kosten und stellt sicher, dass dieFörderung möglichstschnell weiterlaufenkann. Das war auch für eine Kläranlage im Münsterland ausschlaggebend. Dort sollte Belebtschlamm mit 2Prozent TS- Gehalt und Korngrößen bis 20mmzur Zentrifuge gefördert werden. Unwägbarkeiten wie Feststoffe und Fasern führten jedochimmerwiederzuProblemen,wonach dieverwendeteExzenterschneckenpumpe umständlich demontiert und instandgesetztwerdenmusste. Um dies zu vermeiden, wurde sie durch eine T.Envi ersetzt. Größe und genaueKonfiguration der Pumpe passten die Experten von Netzsch dabei inAbstimmung mit dem Planerbüro an. So reichte bei dieser Anwendung eine kleinere Bauform aus, die seither 15 bis 30m³/h des schwierigen Schlamms unauffällig und störungsfrei fördert. Michael Groth, Netzsch Pumpen & Systeme GmbH, Waldkraiburg, info@netzsch.com Evides Verantwortung für Wasser Einfache Reinigung Die Reinigbarkeit war auch bei der Entwicklung der T2-Pumpenreihe ein wichtiges Kriterium. Umderartige Arbeiten zuerleichtern, lässt sich diegesamteFront einfach abnehmen,sodass man freien Zugang zum Innenraum hat. DieKolbenkönnen unabhängig voneinander aus- und eingebaut werden, eine am Gehäusedeckelaußen integrierte Einstell- und Montagelehre hilfthierbei derrichtigen Positionierung.Die Kolbenfixierung erfolgt außerhalb des Pumpenraums. Ebenso leicht lassen sich die inCartridge- Bauweise ausgeführten Dichtungen auswechseln. Zur Montage werden sie einfach auf die Drehkolbenwelle geschoben. Zudem kann der Elastomer-Gehäuseeinleger als Ganzes entfernt und ersetzt werden, sollte er abge- Vertrauen Sie auf unser Wissen. Evides Industriewasser Postfach 101423 ·D-42014 Wuppertal Tel. +49 (0)202 5146818 ·E-Mail sales@evides.de www.evides.de Am Standort Terneuzen (NL) sorgt Evides mit seiner größten Anlage für die Wiederverwendung von Abwasser inder chemischen Industrie. Mit solch einer hohen Menge beweisen wir inden unterschiedlichsten Industriebetrieben Sinn für Wirtschaftlichkeit und Umweltbewusstsein. Denn: Wasser ist ein wertvoller Rohstoff.Mit auf den Bedarf unserer Vertragspartner zugeschnittenen Anlagen sorgen wir für die Wiederverwendung ihrer Abwässer –zum Beispiel für industrielle oder landwirtschaftliche Zwecke. Und zum großen Teil auch als hochwertiges VE-Wasser. Wirplanen, bauen,betreibenund finanzieren perfekte Lösungen für Sie. Profitieren Sie von großer Erfahrung, technologischem Know-how –und unserer Verantwortung für Wasser. UmweltMagazin September 2014

Ausgabenübersicht