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9 | 2014

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SPECIAL

SPECIAL Wasserkreisläufe/Pumpen Bild: BirgitH/Pixelio Jeder Mensch verbraucht 1400 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Wasserknappheit betrifft alle Den Wasserhahn beim Zähneputzen schließen, Duschen statt Baden, Geschirr nicht unter fließendem Wasser spülen –gute und wertvolle Tipps, um Wasser zusparen. Aber sie tragen unterm Strich nur marginal zur Senkung des Wasserverbrauchs bei. Knapp 70 Prozent des Wasserverbrauchs landet nämlich weltweit in der Landwirtschaft. Ackerbau und Viehzucht beeinflussen den Wasserbedarf eines Landes viel stärker als der Trinkwasserverbrauch seiner Bewohner und die Ansprüche der Wirtschaft. Das „Water Footprint Network“ legt die globale Strukturen des Wasserverbrauchs offen. Lilian Schmalenstroer Der individuelle Wasserverbrauch lässt sich aufgrund der globalisiertenWirtschaftnicht mehr auf denKonsum imeigenen Land reduzieren. Wissenschaftlerhaben daherschon vorJahren die Begriffe „Water Footprint“ und „VirtuellesWasser“geprägt. Virtuelles Wasser und Wasser-Fußabdruck Den Begriff „Virtuelles Wasser“ hat derenglische Geograf JohnAnthonyAllan Mitte der1990er Jahreeingeführt. Er bezeichnet alles Wasser, das zur Erzeugung eines Produkts aufgewendet wird. Beim „Water Footprint/Wasser-Fußabdruck (WF)“ handelt es sich umeine Weiterentwicklung des virtuellen Wasserkonzeptes durch den niederländischen Wissenschaftler Professor Arjen Hoekstra. Er setzt sich zusammen aus dem direkten Wasserverbrauch im Haushalt, für Kochen undTrinken,Putzen und Waschensowie denAbwässern, aus dem indirekten Wasserverbrauch für die Inlandsproduktion von Waren, die im eigenen Land konsumiert werden, und aus demindirekten WasserverbrauchimAuslandfür Produkte, die im eigenen Land konsumiert werden. Im Gegensatzzum virtuellen Wassergehalt hat der Wasser-Fußabdruck also auch eine regionale Komponente. Die einfache und logische Überlegung hinter dem WF: Bei der Produktionbeispielsweise einesLiters Bierwerdennicht nur die üblichenetwadreiLiter Wasser in der Brauerei selbst verbraucht, zum Beispiel für Reinigung oder Dampferzeugung, sondern wesentlich mehr zur Herstellung der Rohstoffe.BeimBierist es in erster Linie der Braugerstenanbau. Wasdabei an Bewässerung benötigtwird, summiertsich, so die Non-Profit-Organisation „Water Footprint Network“, auf rund 300 Liter proLiterBier. Wobei es allerdings große Abweichungen von diesem globalen Mittelwert gibt. Der genaue Wasser- Fußabdruckhängt vonFaktoren wieder Art des Produktionssystems sowie der Zusammensetzung und der Herkunft desProduktesab. Transparente Produktionsprozesse Das „Water Footprint Network“ wurde im Jahr 2002von Professor Hoekstra ins Leben gerufen. In Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Twente in den Niederlanden entwickelte die Organisation das Konzept des globalen Wasser-Fußabdrucks. Die Idee erhält weltweite Unterstützung durch Großunternehmen, die Politik, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftler als einen wichtigen Schritt zur Lösung der global wachsenden Wasserproblematik. „Immer mehr Unternehmen wird klar, dass ihr Wasser-Fußabdruck weit über ihren direkten Wasserverbrauch hinausgeht“, erklärt Professor Hoekstra. „Viele Industriezweige hängen vom Import wasserintensiver Produkte ab. Alle Industriesektoren stehen vor der Herausforderung, die Produktionsprozesse all ihrer Produkte transparentzugestalten. Und das beinhaltet auch die Auswirkungen auf die Weltwasserressourcen.“ Bedeutung des Water Footprint für die Industrie Dass Wasserbei derVerarbeitung und Herstellung von Produkten eingespart wird, gilt heute als selbstverständlich, istaber zu vordergründig.Mechanische Trenntechnik istbeimWasserverbrauch vielen alternativen Trenntechniken, zum Beispiel der Filtration, deutlich überlegen. Zudem kommt es im Prozess 18 UmweltMagazin September 2014

esonders darauf an, die Effizienz der Arbeitsweise und damit die Ausbeute der Rohstoffe zuerhöhen. Jede Tonne Olivenöl,die voneinemDekantermehr als bislang durch eine bessere Trennschärfe extrahiert werden kann, reduziert den Anbaubedarf von Oliven und damit das virtuelle (und reale) Wasseraufkommen beispielsweise in Andalusien. Der EnergiebedarfeinerMaschine oderAnlage hat natürlichebenfalls Auswirkungen auf denWasser-Fußabdruck, denn bei vielen Formen der Energiegewinnung wirdWasser benötigt und verbraucht. Speziellbei Abwasser-Zentrifugen stellt sich auch die Frage, welcher Klärgrad zuerreichen ist. Denn jetrockener der Feststoff gewonnen wird, umso mehr Wasser kann wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Oberstes Ziel der Auslegung von Prozesslinien der GEA Westfalia Separator Group istesdaher, hohe Trennschärfen, Klärgrade und Durchsatzvolumina mit der größtmöglichen Ersparnis anEnergie,Wasser,Produktionsfläche und Entsorgungsaufwand zu verbinden. Das Unternehmen aus Oelde ist überzeugt, dass nur der schonende Umgang mit wertvollen Ressourcen Lebensqualität sichert,ohne die Grundlagen zukünftiger Generationen zu gefährden. Deshalb steht die mechanische Trenntechnik der GEA Westfalia Separator Group für ein durch und durch gesundes Wachstum. Der Water Footprint ist dafür einwichtiger Indikator. Wasserverbrauch des Einzelnen pro Jahr Der Wasser-Fußabdruck eines durchschnittlichen globalen Konsumenten liegt bei rund 1400 Kubikmeter pro Jahr,gut 4Kubikmeter proTag. Der Verbrauch anGetreideprodukten trägt mit 27 Prozent am meisten dazu bei,gefolgt von Fleisch mit 22 Prozent und Milchprodukten mit 7Prozent. Für die USAergibt sich beispielsweise ein jährlicher Wasser-Fußabdruck von knapp 2500 Kubikmeter proKopf.InChina liegt der entsprechende Wert bei 700 Kubikmeter. Deutschland weist einen jährlichen Wasser-Fußabdruck von 1550 Kubikmeter proKopf auf,über 4000 Liter pro Tag. Der größte Teil davon entfällt auf „Virtuelles Wasser“: Importe, Wassernutzung durch Wärmekraftwerke sowie Bergbau und verarbeitendes Gewerbe. Deutschlands Wasser- Fußabdruck entsteht zu gut 70Prozent außerhalb derLandesgrenzen.Deutschland hinterlässt in über 200 Staatendieser Welt einen Wasser-Fußabdruck, der –abhängig vom Produkt sowie den klimatischen Bedingungen, aber auchden technologischen landwirtschaftlichen Standards – unterschiedlich hoch ist. Der unmittelbare personenbezogene Wasserverbrauch in Deutschland lag 2008bei lediglich123 Literpro Einwohnerund Tag, dertatsächliche Trinkwasserbedarfbei nur 3Liter. Lilian Schmalenstroer, GEA Westfalia Separator Group, Oelde, lilian.schmalenstroer@gea.com EcoWebDesk ® Der starke Standard im Arbeits- und Umweltschutz N E R G I E R E S S O U R C E F F I Z I E 2 A N N S Z S E R Mehr Zeit fürs Wesentliche… N A C H H K A L L V U I T E M M I R W A G R A L C E A T T H I U E U T C N T H Z …haben Sie mit der Online-SoftwareEcoWebDesk. Profitieren Sie vonder intuitiven Benutzeroberfläche, der einfachen Handhabung und den vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten. Mit EcoWebDesk haben Sie die gesamte Umweltleistung IhresUnternehmens immer im Blick und das vollkommen normkonform zu ISO 14001und ISO 50001. Die passende Lösung und die kostenfreie Demo-Version finden Sie unter: www.umweltschutz-software.de

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