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9 | 2014

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NACHRICHTEN ecoprog GmbH

NACHRICHTEN ecoprog GmbH Thermische Abfallverwertung wächst global Rund 500 neue Anlagen miteinerKapazität von 150 MillionenJahrestonneninzehn Jahren erwartet Die thermische Behandlung von Abfällen bleibt auf dem Vormarsch. Das ist das Ergebnis einer Studie der Kölner ecoprog GmbH. Derzeit sind weltweit rund 2200 Müllverbrennungsanlagen in Betrieb. In den kommenden zehn Jahren werden geschätzt 500 Anlagen mit einer Kapazität von rund 150 Millionen Jahrestonnen neu errichtet. Berücksichtigt man auch Anlagenstilllegungen, sowerden insgesamt geschätzt knapp 2500 Anlagen mit 385 Millionen Tonnen Behandlungskapazität in Betrieb sein. Steigende Abfallmengen machen vor allem den Schwellenländern zu schaffen. Zudem führt die Verstädterung zu einer sinkenden Verfügbarkeit von Flächen für die Abfalldeponierung. Auch eine zunehmend striktere Abfallgesetzgebung lässt den Bedarf in der Abfallverwertung weiterhin anhalten. In den vergangenen fünf Jahren ist die globale Kapazität in der Abfallverbrennung um über 25 Prozent gestiegen. Asien bleibt die Boomregion für die thermische Abfallverwertung. Im Wachstumsmarkt China werden Fachverband Biogas Anlagenneubau tendiert gegen Null Biild: Dieter Schütz/Pixelio derzeit rund 30 neue Müllverbrennungsanlagen pro Jahr gebaut. Aber auch inanderen Regionen wie Indien, dem Mittleren Osten, Malaysia, Vietnam oder Indonesien wird die thermische Verwertung von Abfällen zunehmend zu einer Option. Der Markt für die thermische Abfallverwertung wird sich insgesamt weiter globalisieren. In Europa hingegen stagnieren die Projektvergaben in den vergangenen Monaten auf niedrigem Niveau. Das wird sich in den kommenden zwei bis drei Jahren auch nicht än- Mehr als vier Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs stammt schon heute aus Biogasanlagen. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Erhebung der Branchenzahlen des Fachverbands Biogas aus Freising. Insgesamt haben bundesweit 7850 Biogasanlagen im Jahr 2013 rund 24,3 Terawattstunden Strom erzeugt und haben damit knapp sieben Millionen durchschnittliche Haushalte versorgt. Durch die Biogasnutzung werden jährlich 17,6 Millionen Tonnen CO 2 eingespart. Im vergangenen Jahr sind 335 Biogasanlagen mit einer Leistung von zusammen 191 Megawatt neu ans Netz gegangen. Da immer mehr Betreiber ihre Biogasanlagen flexibel betreiben, umdie schwankende Nachfrage im Stromnetz ausgleichen zu können, sind von diesen 191 MW nur 158 MW arbeitsrelevant. Die „überbauten“ 33MWkönnen je nach Stromnachfrage eingesetzt werden –bei einem hohen Verbrauch beziehungsweise geringer Einspeisung durch Windund Solaranlagen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Verband für den Biogasmarkt einen deutlichen Einschnitt imNeuanlagengeschäft festgestellt. Schon 2012 war mit einem Zubau von 255 MW ein vergleichsweise schwaches Biogasjahr. Und für dieses Jahr erwarten die Experten einen weiteren Rückgang: Gerade mal 37 MW werden nach Einschätzung der Branchenteilnehmer indiesem Jahr neu ans Netz gehen. Hinzu dern. Zwar werden in Großbritannien und Polen bis 2017 rund 25 Müllverbrennungsanlagen neu inBetrieb gehen, in anderen Ländern gibt esnur vereinzelte Projekte. Insgesamt sinkt die Zahl der neu errichteten Kapazitäten zwischen 2014 und 2018 um rund 30Prozent im Vergleich zum Zeitraum von 2009 bis 2013. Erst mittelfristig wird ein Umschwenken des europäischen Marktes erwartet. Vor allem inDeutschland werden die kommunalen Restmüllausschreibungen bis zum Jahr 2020 zwar auch zu Anlagenstilllegungen führen; ananderer Stelle wird dafür die Investitionssicherheit für Erneuerungen geschaffen. Langfristig sorgt die Abfallpolitik der EU weiterhin für eine steigende Nachfrage. Bis 2020 müssen zahlreiche Länder weitere Stufen der Deponierichtlinie sowie die Recyclingziele der Abfallrahmenrichtlinie umsetzen. Für die Zeit danach wünscht sich die EU- Kommission sogar ein EU-weites Deponieverbot. Die Untersuchung „Waste toEnergy 2014/2015“ der ecoprog GmbH erscheint mittlerweile in siebter Auflage und ist die weltweit umfangreichste Datensammlung zum Thema thermische Abfallverwertung. www.ecoprog.de Bild: Philipp Pohlmann/Pixelio könnten rund 90 MW durch Repowering- und Flexibilisierungsmaßnahmen kommen. Damit erreicht die Biogasbranche ein historisches Tief: Noch nie seit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2000 sind weniger neue Biogasanlagen ans Netz gegangen. www.biogas.org 6 UmweltMagazin September 2014

Ausdem Umweltbundesamt Bild: Linnart Unger Fracking-II-Gutachten vorgestellt Das Umweltbundesamt (UBA) drängt auf eine rasche Regulierung der Fracking-Technologie. Solange sich wesentliche Risiken noch nicht sicher vorhersagen und damit beherrschen lassen, sollte esinDeutschland kein Fracking zur Förderung von Schiefer- und Kohleflözgas geben, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger bei der Vorstellung des neuen, über 600 Seiten starken Fracking-II-Gutachtens. Sie betonte, dass die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgelegten Eckpunkte jetzt schnell in ein Gesetz münden müssten. Zentraler Bestandteil der vorgesehenen Gesetzesänderungen sollte ein Verbot der Gasförderung aus Schiefer- und Kohleflözgestein über eine Novelle des Wasserhaushaltsgesetzes sein, ferner eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Verbot in Wasserschutzgebieten. Das UBA empfiehlt eine umfangreiche Risikobewertung sämtlicher Fracking-Vorhaben zur Gas- und zur Erdölförderung. Dies gilt auch für alle Erprobungsmaßnahmen. Diese Bewertungen sollten unerlässlicher Bestandteil einer Umweltverträglichkeitsprüfung sein, die nach den Eckpunkten von BMWi und BMUB gesetzlich normiert werden soll. Auch das UBA auch weiter daran fest, jede Form des Frackings in Wasserschutz- und Heilquellschutzgebieten und anderen sensiblen Bereichen wie Einzugsgebieten von Seen und Talsperren, Naturschutzgebieten und FFH-Gebieten ausnahmslos zuverbieten. Die Aufbereitung des Rückflusswassers ist bislang ungelöst. Die Gutachter empfehlen, einen Anhang in der Abwasserverordnung zu entwickeln, der die Verfahren regelt. Zum Schutz des Wassers wird geraten, ein Baseline- Monitoring durchzuführen. Auch ein Fracking-Chemikalien- Kataster bei einer Bundesbehörde sei förderlich. Luftreinhaltung und Bodenschutz In Deutschland sind rund 35Prozent aller Menschen besonders stark von Schadstoffbelastungen in der Luft betroffen. Das belegen die Auswertungen des UBA zu Stickstoffdioxiden und Feinstaub-Partikeln. Anrund zwei Dritteln aller verkehrsnahen Messstationen überschreitet die mittlere jährliche Belastung mit Stickstoffdioxid den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter zum Teil deutlich. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger betonte dass es schärfere Emissionsanforderungen auf EU-Ebene, etwa für Pkw imRealbetrieb, mobile Maschinen und Industrieanlagen, bedarf. Auch in der Schifffahrt und in der Landwirtschaft sollten die Emissionen deutlich gesenkt werden. Darüber hinaus sprach sie sich für ein größeres internationales Engagement zum Schutz der Böden aus und warb dafür, das Recycling von PCs, Mobiltelefonen und anderen Elektroaltgeräten in Deutschland zu verstärken. Aufmerksam macht der Jahresbericht „Schwerpunkte 2014“ des UBA weiterhin auf den weltweiten Verlust fruchtbarer Böden. Esempfiehlt daher das Internationale Jahr des Bodens, das die Vereinten Nationen für 2015 ausgerufen haben, für eine UN-Initiative zu mehr Bodenschutz und einem verstärkten Engagement auf europäischer Ebene zunutzen. Zudem wird auch auf die Notwendigkeit von mehr Umweltschutz im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik verwiesen. Ein Forschungsvorhaben des UBA erarbeitet derzeit konkrete Empfehlungen für eine bessere Sammlung, Behandlung und Verwertung von Elektroaltgeräten. www.uba.de Koelnmesse Engagement im Themenfeld Urbanisierung wird fortgesetzt Imnächsten Jahr veranstaltet die Koelnmesse GmbH erstmals gemeinsam mit dem brasilianischen Think-Tank „Fundação Getúlio Vargas“ (FGV) die UrbanTec Brasil in Rio deJaneiro. Den Vertrag zwischen den beiden Partnern unterschrieben der Vorsitzende der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH, Gerald Böse, und der Präsident der Fundação Getúlio Vargas, Carlos Ivan Simonsen Leal am31. Juli 2014 inRio de Janeiro, dem Standort des Knowledge- Partners FGV. Damit setzt die Koelnmesse ihr Engagement im zukunftsweisenden Themenfeld der Urbanisierung konsequent fort und baut zugleich ihre Aktivitäten im Wachstumsmarkt Brasilien aus. Durch die Organisation der ersten UrbanTec 2011 in Köln sowie einer weiteren Konferenzmesse in Peking seit 2012 kann die Koelnmesse bereits auf umfangreiches Wissen und gute Kontakte im Themenbereich Urbanisierung zurückgreifen. Mit der UrbanTec Brasil bietet sie in einer weiteren wichtigen Region eine maßgeschneiderte Plattform, um Lösungen für die aktuellen und zukünftigen urbanen Herausforderungen zu finden. Auf der UrbanTec Brasil treffen Ent- Bild: Koelnmesse scheidungsträger aus Infrastrukturprojekten für Megacities sowie aus mittelgroßen Städten Lateinamerikas auf Industrieund Dienstleistungsunternehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei Produkte und Lösungsansätze für aktuelle und künftige Herausforderungen der Urbanisierung, zum Beispiel in den Bereichen Energieeffizienz, Mobilität und Wassermanagement. Die Veranstaltung wird vom 30. September bis zum 2. Oktober 2015 stattfinden. www.koelnmesse.de UmweltMagazin September 2014 7

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